EIN KOLUMBUS AUF DER HAVEL

  • Film DVD
  • deutsch
    78 Min.
    622641 DEnicht mehr im Handel
  • Film DVD
  • deutsch
    78 Min.
    622643 DE

    Originaltitel: Ein Kolumbus auf der Havel
    Regie: Hans Kratzert
    Musik:  
    Darsteller: Susanne Schulze, Frank Schulze, Dieter Wien, Ursula Werner, Kurt Böwe, Carl-Hermann Risse, Stefan Grzegorz
    Deutschland (Ost) 1978

    EIN KOLUMBUS AUF DER HAVEL

    Marianne, genannt Nana, und ihr Papa Oskar halten zusammen wie Pech und Schwefel. Da kann Mama Gerda noch so sehr die emanzipierte Familienchefin raushängen, am Ende gewinnt das Vater-Tochter Gespann. So ist das auch mit dem Urlaub. Gegen Gerdas Widerstand, die sich dieses Jahr in den Ferien in einem Luxushotel verwöhnen lassen will, setzt sich die Schnapsidee von Oskar und Nana durch:
    Sie kaufen vom Ersparten ein gebrauchtes Segelboot mit hilfsweisem Außenbordmotor und schippern damit die Havel abwärts. Ohne jegliche seefahrerische Kenntnisse ist das ein gewagtes Unterfangen.
    Zum Glück reist auch der hilfsbereite Junge Mischa, der eifrig schon den Kauf des Boots vermittelt hat, mit seiner Familie auf dem Fluß. Tatkräftig rettet der Achtklässler die Bruchpiraten mehr als einmal aus Seenot - oder eher gesagt aus "Flußnot". Mal wird ein Leck gestopft, mal muß ein Unwetter überstanden werden, mal ist man zu Gast auf einem polnischen Lastkahn, der die beiden Segeljollen ein Stück der Strecke zieht. Mischa weiß immer einen Rat.
    Ganz ohne Eigeninteresse macht er das freilich nicht. Die 11jährige Nana gefällt dem Jungen in ihrer lausbübischen Art ganz gut. Wann immer er eine Gelegenheit erblickt, setzt sich Mischa mit ihr von den Erwachsenen ab. Da kommt das Gespräch schnell auf das aktuelle Familienbild. Erst lieben sich die Eltern, dann streiten sie nur noch. Die Kinder reden die Eltern mit Vornamen an. Von Nanas Mutter wird der Mann in seiner Rolle ganz schön lächerlich gemacht. Wollen Nana und Mischa das später auch so machen, oder schwebt ihnen eine andere Vorstellung von Familie vor?

    Die werktätige Frau mit kurzem Haarschnitt stand in der DDR in offensiver Konkurrenz zum Mann. Unumstritten war die vom Regime kolportierte Rollenzuweisung nicht. Das Bügeleisen bleibt ein Accessoire der weiblichen Domäne. Humorvoll karikiert der Fernsehfilm die Debatte und liefert dabei ein authentisches Bild der Zeit. Natürlich wird der Alltag in der "sozialistischen" Diktatur völlig sorgenfrei und glücklich dargestellt. Man springt ganz selbstverständlich zum Nacktbaden ins Wasser - "in der Badewanne trägst du auch keinen Badeanzug", argumentiert Mutter Gerda. Schüler ziehen um die Häuser, um leere Flaschen und Altpapier für das Recycling zu sammeln. Zur Mode der 1970er Jahre in West und Ost gehören Schlaghosen, und im Sommer zeigen die Jungen in allerknappsten kurzen Hosen endlose Beine. War das nicht eine schöne Zeit? (Pino DiNocchio)



    622641 DE
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 78 Min.
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33
    Extras:  
    - minus - Covermotiv mit Zensurzeichen überdruckt


    622643 DE
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 78 Min.
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33
    Extras:  
    - minus - Covermotiv mit Zensurzeichen überdruckt


    ©   2015 / 2023 by TAMINGO Media Publishing