MACHUCA - MEIN FREUND

  • Film DVD
  • deutsch + spanisch
    116 Min.
    649869 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Machuca
    Regie: Andres Wood
    Musik:  
    Darsteller: Matias Quer, Ariel Mateluna, Manuela Martelli
    Chile / Spanien / Großbritannien / Frankreich 2004

    MACHUCA - MEIN FREUND

    Chile 1973. Das südamerikanische Land steckt in einer tiefen Krise und steht kurz vor einem Bürgerkrieg. Die reaktionäre Oberschicht des reichen Bürgertums mobilisiert zu Massendemonstrationen und wirtschaftslähmenden Streiks gegen die gewählte sozialistische Regierung des Präsidenten Salvador Allende.
    In der katholischen Privatschule St. Patrick holt der Pater ein paar Kinder aus ärmeren Familien in den Unterricht. Auch sie sollen die Chance für eine gute Bildung haben, auch wenn sie sich das Schulgeld und die Uniform nicht leisten können. Es gibt natürlich Reibereien, die feinen arroganten Schnösel der Reichen mögen die neuen Mitschüler nicht.
    Gonzalo Infante, ein verwöhnter und überfütterter Junge aus wohlhabendem Elternhaus, freundet sich trotz Spott und Hohn von den Kameraden mit Pedro Machuca, einem der Jungen aus der ärmlichen Siedlung vom Stadtrand an. Gonzalo entdeckt, daß es außerhalb seiner behüteten Welt Menschen gibt, die nicht so viele schöne Dinge besitzen und nicht ein so angenehmes Leben haben. Doch sie kennen dafür andere Freuden.
    Zusammen mit dem frechen Mädchen Silvana erleben die beiden ungleichen Jungen aufregende Dinge. In den Straßen von Santiago geraten die Kinder in gewaltsame Auseinandersetzungen. Linke Regierungsanhänger und rechte Oppositionelle gehen bei Demonstrationen wütend aufeinander los. Es sind Bürger aus allen Schichten, auch Gonzalos Familie beteiligt sich auf der Seite der Rechten an den Protesten, während ihr Sohn mit seinen neuen Freunden bei den Kommunisten mitmarschiert, ohne wirklich zu begreifen, was er da tut.
    Am 11. September gipfelt die Krise in einem blutigen Militärputsch. Präsident Allende wird gestürzt. Die Armee übernimmt auch die Kontrolle über die Schule. Auch dort wird eine antikommunistische Säuberungsaktion durchgeführt. Die Priester werden verhaftet, ein neu eingesetzter Kirchenvertreter segnet das neue Regime. Die Kinder aus dem Armenviertel werden aussortiert. Gonzalo wird Zeuge von Massakern, die von den Soldaten begangen werden. Verzweifelt versucht er seinem Freund Machuca zu helfen, doch es ist nicht mehr möglich, er muß seine eigene Haut retten...

    Der Film zeichnet nach, wie der Konflikt zwischen Linken und Rechten sich im Jahr 1973 hochschaukelt und eskaliert. Grundkenntnisse der chilenischen Geschichte jener Tage muß der Zuschauer schon mitbringen. Dies gehört aber zu einer vernünftigen Weltbildung. Gegenstand des Films ist nicht eine umfassende historische Darstellung oder gar Analyse, sondern die persönliche Geschichte zweier Kinder vor dem Hintergrund der Ereignisse.
    Für die Kinder ist es in der aufgepeitschten Stimmung schwer, ihre Freundschaft zu halten. Zu unüberbrückbar sind die Gegensätze, zu tief sitzt der Haß auf beiden Seiten.
    Die Hauptfigur ist Gonzalo, der Junge aus privilegierten Verhältnissen. Trotz materiellem Wohlstand fehlt ihm etwas. Er findet in seiner Familie zu wenig Aufmerksamkeit, fühlt sich gleichzeitig überbemuttert und abgeschoben. Die Kompensation dieses Ungleichgewichts ist die treibende Kraft bei seiner Hinwendung zu einem anderen Milieu. Für Gonzalo fällt dabei sein bisheriges Weltbild zusammen. Die tieferen sozialen und politischen Zusammenhänge kann er aber noch nicht erfassen. Es ist eine naive Neugier und ein pures, vorurteilsfreies Gefühl, was ihn beharrlich und bis zum bitteren Ende an der Seite des Freundes Machuca stehen läßt.
    Was aus dem Jungen Gonzalo nach diesen dramatischen Kindheitserlebnissen geworden ist, mag das Publikum nur selbst erahnen. (Pino DiNocchio)


    649869 DE
    Tonspur: Deutsch / Spanisch
    Untertitel: D
    Länge: 116 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Making of, Interviews


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