NAPOLA - ELITE FÜR DEN FÜHRER

  • Film DVD
  • deutsch
    115 Min.
    651509 DE
  • Soundtrack CD
  • Angelo Badalamenti + Normand Corbeil / Score370611

    Originaltitel: Napola - Elite für den Führer
    Regie: Dennis Gansel
    Musik: Angelo Badalamenti, Normand Corbeil
    Darsteller: Max Riemelt, Tom Schilling, Jonas Jägermeyr, Devid Striesow, Joachim Bißmeier, Michael Schenk, Justus von Dohnányi, Florian Stetter, Alexander Held, Sissy Höfferer
    Deutschland 2004

    NAPOLA - ELITE FÜR DEN FÜHRER

    Gerade mit der Schule fertig, findet Friedrich Weimer dank seines herausragenden Sporttalents als Boxer Aufnahme in eine Elite-Anstalt der Nazis. An der NAPOLA werden Jugendliche für die zukünftigen Führungspositionen des "Tausendjährigen Reichs" ausgebildet. Gegen den Willen seines Vaters, welcher gegen die Nazis eingestellt ist, nimmt der 17jährige Friedrich die Chance wahr. In der NAPOLA spielt die soziale Herkunft keine Rolle, hier hat der Junge aus dem Arbeitermilieu dieselben Möglichkeiten wie jeder andere: Es zählt allein seine Leistung - und natürlich seine tatkräftige Treue zu Volk und Führer!
    In einer malerischen Ritterburg befindet sich das Internat, wo der Nachwuchs für die Elite des Führers mit militärischem Drill herangezogen wird. Hier gibt es alles, was die Jungen begeistert: Sie können viel Sport treiben, unter optimalen Bedingungen trainieren und sich austoben, ihre überbordende jugendliche Energie loswerden, sich in halbstarken Rivalitätskämpfen üben. Friedrich soll der beste Boxer werden und für seine Schule den Meisterschaftstitel holen. Es geht seinen Weg, ohne Fragen zu stellen; ohne Zweifel an Sinn und Richtigkeit dessen zu haben, was von ihm verlangt wird. Sein bester Freund wird ein Mitschüler, der gegensätzlicher nicht sein könnte. Der Sohn des Gauleiters Stein steht unter besonderem Druck, weil er die hohen Erwartungen seines von der Nazi-Ideologie besessenen Vaters nicht erfüllen kann. Albrecht Stein ist ein schmächtiger, sensibler Junge, ein Denker und Philosoph, der an dem System und der Gewalt zweifelt. Friedrich muß miterleben, wie sein Kamerad Albrecht in einen immer auswegloseren Konflikt mit dem strengen Nazi-Vater gerät, was schließlich in einer Tragödie endet...

    Eines fällt sofort auf: Es wurde ein richtiger Score komponiert. Das ist ein Luxus, den sich die meisten deutschen Filmproduzenten sparen - zu ihrem eigenen Schaden, denn der Film erhält gerade durch die atmosphärische Musik des Gespanns von Angelo Badalamenti und Normand Corbeil seine durchdringende Stimmung. Sehr ausdrucksstarkes emotionales Schauspiel der beiden Hauptakteure Max Riemelt und Tom Schilling verschafft dem Drama eine überzeugende Tiefe. Dazu kommt die Faszination an sich, die von der bizarren Jugendkultur der Nazis ausgeht. Mit umfangreichen Recherchen und Berichten von Zeitzeugen hat der Regisseur ein möglichst wirklichkeitsgetreues Bild der NAPOLA erarbeitet. Das daraus zusammengebaute Drehbuch würfelt die verschiedenen Aspekte und allerlei auf authentischen Einzelerlebnissen basierende Vorkommnisse zu einer flüssigen Story zusammen. In dem Eifer möglichst viele Facetten der NAPOLA zu zeigen, sind ein paar überflüssige Handlungsstränge entstanden und einige Dinge leider auch zu wenig ausgearbeitet worden.
    Der selbstformulierte Anspruch des Regisseurs Dennis Gansel war es, den Prozess der Verführung aufzuzeigen und so eine Antwort zu finden auf die Frage, wie es dazu kommen konnte, daß die Jugendlichen den Nazis so bedingungslos gefolgt sind. Dies gelingt dem Film nur bedingt. Der Erklärungsversuch ist so naiv wie es die Opfer sind. Daß die Jungs mit Sport und Spiel geködert wurden, ist nämlich nur eine Hälfte der historischen Wahrheit. Die andere Hälfte - die Dennis Gansel im Film überhaupt nicht zur Sprache bringt - besteht aus dem Umstand, daß das Volk in seiner Mehrheit aus einer Masse von unselbständigen Herdentieren bestand. Die Fähigkeit sich in politischen Dingen eine eigene Meinung zu bilden und diese zu vertreten, das war zu jener Zeit noch nicht weit verbreitet. Lieber entzog man sich schwierigen Realitäten und ließ die Herrschenden walten, so wie man es seit Jahrhunderten getan hatte.
    Bei Figuren wie Friedrich ist ein erschreckender Mangel an moralischem Bewußtsein festzustellen. Friedrich ist kein schlechter Charakter, nur ein Einfaltspinsel, der nicht den scharfen Intellekt seines Gegenparts Albrecht besitzt. Er gibt sich selbst auf, unterdrückt seine anfänglich noch vorhandenen Skrupel, läßt die menschenverachtende Ideologie an die Stelle seiner eigenen persönlichen Gefühle treten. Erst durch ein Schockerlebnis findet er zu sich selbst zurück, greift nach dem Keim von Gewissen, der noch in ihm steckt, und zieht sich daran wie am eigenen Schopf in letzter Minute auf dem Sumpf. Ein fast märchenhaftes Ende, wäre da nicht das tragische Opfer. (Pino DiNocchio)


    651509 DE
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 115 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:2.35
    Extras: Audiokommentar, deleted Scenes, Interviews


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