KÄUZCHENKUHLE

  • Film DVD
  • deutsch
    75 Min.
    617091 DE

    Originaltitel: Käuzchenkuhle
    Regie: Walter Beck
    Musik:  
    Darsteller: Rainer Haupt, Jürgen Schoberth, Peter Brock, Annette Böttche, Martin Flörchinger, Dieter Wien, Manfred Krug, Regina Beyer
    Deutschland (Ost) 1968

    KÄUZCHENKUHLE

    Jeden Sommer verbringt der Berliner Junge mit dem unaussprechlichen französischen Namen Jean-Paul Fontanon die Ferien bei den Großeltern Kalmus an einem Fischersee. In diesem Jahr ist der Großvater komisch. Der alte Fischer Kalmus ist mürrisch, schließt sich in seiner Kammer ein, und er schimpft als er hört, daß Jean-Paul am Bahnhof einen Mann mit Namen Kohlweis getroffen hat. Zunächst kann sich der Junge sich keinen Reim darauf machen, weshalb sein Großvater und der Herr Kohlweis sich scheinbar spinnefeind sind.
    Jean-Paul geht mit seinen Freunden Schraube und Kristian Angeln. Schraube heißt so, weil er mit großem Eifer ein altes Motorrad Baujahr 1928 zusammenbastelt. Er will nämlich Automechaniker werden. Das erste Ziel der Jungens ist die Käuzchenkuhle, ein Tümpel im Wald, um den sich im Dorf allerlei Geistergeschichten ranken. Kristian plant mit einem Umbau aus dem modrigen Gewässer einen Teich zur Hechtzucht zu machen. Daß auf dem Grund Leichen liegen sollen, schreckt ihn nicht. Alles nur Gerede.
    Kohlweis war erst vor einigen Monaten in das Dorf gekommen, wo er nun als Zimmermann an der Errichtung des neuen Wirtschaftsgebäudes der Fischereigenossenschaft arbeitet. Am Abend taucht er bei Kalmus auf und bedroht ihn. Jean-Paul beobachtet alles. Der Großvater aber will nichts zu der Sache sagen.
    Jean-Paul vertraut sich seinen Freunden an. Mit dem Kohlweis ist was faul, davon sind die drei Jungs überzeugt. Sie beschließen, den Verdächtigen zu beschatten. Tatsächlich entdecken die jungen Detektive, daß Kohlweis höchst suspekte Dinge treibt.
    Wonach sucht Kohlweis den Boden des Sees ab? Warum trifft er sich im Wald mit einem Ausländer? Was versteckt er in der einsturzgefährdeten Ruine des Klosters? Wieso durchwühlt er die Wohnung von Jean-Pauls Großeltern? Endlich bricht Großvater Kalmus sein eisernes Schweigen und erzählt seinem Enkel, was vor langer Zeit geschehen ist. Die Lösung des Rätsels liegt in der Käuzchenkuhle, wo der taubstumme Fischer Gotthold ertrunken sein soll...

    Von den Kinderdarstellern sticht Jürgen Schoberth in der Rolle von Schraube positiv heraus. Der Junge spielt den temperamentvollen Charakter wirklich gut. Was als Kinderabenteuer anfängt, entwickelt sich zu einem ausgewachsenen Krimi ganz im Stil der 1960er Jahre. Schwarz-weiße Bilder von nächtlichen Geheimaktionen im Regen sorgen mit typischer Musik für Gänsehaut.
    Enthüllt wird mit Hilfe der Kinder ein Verbrechen, das Jahrzehnte zurück liegt und eine politische Dimension hat. Die Täter sind SS-Offiziere, die in den letzten Kriegstagen an den See gekommen waren. Dieses Täterumfeld entspringt der notorischen antifaschistischen Propaganda, mit der in der DDR-Literatur eine Verwandtschaft zwischen dem Nazi-Regime der Vergangenheit und dem ideologisch angefeindeten Westen der Gegenwart suggeriert wurde. Nicht von ungefähr ist die Figur Kohlweis aus Westdeutschland eingereist, und sein Komplize kommt geradewegs aus Österreich. Verpackt in einen spannenden Kinderkrimi mit echten Toten, wurde dem jungen Publikum die damals gültige Staatsbürgerkunde untergejubelt. Das ist nun auch Geschichte. Heute darf man das Werk aus neutraler Sicht ganz unter seinen filmischen Qualitäten betrachten. (Pino DiNocchio)



    617091 DE
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 75 Min.
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33 - s/w
    Extras: DEFA-Kurzfilm "Ferien und das alte Haus" (ca. 36 Min.)


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