DER BLAUE HELM

  • Film DVD
  • deutsch
    69 Min.
    628339 DE

    Originaltitel: Der blaue Helm
    Regie: Ursula Schmenger
    Musik:  
    Darsteller: Helmut Domski, Günter Junghans, Joachim Zschocke, Otti Planerer, Jürgen Trott, Helga Göring, Günther Polensen, Manja Göring, Karl Sturm, Gerlinde Bölke, Willi Schrade
    Deutschland (Ost) 1979

    DER BLAUE HELM

    Für die einen ist die Baustelle mit den lärmenden Maschinen ein Dreckloch; für die anderen ist es ihr Arbeitsplatz; für kleine Jungen ist es ein Ort voller faszinierender Dinge, die es zu beobachten gibt.
    Der 9jährige Mirco hat sogar eine alte Matratze dabei, wenn er an den Ferientagen an der großen Baustelle auf einem Erdhügel liegt und mit aufmerksamen Augen den emsigen Betrieb verfolgt. Bagger und Raupen verschieben die Erde. Andere Maschinen rammen und bohren Löcher in den Boden, die Arbeiter bauen Brunnen zur Entwässerung des Geländes. Auf der Wiese am Rand von Berlin soll nämlich eine ganz neue Siedlung entstehen.
    Der glänzende blaue Helm des Brunnenbauers Charlie hat es dem blonden Buben besonders angetan. Der Helm beflügelt Mircos Fantasie. Mit dem Helm ist alles möglich. Mirco wird zum Rennfahrer, zum Piloten, zum Kosmonauten. Bei einer guten Gelegenheit stiehlt Mirco den begehrten Schutzhelm von der Ablage vor dem Bauwagen. Obwohl er weiß, daß das falsch ist: die Versuchung ist zu groß. In dem Helm steckt Charlies Notizbuch mit technischen Zeichnungen und Berechnungen. Damit weiß Mirco nicht viel anzufangen, doch er behält das Büchlein bei sich. Den Helm versteckt er im Keller.
    Schon am nächsten Tag geht es mit den Eltern in die Ferien zu Opa und Oma aufs Land. Tag und Nacht verfolgt den Jungen der Gedanke an das, was er getan hat. Mircos Sommervergnügen ist getrübt. Weder die Tiere auf dem Hof, noch das Angeln und Baden im See kann er so richtig unbeschwert genießen. Schließlich vertraut Mirco sein Gewissen seinem großen Bruder Dieter an, der mit dem Motorrad in den Familienurlaub nachgekommen ist.
    Dieter ist ganz schön aufgebracht, daß Mirco sich zum Dieb gemacht hat. Trotzdem hält er fest zum kleinen Bruder und ist entschlossen, ihm dabei zu helfen, die Dummheit wieder gutzumachen...

    Darsteller Helmut Domski als süßer blonder Bengel spielt sich in die Herzen der Zuschauer.
    Die große Stärke des Kinderfilms in der DDR war die stets aus der Wahrnehmungsperspektive der Kinder heraus gestaltete Erzählweise. Kinder sehen die Welt mit sich selbst in der Mitte. Übergreifende und abstrakte Dinge sowie Fremdperspektiven und Reflexionen werden erst im Verlauf von Lernprozessen verstanden. Ein solcher Vorgang in der psychosozialen Entwicklung ist Mircos Konflikt zwischen der ihm bereits geläufigen Moral und dem affektiven Wunschhandeln. Durch die Übertretung eines Gebots aus purem Eigennutz und die daraus folgenden ungewollten Konsequenzen verfestigt sich der Wertekodex in der tieferen Persönlichkeitsstruktur des Kindes. Das Erlebnis prägt sich ein. Das Kind wird fortan der Regel nicht stehlen zu dürfen ein unmißverständlich höheres Gewicht als dem eigenen situativen Begehren beimessen.
    Überraschend ist der Schluß des Films. Gegen alle Klischees ist am Ende nicht alles wieder gut. Mirco hat sein bestes getan, doch er muß noch eine harte Bestrafung hinnehmen. Charlie, der vor dem Diebstahl des Helms zu dem neugierigen kleinen Jungen auf der Baustelle so freundlich gewesen war, wendet sich mit Verachtung von ihm ab. Es gibt keine Vergebung, keine Versöhnung. Charlie will den Jungen nie mehr sehen. Mirco war so tapfer, zu seinem Fehler zu stehen. Nun lernt er, daß das nicht genug ist. Die Kränkung, die er Charlie angetan hat, kann Mirco nicht rückgängig machen. Besonders dies wirkt nachhaltig auf seine moralische Entwicklung. (Pino DiNocchio)



    628339 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 69 Min.
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33
    Extras: Wendecover


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