DER SOHN DER ANDEREN

  • Film DVD
  • mehrsprachige OF
    105 Min.
    deutsche Untertitel
    644386 DE

    Originaltitel: Le fils de l'Autre
    Filmlänge: DVD 97 Min. ohne Abspann
    Regie: Lorraine Lévy
    Musik:  
    Darsteller: Jules Sitruk, Mehdi Dehbi, Emmanuelle Devos, Pascal Elbé, Areen Omari, Khalifa Natour, Mahmud Shalaby
    Frankreich 2012

    DER SOHN DER ANDEREN - Le fils de l'Autre

    Beim medizinischen Eignungstest für den Militärdienst bei den Truppen des "State of Israel" erfährt der 17jährige Joseph, daß er genetisch nicht das Kind seiner Eltern sein kann. Recherchen bringen ans Licht, daß Joseph nach der Geburt im Krankenhaus von Haifa vertauscht wurde. Die Stadt im jüdischen Teil Palästinas war damals 1991 im Golfkrieg um Kuwait von Iraks Diktator Saddam Hussein mit Raketen beschossen worden. In der Hektik eines Luftalarms waren bei der Evakuierung die Neugeborenen der jüdischen Familie Silberg und der arabischen Familie Al-Bezaaz verwechselt worden.
    Der als Araber im Westjordanland aufgewachsene Yacine Al-Bezaaz ist der biologische Sproß des jüdischen Ehepaars Silberg, und der als Jude in Tel Aviv aufgewachsene Joseph Silberg ist der leibliche Sohn des arabischen Ehepaars Al-Bezaaz. Für alle Beteiligten ist das ein fürchterlicher Schock, der ihr Leben komplett zerstört. Für die Väter ist es eine Katastrophe. Beide Männer fühlen sich in ihrer Ehre tief gedemütigt, weil sie irrtümlich ein Kind des Erzfeindes aufgezogen haben.
    Auf einer Seite die Juden, die das Land der Araber geraubt und die Palästinenser mit militärischer Gewalt im besetzten Westjordanland in Ghettos eingesperrt haben, weswegen sie sich jetzt vor deren verzweifeltem Widerstandskampf fürchten. Auf anderer Seite das arabische Volk von Palästina, das in seinem eigenen Land von den Juden eingemauert wurde, um es langsam auszurotten. In diesem existentiellen Kampf gibt es nur Leben oder Tod. Das sind nicht nur starre Vorurteile.
    Die Frauen reagieren besonnener. Das mag vielleicht ihr mütterlicher Instinkt bewirken. Sie setzen auf Verständigung. Orith und Leila arrangieren einen Kontakt, ein Treffen der unglückseligen Söhne. Die beiden Jugendlichen stürzt die Nachricht in eine schwere Identitätskrise. Bin ich nicht mehr Ich? Muß ich jetzt die Seiten wechseln und der Andere werden? Yacine kehrt gerade aus Frankreich zurück, wo er zum Stolz der Familie die Schule besucht und das Abitur gemacht hat. Joseph, eher ein Träumer und Poet, möchte Musiker werden. Nach der ersten Panik ist für Joseph und Yacine schnell klar, daß sie ihr bisheriges Leben so beibehalten wollen. Die zwei Jungs verstehen sich überraschend gut. Beide sind weltoffene, moderne Menschen, die mit den archaischen ethnischen und religiösen Konflikten in ihrer Heimat lieber nichts zu tun haben wollen. Eher begreifen sie sich nun als Brüder.

    Eindrücklich zeichnet der Film für jedes betroffene Familienmitglied dessen ganz persönlichen Konflikt nach. Joseph und Yacine sind überwältigt davon, die instinktive Zuneigung ihrer leiblichen Mütter zu spüren, und diese sind berührt von den Söhnen, die sie geboren haben. Ein schwieriger Prozeß ist es für die Männer. Sie kommen nicht so einfach darüber hinweg. Regisseurin Lorraine Lévy schreibt daher den dominanten Müttern die Funktion zu, die Männer von dem notwendigen Schritt zu überzeugen.
    Yacines großer Bruder Bilal ist zornig, er fühlt sich verraten. Hat er doch schon seinen jüngsten Brüder im Krieg verloren. Firaz war noch ein Kind gewesen. Der Haß auf die Juden ist groß bei den im Westjordanland eingeschlossenen Palästinensern. Da ist aber auch die Verlockung, durch die neuen Familienbande in das wohlhabende jüdische Gebiet Palästinas reisen zu können, wo der "State of Israel" seinen Machtbereich hat. Bilal folgt Yacine und Joseph neugierig in das Erlebnis von Großstadt, Strand, Party, Ferienjob, Freiheit, Straßenkriminalität. Die Zukunft ist offen und doch unweigerlich vorherbestimmt für diese jungen Leute, so wie das immer endet in diesen Geschichten, die den Nahost-Konflikt mit Einzelschicksalen eliminieren wollen. (Pino DiNocchio)



    644386 DE
    Tonspur: Mehrsprachige Originalfassung (Französisch, Englisch, Arabisch, Hebräisch)
    Untertitel: D
    Länge: 105 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
    Extras:  
    - minus - Covermotiv mit Zensurzeichen überdruckt


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