DAS RAUBTIER

  • Film DVD
  • deutsch
    74 Min.
    625939 DE

    Originaltitel: Das Raubtier
    Regie: Walter Beck
    Musik:  
    Darsteller: Hajo Mende, Michael Gieseler, Holger Mahlich, Dieter Wien, Madeleine Lierck, Jaecki Schwarz, Thomas Langhoff, Gunter Friedrich, Ostara Körner, Gunnar Helm
    Deutschland (Ost) 1978

    DAS RAUBTIER

    Endlich ist etwas los in dem verschlafenen Ort. Ein wildes Tier wurde unten am See gesichtet. Es hat ein Schaf gerissen. Sofort machen sich die Jungen Roland und Hugo auf die Suche nach der Bestie. Sie finden auch erste Spuren. Roland sieht es ganz deutlich zwischen den winterkahlen Sträuchern huschen, und die Pfotenabdrücke in der Erde passen auch: Das ist ein Wolf.
    Die Erwachsenen wollen es nicht glauben. Es könne sich allenfalls um einen verwilderten Hund handeln. Roland und Hugo bauen aus Teilen vom Schrottplatz eine Käfigfalle. Sie wollen unbedingt die Helden sein, die das Raubtier lebendig fangen. Auch Rolands Vater Christoph, im Nebenberuf wie viele Männer im Dorf Jäger, legt sich auf die Lauer. Er begegnet dem Tier, ohne es jedoch mit dem Gewehr zu erwischen. Christoph wird im Dorf hämisch ausgelacht, weil noch immer niemand an den Wolf glaubt. Dann wendet sich das Blatt. Die Jagdgenossen tun sich zusammen, um den Wolf zu erledigen. Es beginnt ein Wettlauf mit den Kindern, die auf keinen Fall zulassen wollen, daß das edle Raubtier getötet wird...

    Edel ist der wilde Wolf, edel sind sie Gesichter der Menschen, wie sie Regisseur Walter Beck mit seinem Team als formatfüllende Portraits ins Bild bringt. Glanzvoll ausgeleuchtet besticht besonders der junge Hauptdarsteller Hajo Mende in den Großaufnahmen mit seinem treuherzigen Blick.
    Häufig drehten sich Kinderfilme in der DDR um das ambivalente Verhältnis zwischen Kindern und ihren erwachsenen Bezugspersonen. Roland steckt in dem Konflikt, daß sein Vater, den er als kluge Vertrauensperson sehr bewundert und achtet, plötzlich auf der Gegenseite agiert. Ulkig, daß beide dasselbe tun. Sie schwänzen Schule und Arbeit, weil sie mit aller Dickschädeligkeit ihr jeweiliges Ziel verfolgen. Dabei gönnt keiner dem anderen dessen eigenmächtiges Handeln. Mit der ganz natürlichen Logik eines Kindes führt Roland den Vater vor, indem er dem alten Herren sein eigenes Benehmen spiegelt. Wie kann man Erwachsenen trauen, wenn sie sich selbst nicht an die Regeln halten? Kurzzeitig ist Roland vom Vater enttäuscht. Aber er ist nicht bereit, die liebevolle Beziehung zu dem Menschen, zu dem er aufschaut, Schaden nehmen zu lassen. So muß der Vater am Ende einsehen, daß seine Parole "Kinder haben nie recht" falsch ist. (Pino DiNocchio)


    625939 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 74 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Wendecover mit alternativem Motiv


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