ASSASSINS

  • Film DVD
  • französisch
    128 Min.
    deutsche Untertitel
    628884 DE

    Originaltitel: Assassins
    Filmlänge: 124 Min. ohne Abspann
    Regie: Mathieu Kassovitz
    Musik:  
    Darsteller: Michel Serrault, Mathieu Kassovitz, Mehdi Benoufa, Francois Levantal, Daniele Lebrun, Robert Gendreu
    Frankreich 1997

    ASSASSINS

    Der alternde Auftragsmörder Monsieur Wagner bildet den Gelegenheitseinbrecher Max zu seinem Nachfolger aus. Da er selbst keinen Sohn hat, möchte Wagner das Präzisionswissen seines Handwerks an den jungen Mann weitergeben.
    Bei seinem ersten Job nimmt Max den 13jährigen Jungen Medhi als Gehilfen mit. Der Einsatz mißlingt. Wagner ist mehr als verärgert. Der alte Profi zieht sofort eine knallharte Konsequenz...

    Mathieu Kassovitz entwickelt einen ernüchternden Blick auf Phänomene der Gewalt in unserer Gesellschaft. Mit Michel Serrault, einem der größten Schauspieler des französischen Kinos, in der Hauptrolle zeigt der radikale Jungregisseur auch ein bewegtes Generationenportrait.
    Wagner ist ein hochkultivierter Mann mit eiskalten Prinzipien. Seinen Beruf hält er für einen wie jeden anderen. Er macht seine Arbeit stets mit äußerster Sorgfalt, sauber und korrekt. Auf die gewissenhafte Pflege des spezifischen Berufsethos der Mördergilde legt er großen Wert. Ein Gewissen im Bezug auf die Natur seiner Tätigkeit besitzt er nicht. Das Töten von Menschen ist nur ein Job, ein Auftrag, eine Dienstleistung, die er fachgerecht ausführt. Er bringt nur zu Ende, was andere schon unter sich beschlossen haben. Die wahren Mörder, so findet Wagner, sind die korrupten Politiker und Wirtschaftslenker, die mit ihrer selbstsüchtigen Tyrannei die Menschen vergiften und die Welt zugrunde richten.
    Nun ist Wagner alt geworden. Seine Zielhand zittert, und sein Herz ist schwach. In dem Kleinganoven Max, der tagsüber lustlos in einem Metallbetrieb arbeitet und nachts auf Diebestouren geht, sieht Wagner den geeigneten Nachwuchs für sein Geschäft. Der erste Mord ist für Max das blanke Entsetzen. Der aus anständigen kleinbürgerlichen Verhältnissen stammende junge Mann, der immer noch bei Muttern zuhause wohnt, muß beinahe seine Eingeweide auskotzen, bis sein Finger unter dem massiven Druck seines Lehrmeisters die Pistole am Kopf des zuvor blutig zusammengeschlagenen, um sein Leben wimmernden Opfer abdrückt. Die schaurigen Bilder verfolgen ihn noch lange.
    Es lockt Max das viele Geld, das der schmutzige Job einbringt, und zunächst auch die Aussicht, der Enge der elterlichen Wohnung entfliehen zu können, indem er sich in Wagners heruntergekommener Bude einquartiert.
    Mehdi kommt aus einem anderen Milieu. Der Teenager aus der Trabantensiedlung wächst in einer sozialen Unterschicht auf, wo man sich früh mit Kriminalität, Gewalt und demonstrativer Abgrenzung vom arbeitenden Bürgertum profilieren muß. Der 13jährige orientiert sich stets an den großen Brüdern und gibt die Hierarchie an die Kleineren weiter, für die er das Vorbild ist. Mehdi geht selten zur Schule, sein Tag besteht aus Fernsehen und Videospielen. Der Konsum- und Markenterror der Werbung entfaltet seine volle Wirkung, mediale Gewaltdarstellungen und Pornographie auf dem Bildschirm lassen den Jungen abstumpfen. Der Unterschied von Film und Wirklichkeit verschwimmt. Mit Max verbindet ihn die Faszination für Schußwaffen. Doch wo Max zögerlich ist, weil er um die finale Wirkung eines Schusses weiß, bleibt in Mehdis Wahrnehmung das Ganze nur ein Spiel. Das erkennt auch Wagner, und er trifft eine Entscheidung.
    Noch bevor in den westlichen Industrieländern verwirrte Schüler damit anfingen, in ihren Schulen herumzuballern, skizzierte Regisseur Mathieu Kassovitz in dem schockierenden Kinofilm den Weg eines Teenagers zum Amoklauf. Die Ursache ist nicht Wagners abgebrühte Haltung gegenüber dem Töten, sondern die Mordwaffe, die man dem alleingelassenen, frustrierten Jungen in die Hand gibt, nachdem die Gesellschaft bei seiner Sozialisation kläglich versagt hat. (Pino DiNocchio)



    628884 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Französisch
    Untertitel: D
    Länge: 128 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Wendecover, Kurzfilm "Assassins", Interviews mit Michel Serrault, Christophe Rossignon und Mathieu Kassovitz; Making ofs (Entrepôt, Bois, Lycée, Cité, Salon Wagner)


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