DIE MATTHEW SHEPARD STORY

  • Film DVD
  • deutsch + englisch
    88 Min.
    631399 DE

    Originaltitel: The Matthew Shepard Story
    Regie: Roger Spottiswoode
    Musik: Jeff Danna, Mychael Danna
    Darsteller: Shane Meier, Stockard Channing, Sam Waterston, Yani Gellman, Damien Atkins, Kristen Thomson, Wendy Crewson, Joseph Ziegler, Philip Eddolls, Paul Robbins, B. J. McLellan, David Broadhurst
    Kanada / USA 2002

    DIE MATTHEW SHEPARD STORY

    Laramie, Wyoming. Dem Studenten Matthew Shepard wird nach einem Kneipenbesuch von zwei hilfsbereiten jungen Männern angeboten, ihn nach Hause zu fahren. Sie bringen ihn zu einer abgelegenen Kuhweide, wo sie ihn an einen Zaun fesseln und bestialisch totschlagen. Matthew mußte sterben, weil er schwul war.
    In den folgenden Monaten müssen Matthews Eltern nicht nur den Verlust ihres Sohns verarbeiten, sondern auch den Prozeß gegen den Mörder führen. Sie wollen die Todesstrafe für den Haupttäter Aaron McKinney. Um die Geschworenen zu überzeugen, daß McKinneys Mordmotiv einzig sein Haß auf Schwule war, müssen sie mehr über Matthews Leben erfahren.
    Im Internat verliebt sich Matthew in den Mitschüler Pablo. Dennis und Judy Shepard nehmen es verständnisvoll auf, als ihr Sohn ihnen erklärt, er sei schwul. Die Eltern stehen von Beginn an uneingeschränkt zu ihrem Jungen und akzeptieren seine Homosexualität. Sie unterstützen seine Pläne und Entscheidungen. Sie lassen ihm freie Bahn, als er nach der Schule der Enge Kleinstadt entfliehen möchte. Matthew zieht nach Denver, sucht sich einen Job, richtet sich ein Apartment ein, taucht ein in die Szene. Doch auch in der Großstadt lebt er Tür an Tür mit schwulenfeindlichen Aggressionen.
    Wirklich Fuß fassen kann Matthew in seiner sexuellen Identität nicht, denn seit er im Urlaub vergewaltigt wurde, ist etwas in ihm zerbrochen. Er offenbart sich seinen Eltern, ruft verzweifelt um Hilfe. Doch Dennis und Judy wissen darauf keine Antwort. Sie können mit dem Problem nicht umgehen, versuchen es zu verdrängen und reden Matthew ein, das Leben würde einfach weitergehen, als wäre nichts geschehen. Zum Studium kehrt Matthew zurück in die Heimatstadt Laramie. Und obwohl er nicht als Tunte rumläuft, wird er hier das Opfer von Subjekten, denen jeder menschliche Charakter fehlt.

    Der Gerichtsfilm beleuchtet den wahren Fall von Matthew Shepard. Am 6. Oktober 1998 wurde der 21jährige von den Schwulenhassern Russell Henderson und Aaron McKinney mit dem Knauf einer Pistole zu Brei geschlagen bis zur Bewußtlosigkeit und hilflos liegengelassen. Wenige Tage später starb er an den Verletzungen.
    In langen Rückblenden wird dargestellt, wie Matthew versucht hatte, mit seiner Homosexualität klarzukommen. In ihrer liberalen Haltung hatten die Eltern geglaubt, alles sei in Ordnung. Sie hatten nicht bemerkt, wie sehr sich ihr Sohn nach dem ersten Gewaltübergriff quälte. Doch das ist die Geschichte in der Geschichte. Bei ihren Recherchen und Rekonstruktionen zum Leben ihres Sohns müssen sich die Eltern mit ihrem eigenen Versagen auseinandersetzen. Für die Anklagestrategie im Verfahren gegen die Mörder sind diese Hintergründe jedoch nicht relevant.
    Judy und Dennis entfernen sich in ihrer Einschätzung der Lage voneinander. Soll der Mörder ihres Kindes kompromißlos Auge um Auge mit dem Tod bestraft werden oder soll er mit einer Gnade bedacht werden, die er selbst nicht kannte, als er das Leben eines Jungen auslöschte, bloß weil dieser Junge homosexuell war? Erst die intensive Auseinandersetzung mit dem Menschen, der Matthew gewesen war, bringt den Eltern eine tiefere Sicht zum Umgang mit dem Mörder. Sie plädieren nun gegen die Todesstrafe, weil eine wahre Strafe nur das Leben sei, in dem der Täter jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde im Angesicht seines Verbrechens existieren müsse.
    Ende 2009 unterzeichnete US-Präsident Obama das während der Bush Präsidentschaft auf Eis gelegte, "Matthew Shepard Act" benannte Gesetz, welches für Verbrechen gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung härtere Strafen vorsieht. Ein wesentlicher Grund für den in den USA noch so weit verbreiteten Haß gegen Homosexuelle ist die Haltung der christlichen Kirchen, welche unter Berufung auf Bibelstellen Homosexualität als Sünde darstellen. Eine Verschärfung der Strafen wird kaum etwas bewirken, solange nicht entschieden gegen die menschenverachtende Religionsauslegung vorgegangen wird, die den Nährboden für Haßverbrechen bildet.
    (Pino DiNocchio)


    631399 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: keine
    Länge: 88 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
    Extras: Wendecover, Bildergalerie


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