MAY

  • Film DVD
  • deutsch + englisch
    90 Min.
    641179 DE

    Originaltitel: May
    Regie: Lucky McKee
    Musik:  
    Darsteller: Jeremy Sisto, Anna Faris, Angela Bettis
    USA 2001

    MAY - Die Schneiderin des Todes

    May ist eine junge, durchaus hübsche, aber extrem schüchterne und ein bißchen naive Frau, die in einer Tierklinik arbeitet und keinerlei Freunde hat, außer einer Puppe, die sie als Kind geschenkt bekommen hat, und die sie in einer kleinen Vitrine aufbewahrt. Mit ihr redet May wie mit einem Menschen. Eine leicht morbide Ader scheint auch hin und wieder durch. Als sich May in den gut aussehenden Adam verliebt, probiert sie zunächst etwas unbeholfen, seine Aufmerksamkeit zu erringen, was ihr schließlich auch gelingt. Doch unerfahren in Liebesdingen und durch ihre manchmal etwas seltsame Art zieht sich Adam wieder von ihr zurück. Wäre da nicht die lesbische Arbeitskollegin Polly, die ein wenig in May verknallt ist, wäre es wahrscheinlich schon früher zu einer Katastrophe gekommen, so explodiert May jedoch erst, als sie herausfindet, daß Polly nebenher auch noch andere Freundinnen hat. Als schließlich auch noch die geliebte Puppe kaputt geht, beschließt May, sich nun einen eigenen Freund zu schaffen. Ihre schneiderischen Fähigkeiten und die Erfahrung aus der Tierklinik helfen ihr auf der Suche nach den perfekten Körperteilen für den perfekten Freund…

    Ich muß zugeben, aufgrund des trashigen deutschen Titels hatte ich mich zunächst nicht besonders um diesen Film gekümmert. Nachdem ich aber aus verschiedenen Quellen nur Gutes darüber hörte, besorgte ich mir den Film schließlich und bin ziemlich begeistert. "May" ist den größten Teil der Handlung über eher ein Drama über eine einsame junge Frau, das erst im letzten Drittel zu einem ziemlich blutigen Horrorfilm mit Slasher-Elementen wird. Getragen wird die ganze Geschichte fast ausschließlich von Hauptdarstellerin Angela Bettis, die in ihre Figur große Intensität legt und die labile Frau mit fast schon schizophrenen Zügen absolut überzeugend rüber bringt. Man hat bis zum Schluß Mitleid mit May und wünscht ihr von ganzem Herzen, daß sie endlich einen echten Freund findet, der ihrem Leben ein wenig Abwechslung und Stabilität gibt. Selbst zum tragischen Ende hin erwischt man sich dabei, daß man denkt, daß es den Opfern ganz recht geschieht, was mit ihnen passiert. Angela Bettis hat ein bißchen eine ähnliche Ausstrahlung wie Mena Suvari in einigen ihrer Filme, und das ist ja nun sicher kein Vergleich, für den man sich schämen müßte. Daß der Film einige ausgesprochen erotische Momente hat, ohne daß auch nur ein blanker Busen zu sehen ist, darf man ebenfalls den guten Schauspielern zuschreiben. Sehr gut ist auch eine Szene, in der blinde Kinder mit blanken Händen und Knien auf dem mit Glasscherben übersäten Boden ihrer Tagesstätte herumkrabbeln, da kann man die Schmerzen als Zuschauer fast körperlich spüren. Ausgesprochen gelungen ist auch Adams Kurzfilm, den er May vorführt. Darin ist ein Liebespaar zu sehen, das sich erst leidenschaftlich küßt und schließlich im wörtlichen Sinne auffrißt. Der Film im Film ist derart gut gemacht, daß man ihn gerne mal komplett sehen würde. Und natürlich denkt May, daß Adam auf das steht, was er gefilmt hat und paßt sich dementsprechend an, was Adam aber doch nur verstört. Erwähnen sollte man auch noch die für den Film ausgewählte Musik, die zum Teil aus Songs von alternativen Rockbands wie zum Beispiel den großartigen Breeders stammt und den Film zusätzlich aus der Masse heraus hebt. Sicherlich ist "May" kein zukünftiger Klassiker des Genres, aber doch ein durch und durch solider, ungewöhnliche Wege gehender Film, der den einen oder anderen Akzent setzen kann, den man nicht schon in tausend anderen Filmen gesehen hat. (Alexander Pohle)


    641179 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D
    Länge: 90 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Audiokommentar, Production Notes


    ©   2003 / 2004 by TAMINGO Media Publishing