DIE ERDE VON OBEN

  • Dokufilm DVD
  • Teil 1
    deutsch + französisch
    189 Min.
    551019 DE
  • Dokufilm DVD
  • Teil 2
    deutsch + französisch
    211 Min.
    551029 DE
  • Soundtrack CD
  • Armand Amar / Score392203nicht mehr im Handel

    Originaltitel: La terre vue du ciel 
    Regie: Yann Arthus-Bertrand
    Musik: Armand Amar
    Darsteller: -
    Frankreich 2004

    DIE ERDE VON OBEN
    Teil 1: Artenvielfalt, Erde und Ressourcen
    Teil 2: Wasser, Seen und Ozeane

    Die Gesamtkonzeption der auf 2 Doppel-DVDs präsentierten vierteiligen Dokumentarfilmreihe bietet sehr weitreichende analytische Erklärungsansätze für den Konflikt zwischen Mensch und Natur. Es wird unverschleiert und plastisch Ursache und Wirkung des menschlichen Tuns gegenübergestellt.
    Aus der Vogelperspektive zieht die Filmkamera über die spektakulärsten Landschaften aller Kontinente. Der französische Naturfotograf Yann Arthus-Bertrand spürt die letzten noch existierenden Reservate auf und weckt im Zuschauer die Faszination für die Einzigartigkeit des Lebens auf dem Planeten Erde. Dabei beläßt er es im Gegensatz zur üblichen Naturdokumentation nicht bei schönen Bildern. Arthus-Bertrand besucht eine Reihe von Orten in verschiedenen Ländern, wo er mit erschütternder Direktheit aufzeigt, wie die Menschen durch ihr Einwirken die Natur und damit auch ihren eigenen Lebensraum und ihre Existenzgrundlage zerstören. In allen Details werden die weitläufigen Folgen eines einzelnen Eingriffs auf das ganze Ökosystem erklärt.
    Arthus-Bertrand überfliegt die Gebiete zuerst, um dann vom Boden oder auch von unter Wasser zu berichten. Die Annäherung von oben symbolisiert eine ganzheitliche und neutrale Sicht auf die Dinge. Hier spricht nicht ein Lobbyist irgendeiner partikulären Interessensgruppe, deren Darstellungsweise stets einseitig ausgerichtet ist. Der engagierte Kämpfer für den Erhalt unserer wunderbaren Erde setzt sich für eine intelligente Koexistenz der Menschheit mit der Natur ein. Arthus-Bertand vermeidet jede Polemik und setzt sich damit vom populistischen Krawall-Journalismus ab, der in den letzten Jahren in Mode gekommen ist. Ein hohes Maß an Sachlichkeit zeichnet den Blick auf die Erde von oben aus.

    Es ist nicht immer nur die krankhafte Profitgier großer Konzerne, durch die großräumig Landschaften mit ihrer gesamten Flora und Fauna vernichtet werden, so wie im Fall der brutalen Zerstörung Tasmaniens. Oft hat auch nur der Bedarf der örtlichen Bevölkerung nach Arbeit und Nahrung schlimme Auswirkungen auf das Ökosystem. Plantagen mit Monokulturen schaffen Arbeitsplätze für die Menschen, aber durch diese Pflanzungen verschwinden die natürlichen Wälder mit allen ihren Tieren. Viehnomaden, die sich seit alters her das Land mit dem Wild geteilt haben, verbessern ihren Ertrag, indem sie seßhaft werden und ihre Zucht intensivieren, doch damit nehmen sie den Wildtieren den Platz weg. Eine der größten Katastrophen spielt sich im Victoriasee ab: Dort wurde ein Speisefisch ausgesetzt, der prächtig gedieh und den Einheimischen eine florierende Fischereiwirtschaft bescherte; doch der räuberische Nilbarsch hat alle anderen Fische im See aufgefressen und muß letztlich verhungern; der tote See ist das Ende der Fischerei. Ähnlichen Kahlfraß richtet eine pazifische Riesenkrabbe in den Küstengewässern Norwegens an; sie war in der Beringsee ausgesetzt worden, um den Krabbenfischern neue Fangmöglichkeiten zu schaffen; doch bald gibt es dort gar nichts mehr zu fangen.
    Nicht nur in den Ländern der sogenannten Dritten Welt verursacht der Mensch gewaltige ökologische Katastrophen. In den USA gräbt die Verschwendsucht des Sündenpfuhls Las Vegas den Farmern das Wasser ab. Weite Landesteile werden bald landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar sein und sich in Wüste verwandeln, weil das dekadente Treiben der Superreichen in Las Vegas das ganze Wasser verbraucht. Auch in Florida führte die Trockenlegung der Mangroven zum Wassernotstand; inzwischen wird in einem Mammutprojekt versucht, die Sümpfe wiederherzustellen, weil man erkannt hat, daß sie der natürliche und mithin der einzig mögliche Wasserspeicher sind. Einige der größten Süßwasserseen wie der Aralsee oder der Tschadsee sind innerhalb weniger Jahrzehnte fast gänzlich von der Erdoberfläche verschwunden, weil ihre Zuflüsse abgeleitet wurden; auch das Tote Meer trocknet aus und wird zur Salzwüste.
    Als Gegenentwurf zu solch irregeleitetem Verhalten der Menschen zeigt Arthus-Bertrand Beispiele aus dem Wissen alter Kulturen. Schon in der Antike wußten die Bewohner der Felsenstadt Petra in Palästina perfekt mit dem knappen Wasser zu wirtschaften. Lösungsvorschläge demonstrieren Projekte mit nachhaltiger Landwirtschaft, vom Kleinbauern bis zur weitläufigen Ranch oder auch bis zur Fischfarm im Meer. Auch wenn es noch das eine oder andere Problem zu bewältigen gibt, bis alternative Landwirtschaftskonzepte wirklich naturverträglich gestaltet werden können, bleibt das die einzige Zukunftsperspektive.
    Die Entdeckung neuer Substanzen und Wirkstoffe für die Medizin, wie die Gewinnung eines Heilmittels gegen Malaria aus der gewöhnlichen Pflanze Beifuß, sowie die Nutzung biologischer Wunderwerke als Vorbild für die Technologie gibt eine eindeutige Ermahnung ab, die Ausrottung der Artenvielfalt nicht leichtfertig fortzusetzen. Bereits 30% der Arten hat der Mensch auf der Erde ausgerottet, diese Schätze der Natur sind unwiederbringlich verloren. In der Tiefsee, die einen eigenständigen, noch gänzlich unerforschten Superkontinent darstellt, sind 90% der Lebensformen noch gar nicht bekannt; auch sie sind in Gefahr, wenn das Gleichgewicht der Ozeane kippt.

    Während einer Reise um den Globus stellt der Filmemacher eine große Zahl von engagierten Menschen und lokalen Projekten vor, die sich den Kampf gegen die Zerstörung der Erde und den Aufbau alternativer Bewirtschaftungsformen zur Aufgabe gemacht haben. Er kann niemand mehr sagen, das wäre nicht möglich. Es ist nur eine Frage des Willens - leider aber eines kollektiven Willens! Nur wenn ein Großteil der Menschheit umdenkt, wird es eine Zukunft geben! (Pino DiNocchio)


    551019 DE
    Tonspur: Deutsch / Französisch
    Untertitel: D
    Länge: 189 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: WWF-Spots


    551029 DE
    Tonspur: Deutsch / Französisch
    Untertitel: D
    Länge: 211 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: WWF-Spots


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