BLOODY SUNDAY

  • Film DVD
  • deutsch + englisch
    110 Min.
    634549 DE

    Originaltitel: Bloody Sunday
    Regie: Paul Greengrass
    Musik:  
    Darsteller: James Nesbitt, Tim Pigott-Smith, Nicholas Farrell, Gerard McSorley, Christopher Villiers
    Großbritannien / Irland 2002

    BLOODY SUNDAY

    Aus angeblichen Sicherheitsgründen verbietet das britische Militärregime eine geplante Demonstration für Bürgerrechte in der nordirischen Stadt Derry. Die Menschen wollen sich dieser Beschneidung ihrer Rechte nicht beugen. Sie bestehen darauf, ihren friedlichen Protestmarsch gegen die britischen Unterdrücker am Sonntag, den 30. Januar 1972, durchzuführen. Die Organisatoren ändern allerdings die vorgesehene Route, um einer direkten Konfrontation aus dem Weg zu gehen.
    Die britische Armee umzingelt die Stadt mit schwerem Geschütz und postiert eine zusätzliche Einheit von Fallschirmjägern, eine besonders kampfgeschulte Elitetruppe, hinter den Straßenzügen. Der Befehl von ganz oben lautet, mit aller Härte vorzugehen. Es sollen Massenverhaftungen durchgeführt werden. Man will gezielt die jungen militanten IRA-Unterstützer festnehmen, die sich als Krawallmacher unter die Demonstranten mischen.
    Auf beiden Seiten ist die Stimmung äußerst aggressiv. Der Parlamentsabgeordnete Ivan Cooper eilt hektisch umher und versucht die aufgeheizten Gemüter zu beschwichtigen. Er appelliert an die Demonstranten, sich nicht provozieren zu lassen und Ruhe zu wahren. Doch Teilnehmer des Protestzugs wollen auf ihn hören. Die radikalisierten Jugendlichen führen Waffen mit sich, sie wollen sich angesichts des martialischen Aufzugs der Besatzungsarmee nicht mehr mit einem friedlichen Spaziergang begnügen. Ebenso findet Coopers Vermittlungsgesuch zur Entschärfung der Lage bei den Soldaten kein Gehör. Sein Status als Abgeordneter wird brüsk ignoriert. Seine eindringliche Warnung, daß auch Frauen und Kinder in dem Protestzug mitlaufen, stößt auf taube Ohren.
    An einer Straßenkreuzung schert eine Gruppe von IRA-Sympathisanten aus der Demonstration aus. Jetzt eskaliert die Situation. Der Demonstrationszug gerät außer Kontrolle. Es fliegen Steine auf die Soldaten. Die Einsatzleitung ist verwirrt, die Koordination zwischen den verschiedenen Trupps funktioniert nicht. Trotz sorgfältiger Planung können die Fallschirmjäger am Boden nicht vorrücken. Das Gelände in der Stadt ist anders als erwartet, und die Menschenmenge bewegt sich unkontrolliert. In den Straßen bricht Chaos aus.
    Plötzlich fallen Schüsse. Die Armee eröffnet das Feuer. Mit scharfer Munition schießen die Soldaten auf die Zivilisten. Einige ballern wahllos in die Menge, andere Schützen zielen direkt auf einzelne Personen und erschießen sie ohne Rücksicht darauf, wer sie sind. Ein alter Mann geht von einer Kugel getroffen zu Boden. Ein schon verletzt über die Straße kriechender Mann wird mit einem weiteren Schuß gezielt getötet. Minutenlang dauert das kriegerische Inferno. 27 Bürger werden bei dem Massaker an jenem Blutsonntag im nordirischen Derry von britischen Soldaten angeschossen, 13 von ihnen werden dabei getötet.
    Von Seiten der Armee heißt es, die Truppen seien angegriffen worden und hätten sich nur gewehrt. Keiner der beteiligten Soldaten wurde für die Morde zur Verantwortung gezogen. Statt dessen wurden sie von der britischen Königin geehrt. Der Bürgerkrieg in Nordirland ging weiter und wurde schließlich oberflächlich erstickt. Nordirland wird immer noch von den Briten beherrscht.

    Paul Greengrass zeigt die erschütternden Ereignisse des "Bloody Sunday" als Doku-Drama. Es wird keine fiktive Handlung erzählt. Die Kamera begleitet die Protagonisten wie aus der Perspektive eines Reporters. Dabei dringt sie als heimlicher Beobachter auch in die Kommandozentrale der Militärs ein und stellt besonders deren zwiespältiges Verhalten heraus. Es gibt unter den Kommandierenden Meinungsverschiedenheiten über die Vorgehensweise. Die Truppen sind mit der Situation an diesem Tag sichtbar überfordert. Nach der Darstellung von Greengrass gab es keinen expliziten Schießbefehl. Der erste Einsatz der Schußwaffen sieht aus wie eine eigenmächtige Panikreaktion. Dies löst bei einigen der mit blankem Haß auf die Iren geimpften Soldaten einen Blutrausch aus, so daß sie anfangen die wehrlosen Menschen mit ihren Gewehren niederzumähen. Unmittelbar nach der Katastrophe ist den Befehlshabern sofort klar, daß es für das Massaker keine akzeptable Erklärung gibt. Ihnen ist bewußt, daß das Militär bei dem Versuch, die ungenehmigte Bürgerdemonstration aufzuhalten, völlig die Kontrolle verloren hat. Die schlimme Wahrheit über das fatale Versagen der Truppen wird systematisch vertuscht und verfälscht - jedenfalls in der amtlichen Version der Geschichtsschreibung. Daher ist dieser enthüllende, wenngleich nicht ganz neutrale Film ein wichtiger Beitrag zur Aufklärung. (Pino DiNocchio)


    634549 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D
    Länge: 110 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Hinter den Kulissen, Interviews


    ©   2009 by TAMINGO Media Publishing