EST-OUEST

  • Film DVD
  • deutsch/russisch + französisch/russisch
    120 Min.
    621499 DE

    Originaltitel: Est-Ouest
    Regie: Regis Wargnier
    Musik: Patrick Doyle
    Darsteller: Oleg Menshikov, Sandrine Bonnaire, Catherine Deneuve, Sergei Bodrov Jr., Ruben Tapiero, Erwan Baynaud, Tatyana Dogileva, Bogdan Stupka, Meglena Karalambova
    Frankreich / Rußland / Bulgarien 1999

    EST-OUEST - Eine Liebe in Rußland

    Zum Wiederaufbau des vom Krieg ausgebluteten Landes ruft die Sowjetunion 1946 Tausende Exilanten zurück, die nach der russischen Revolution von 1917 ausgewandert waren. Die früheren Zarenanhänger sollen mit ihren Familien heimkehren, Stalin heißt sie willkommen.
    Der in Frankreich lebende Arzt Alexej Golovin folgt der Einladung. Seine französische Frau Marie und der gemeinsame 7jährige Sohn Sergej begleiten ihn. Für ein Leben an seiner Seite gibt Marie ihre Existenz in Frankreich auf, um Sowjetbürgerin zu werden. Der Empfang im Hafen von Odessa ist ein Schock. Marie wird sofort inhaftiert. Ihr wird vorgeworfen, eine feindliche Agentin zu sein. Der Geheimdienst setzt Alexej unter Druck. Aber er weigert sich, sich von seiner Frau zu trennen.
    Die Familie wird als Untermieter in einem von mehreren russischen Mietpartien gemeinsam bewohnten Haus in Kiew einquartiert. Alexej wird Betriebsarzt in einer Fabrik. Er paßt sich allem an, um nicht negativ aufzufallen, und um seine Frau nicht weiter in Schwierigkeiten zu bringen. Für Marie ist dieses Leben die reinste Hölle. Als Ausländerin wird sie permanent angefeindet und verdächtigt. Überall wird beobachtet und bespitzelt. Sie will zurück nach Frankreich, doch ihr Paß wurde ihr weggenommen, sie ist eine Gefangene der Sowjetunion. Das französische Konsulat ist für sie unerreichbar, und es würde sich dort sowieso niemand um sie kümmern, wenn sie sich nicht ausweisen kann. Alexej ist erbost über das gefährliche Bestreben seiner Gattin nach einer Ausreise. Die Eheleute entfremden sich voneinander.
    In der Wohnung wird das Großmütterchen Anastasia verhaftet. Jemand hat sie als Staatsfeindin denunziert, weil sie mit Marie französisch gesprochen hat. Kurz danach ist die alte Frau tot. Ihr Enkel Sascha verliert das Wohnrecht, denn auch seine Eltern sind tot; sie waren verhaftet worden, als er noch ein Kind war. Die Golovins nehmen Sascha in ihrem Zimmer auf. Marie beginnt eine Affäre mit dem attraktiven Jüngling. Sie bewahrt den verzweifelten jungen Mann vor dem Abgleiten. Sie ermutigt ihn, sein Schwimmtraining wieder aufzunehmen. Der Sportler hat die Chance mit zu einer Meisterschaft in den Westen reisen zu dürfen, wo er Maries Familie benachrichtigen kann. Der Plan wird durchkreuzt, Sascha fällt den Spitzeln als zu verdächtig auf und wird in ein Trainingslager am Schwarzen Meer gesteckt.
    Alexej hat unterdessen eine Liebschaft mit der Mitbewohnerin Olga. Sein beruflicher Aufstieg verlangt, daß er sich von Marie scheiden läßt, doch dazu ist er nicht bereit.
    Marie nutzt das Gastspiel der französischen Schauspiel Diva Gabrielle Develay in Kiew, um der Landsfrau ihr Hilfegesuch zu übergeben. Gabrielle verspricht zu helfen. Doch es braucht viel Zeit. Nachdem Sascha mit Maries Hilfe in einer waghalsigen Aktion die Flucht aus der Sowjetunion gelingt, wird Marie zu 6 Jahren Arbeitslager verurteilt. Der Sohn Sergej ist ein Teenager geworden, als sie von dort entlassen wird. Die ganze Zeit über hatte Alexej heimlich Kontakt zu Gabrielle gehalten, um für Marie und Sergej einen Weg zur Ausreise nach Frankreich zu finden. Für ihre Freiheit opfert er alles, auch sich selbst...

    Die Liebe zwischen Marie und Alexej überdauert trotz Affären und unüberwindbarer Schwierigkeiten die ganzen quälenden Jahre. Sie ist der Knoten, um den sich alles dreht. Kaum beleuchtet wird die Situation des gemeinsamen Sohns Sergej. Dem Jungen wird so wenig Bedeutung beigemessen, als wäre das Ehepaar kinderlos. In einer Verbindung aus Polit-Thriller und Ehedrama erzählt der Film von einem schäbigen Kapitel aus der Sowjetgeschichte. Wußte man im Westen damals so wenig über Stalins Terror, daß Exilrussen so gutgläubig in die Falle gingen? Naivität ist des Menschen zweiter Vorname. Während die einen alles riskierten, um dem Gefängnis zu entfliehen, begaben sich die anderen freiwillig dorthin. (Pino DiNocchio)


    621499 DE
    Tonspur: Deutsch + Russisch / Französisch + Russisch
    Untertitel: D
    Länge: 120 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Audiokommentar von Régis Wargnier und Sergej Bodrow (Englisch ohne Untertitel)


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