DAS WEISSE KANINCHEN

  • Film DVD
  • deutsch
    88 Min.
    624569 DE

    Originaltitel: Das weiße Kaninchen
    Regie: Florian Schwarz
    Musik:  
    Darsteller: Devid Striesow, Lena Urzendowsky, Louis Hofmann, Shenja Lacher, Samia Muriel Chancrin, Eva Nürnberg, Max Schimmelpfennig, Julia Jäger, Patrick Heyn, Anneke Schwabe, Martin Kiefer, Christoph Schechinger
    Deutschland 2016

    DAS WEISSE KANINCHEN

    Sara ist happy. Sonst ist sie eher die graue Maus, und jetzt freunden sich gleich zwei verschiedene Jungs im Chat mit ihr an. Benny ist nett, ziemlich klug, bleibt aber anonym. Kevin hingegen schickt sofort ein süßes Foto von sich und trifft sich mit Sara in echt zu einem leicht verrückten Date. Der 13jährigen geht es ein bißchen zu schnell, daß er Fotos von ihr im Bikini macht. Aber seine Komplimente lullen sie ein, und er sieht wirklich super aus.
    Das böse Erwachen kommt am nächsten Tag. Kevin erpreßt das Mädchen mit dem Foto. Verzweifelt sucht sie Rat bei Benny. Der heißt in Wirklichkeit Simon Keller und ist ein Lehrer, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Jugendliche über die Gefahren des Internet aufzuklären. Als solcher wendet er sich an Sara und bietet seine Hilfe an. Um den Erpresser zu stellen, überschreitet Keller seine Kompetenzen und kollidiert mit der Kripo, die dem jugendlichen Übeltäter schon auf der Spur ist...

    Das Internet ist eine Welt hinter der Welt. Wenn sich beide Sphären durchkreuzen, kann es schnell gefährlich werden. Gelangen private Dinge ins Netz, dann sind sie nicht mehr zu kontrollieren. Das gilt nicht nur für die Opfer, sondern gleichermaßen für die Täter von Cyberkriminalität. Denn deren Spuren lassen sich ebenso verfolgen, wenn man das denn auch wirklich will. In den meisten Fällen sind die Kriminellen regelmäßig tätig. Ihr Tun ist ein fester Teil ihres Persönlichkeitsprofils. In dem Krimi "Das weiße Kaninchen" ist es das Gespür eines geübten Ermittlers, das die Beobachtungen zur richtigen Schlußfolgerung kombiniert. Der Zuschauer weiß allerdings schon von der Anfangsszene an, welch Geistes Kind Simon Keller ist.
    Stilistisch arbeitet der Film mit surrealen Elementen, welche die maskierte Fantasiewelt im Internet überhöhen. Die poppige Neon-Optik strahlt durch die Verwendung von Farbfiltern und Weichzeichnern in jene Glücksmomente in Saras wahrem Leben, in denen sich durch die Internetbekannschaften ihre Träume erfüllen. Die ganze Episode vom ersten Online Kontakt bis zur Katastrophe ist für die Teenagerin wie ein Trip. Erst ist es aufregend und verlockend, dann kippt alles und wandelt sich zu einem Alptraum. Weil letztlich der ganze Film in dieser verwaschenen Qualität kommt, verliert das Stilmittel den Sinn.
    Aus unerfindlichem Grund wurde für den Film das Cinemascope Widescreen Format gewählt, ohne daß Kamera und Regie dieses sachgerecht bedienen. Häufig sind nur abgeschnittene Personen im Bild, weil so nah an die Figuren herangezoomt wird, daß sie nun mal nicht in den schmalen Bildstreifen passen. Cinemascope ist für Panoramaaufnahmen, Einstellungen in der Totalen und für bestimmte perspektivische räumliche Darstellungen gedacht, und nicht für ein Drehbuch, welches überwiegend Close-ups vorsieht.
    In der Hauptrolle des naiven Mädchens mutiert Lena Urzendowsky von einem verwöhnten Prinzeßchen zu einem immer apathischer anmutenden Opfer, getrieben von Scham und Verzweiflung. Der Schein trügt, einen Ausweg gibt es nicht. Luis Hofmann, derzeit Deutschlands bester Jugendschauspieler, entwickelt hinter seiner charmanten Erscheinung die diabolische Abgebrühtheit des 16jährigen Kevin. Bei Luis' gut gebauter Figur ist es verständlich, daß er von den Girls angehimmelt wird.
    Keineswegs allein unter sich sind die Jugendlichen in der virtuellen Kontaktbörse. Erwachsene mit zwielichtigen Intentionen machen sich unter Vortäuschung falscher Identität an die Teenager heran. Wie unverhohlen sie sich dann zu erkennen geben, ohne das zuvor aufgebaute Vertrauen zu verlieren, das ist erschreckend. (Pino DiNocchio)


    624569 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: D
    Länge: 88 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:2.35
    Extras: Wendecover, Hörfilmfassung


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