JACQUOU DER REBELL (TV 1969)

  • Film DVD
  • deutsch
    419 Min.
    635539 DE

    Originaltitel: Jacquou le croquant
    Regie: Stellio Lorenzi
    Musik: Georges Delerue
    Darsteller: Daniel Le Roy, Éric Damain, Henri Nassiet, Francis Claude, Lucien Barjon, Claude Cerval, Elisabeth Wiener, Paloma Matta, Fred Ulysse, Simone Rieutor, Charles Moulin, Jacques Danoville
    Frankreich 1969

    JACQUOU DER REBELL - Jacquou le croquant (TV 1969)

    Im Périgord, einer Region im Südwesten von Frankreich, besitzen zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Adligen und Gutsherren das Land. Die Bauern sind als Pächter kleiner Feldschollen der Willkür der Landbesitzer ausgesetzt. Der Kleinbauer Martin Féral kann wie viele andere seine Familie nur mit zusätzlicher Wilderei ernähren. Tapfer widersetzt er sich den ausbeuterischen Abgabenforderungen des despotischen Grafen von Nansac. Der Streit eskaliert, im Affekt erschießt Féral den gemeinen Steuereintreiber.
    In der Provinzhauptstadt Périgueux wird ihm 1819 der Prozeß gemacht. Er soll den Rest seines Lebens im Kerker verbringen. Sein kleiner Sohn Jacquou wird mit der Mutter aus dem Dorf vertrieben. In einem verfallenen Haus im Wald fristen sie ein erbärmliches Dasein. Dann erreicht Jacquou die Nachricht vom Tod des Vaters. Bald darauf stirbt auch seine Mutter an Krankheit und Hunger.
    Ganz allein auf sich gestellt, zieht der verwaiste Junge los, um irgendwo Arbeit und Obdach zu finden. Überall wird der Sohn des verurteilten Mörders abgewiesen. Erst viele Ortschaften weiter nimmt ein freundlicher Pfarrer den zerlumpten, ausgehungerten Knaben auf. Im Haus des Pfarrers Bonnal wird aus dem armen Bauernkind ein feiner Junge, der fleißig lernt. Und er trifft dort auf Leute, die dem ausbeuterischen, tyrannischen Grafen nicht gut gewogen sind. Frankreich hat bewegte Jahre hinter sich. Erst die Revolution, dann Napoleon, und nun ist wieder fast alles beim alten. Jacquous neue Freunde machen ihn mit verschiedenen politischen Sichtweisen vertraut. Jacquou muß seinen Haß zügeln. So sehr der Pfarrer ihm auch zuredet, Jacquou kann nicht vergessen und vergeben, daß der Graf seine Eltern auf dem Gewissen hat.

    Mit Episode 10 springt die Serie zum Jahr 1829. Jacquou ist jetzt ein Mann von 20 Jahren. Pfarrer Bonnal wird wegen seiner liberalen Geisteshaltung von der Kirche aus dem Amt gejagt. Bonnal geht zurück in sein Heimatdorf und wird Bauer. Jacquou bleibt an seiner Seite. Er trifft seine Kindheitsfreundin Lina wieder.
    Die Reibereien mit der Obrigkeit finden kein Ende. Die Tyrannei der Großgrundbesitzer und die Arroganz der Kirche schüren den Widerstand der einfachen Bauersleute. Jacquou Féral wird zum Wortführer jener, die daran glauben, daß Gott für alle Menschen da ist. Es kommt zur offenen Konfrontation zwischen den Bauern und dem mit der Kirche im Bunde stehenden Landadel. Lange hatte Jacquou seine Identität geheim gehalten. Jetzt gibt er sich zu erkennen, denn die Zeit ist gekommen, sich für den Tod seiner Eltern, den Raub seiner Kindheit und all das lange Elend an dem Grafen von Nansac zu rächen. Der Unmut in der Landbevölkerung ist so gewaltig, daß Jacquou jetzt die Massen hinter sich hat. Er zettelt eine offenen Bauernaufstand mit einem Sturm auf das verhaßte Schloß an...

    Aus der Sicht von Jacquou erzählt die TV-Serie ein Stück französischer Geschichte. Es ist ein Teil des langen Kampfs, die mit der Revolution deklarierten Bürgerrechte umzusetzen. Wir befinden uns in der Zeit der Restauration. Es sitzt wieder ein König auf dem Thron. Republikaner, Monarchisten, Bonapartisten - alle streben in diesen wirren Jahren danach, Frankreichs Zukunft zu bestimmen. Die landlosen Bauern fordern Menschenrechte. Die 1899 publizierte Romanvorlage von Eugène Le Roy war inspiriert von einer als "jacqueries des croquants" bezeichneten historischen Serie von Volksaufständen gegen wuchernde Steuern und Abgaben, die über das 17. Jahrhundert die Provinzen im Südwesten Frankreichs erschütterten.
    Kinderdarsteller Éric Damain brennt sich mit seinem Talent, ein ewig trauriges Gesicht zu machen, in die Seele des Zuschauers ein. In dem behäbigen Tempo, mit dem um die 1970er Jahre herum die Fernsehmehrteiler dahinflossen, begleitet die Kamera den Lebensweg des kleinen Bauernjungen. Die langen, bedächtigen Bildeinstellungen vermitteln das Gefühl der endlosen Trostlosigkeit, die den kargen Alltag der einfachen Leute in jener Zeit bestimmte. Beeindruckend ist die Leidensfähigkeit des Kindes. Mit stoischer Ruhe stellt sich Jacquou seinem Schicksal - in jedem Augenblick stets mit der Gewißheit im Herzen, daß er es dem Grafen eines Tages bitter heimzahlen würde. (Pino DiNocchio)



    635539 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 419 Min.
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33
    Extras: Wendecover
    - minus - Es fehlt der französische Originalton


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