NORDSEE IST MORDSEE

  • Film DVD
  • deutsch
    83 Min.
    617839 DEnicht mehr im Handel
  • Film DVD
  • deutsch
    83 Min.
    617831 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Nordsee ist Mordsee
    Regie: Hark Bohm
    Musik: Udo Lindenberg
    Darsteller: Uwe Enkelmann, Dschingis Bowakow, Marquard Bohm, Herma Koehn, Katja Bowakow, Günter Lohmann, Corinna Schmidt, Ingrid Boje, Gerhard Stöhr
    Deutschland (West) 1976

    NORDSEE IST MORDSEE

    Das Leben ist trostlos für den 13jährigen Uwe in einer grauen Hamburger Wohnblocksiedlung. Die Mutter arbeitet den Tag über an der Supermarktkasse. Der versoffene Vater lungert in der Wohnung herum und pöbelt und prügelt. Anerkennung kann sich Uwe nur durch Angeberei unter Gleichaltrigen verschaffen. Allerdings muß er sich dann auch trauen, das zu tun, was er großspurig vorgibt. Und das bringt ihn nicht selten in Schwierigkeiten mit der Polizei. Im Ausnehmen von Automaten ist Uwe fingerfertig. Eine Spritztour in einem fremden Auto macht auch Laune. Dabei will Uwe eigentlich gar nicht kriminell sein. Der Gedanke an Kinderheim oder gar Knast ist durchaus abschreckend.
    In einem schlitzäugigen Jungen finden Uwe und seine Clique ein Opfer, auf dem sie herumhacken. Aus purer Langeweile beschimpfen und schikanieren sie den Asiaten. Dschingis hat sich lange damit abgefunden, daß niemand mit ihm befreundet sein will. Auf einem Brachgelände am Ufer eines Elbeseitenkanals zimmert sich Dschingis aus Holzdielen und Plastikfässern ein Boot. Richtig profimäßig macht er das.
    Das entdeckt Uwe eines Tages. Er und seine Freunde spielen dem "Mondgesicht" übel mit. Sie zertrümmern sein Boot und gehen zu mehreren auf den Jungen los. Es ist eine harte, blutige Auseinandersetzung. Uwe droht mit seinem gerade mit dem Geld aus einer Automatenplünderei erstandenen Springmesser. Aber Dschingis weiß sich zu wehren. Er besiegt Uwe im Zweikampf. So wendet sich das Blatt. Die Zwei werden Freunde. Gemeinsam bauen sie das Floß wieder zusammen.
    Als Uwe wieder mal von seinem Vater verdroschen wird, möchte Dschingis seinem Freund helfen. Er schlägt vor, Uwe könne ein paar Tage bei ihm wohnen, um dem gewalttätigen Vater aus dem Weg zu gehen. Doch Dschingis' Mutter fürchtet das Gesetz, wenn sie ein fremdes Kind bei sich versteckt. Die brave Frau will sich als Ausländerin korrekt verhalten und nicht auffallen. Dschingis ist von seiner Mutter schwer enttäuscht. Jetzt steht für die beiden Freunde fest: Sie wollen mit dem Floß zusammen abhauen.
    Mit dem Floß dümpeln die Jungen ein Stück über die Elbe und durch den Hafen. An einem Ufer kapern sie sich ein dort festgemachtes Segelboot, damit geht es weiter flußabwärts. Mehrfach gelingt es ihnen, zu Wasser und zu Land der Polizei zu entwischen. Die Elbe wird immer breiter. In einem kleinen Segelboot treiben die Jungen Richtung Nordsee...

    Dieser Klassiker des westdeutschen Jugendfilms ist nicht nur inhaltlich ein Zeitporträt der 1970er Jahre, sondern auch hinsichtlich seiner Art der Inszenierung. Der Realismus, mit dem Filmemacher in jenen Jahren das Milieu am unteren Rand der Gesellschaft zeigten, wurde nie wieder erreicht. Unverschleiert wird der von Gewalt, Kleinkriminalität und Dummheiten geprägte Alltag der 13jährigen dargestellt. Uwe prügelt sich draußen, vergreift sich mit der Stärke der Gruppe im Rücken an Einzelnen, so wie er zuhause vom Alten verdroschen und gedemütigt wird. Er klaut, raucht, spielt mit Waffen. Früh haben Kinder wie er gelernt, sich mit furchtlosen Taten eine Position unter Gleichaltrigen zu verschaffen, die es allerdings permanent zu verteidigen gilt. Uwes Annäherung an den zuvor so brutal angefeindeten Ausländerjungen kommt bei der Clique gar nicht gut an. Doch weil er es sich auch mit seiner Unaufrichtigkeit bei seinen Freunden verscherzt hat, bleibt ihm kaum ein anderer Ausweg, als sich mit Dschingis zusammenzutun. Aus der grauen Tristesse der Stadt fliehen die Jungen in die Idylle der grünen Elbufer. Ihrer Lebensrealität können sie dadurch nicht auf Dauer entkommen, aber das Abenteuer formt eine Freundschaft, welche die eine oder andere Perspektive ändern mag. (Pino DiNocchio)



    617839 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 83 Min.
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.66
    Extras: Wendecover


    617831 DE
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 83 Min.
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.66
    Extras:  
    - minus - Aufbewahrungsbox: Digipack mit großflächigem BRD-Zensuraufdruck auf der Vorderseite


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