SIE NANNTEN IHN AMIGO

  • Film DVD
  • deutsch
    60 Min.
    657399 DEnicht mehr im Handel
  • Film DVD
  • deutsch
    60 Min.
    657397 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Sie nannten ihn Amigo
    Regie: Heiner Carow
    Musik:  
    Darsteller: Ernst-Georg Schwill, Dietmar Simon, Bernd Trewendt, Erich Franz, Fred Düren, Angelika Hurwicz, Wilhelm Koch-Hooge
    Deutschland (Ost) 1959

    SIE NANNTEN IHN AMIGO

    Im August 1939 rollen Güterzüge durch Berlin, in denen Häftlinge in Straflager transportiert werden. Einem Gefangenen gelingt mit Hilfe eines anonymen Eisenbahnsaboteurs aus dem Anti-Nazi Widerstand die nächtliche Flucht aus dem Zug. Der Mann versteckt sich in einem Hinterhofkeller, wo er von spielenden Kindern entdeckt wird. Der 15 Jahre alte Rainer, den alle nur "Amigo" nennen, erkennt an der roten Farbe des Aufnähers am Sträflingsanzug, daß der Mann kein Krimineller ist, sondern ein politischer Gefangener. Sein eigener Vater hatte als kommunistischer Arbeiter im Gefängnis gesessen und war übel mißhandelt worden. Rainer weiß, daß die Nazis Verbrecher sind. Nur, laut sagen darf man das nicht.
    Der entflohene Genosse warnt den Jugendlichen eindringlich, er solle sich und vor allem seinen Vater durch ihn nicht in Gefahr bringen. Rainer läßt sich nicht davon abbringen, dem Mann zu helfen. Nur sein kleiner Bruder Horst und dessen Spielkamerad Axel Sinewski, genannt, "Sine", wissen von dem versteckten Flüchtigen. Amigo schwört die Jungen auf absolute Verschwiegenheit ein. Aber Sines Vater ist Beamter bei der SS, der auch seinen Sohn gerne in der HJ-Uniform sehen möchte. Der Junge ist im Zwiespalt, ob er seinem Nazi-Vater gehorchen und den entflohenen Mann denunzieren soll, oder ob es richtiger ist, das Geheimnis seines Kumpels Amigo zu wahren. Nach einem heftigen Schlagabtausch mit Amigo entschließt sich Sine für die mutigere Wahl: dem allein wegen seiner politischen Meinung mit dem Tod bedrohten Pepp zu helfen!
    Doch bei ihrer Hilfsbereitschaft begehen die Jungen einen fatalen Fehler. Sine gerät in Bedrängnis, verstrickt sich in Widersprüche und wird schließlich beim Polizeiverhör weichgeklopft, seine Freunde zu verraten! Für den jugendlichen Rainer endet sein couragiertes Verhalten im KZ...

    Im Intro des DDR-Films von 1959 gibt es eine unerträgliche Collage mit übelster antifaschistischer Propaganda, in der die Melodie der österreichischen Kaiserhymne, welche nach dem 1. Weltkrieg auch in Deutschland als Nationalhymne übernommen worden war und nach dem 2. Weltkrieg auch in der BRD weiter als provisorische Staatshymne verwendet wurde, laut ertönt und dadurch als musikalisches Symbol für die im Namen Deutschlands begangenen Verbrechen der Nationalsozialisten verunglimpft und mißbraucht wird. Der ganze Film ist ein Propagandawerk sowjetischer Machart, das den Faschismus verdammt und zugleich den Sozialismus stalinistischer Prägung als einzige glückverheißende Gesellschaftsform anpreist. Solches demagogisches Getöse der Verquickung von Faschismuskritik mit der Verherrlichung des Sozialismus kann man heute nur noch als Dokument der Zeitgeschichte rezipieren.
    Bizarrerweise wurde in der DDR der couragierte Widerstand gegen die Nazis glorifiziert, es wurde dabei an die Eigenverantwortlichkeit der Bürger appelliert, erkanntem Unrecht nicht tatenlos zuzuschauen und nötigenfalls auch gegen den Staat aufzustehen; von Wehrhaftigkeit gegenüber dem totalitären SED-Regime war aber keine Rede.
    Abseits der massiven, ideologisch bedingten inhaltlichen Kritik bleibt "Sie nannten ihn Amigo" ein Film von hoher Qualität. Blendet man das politische Korsett aus, dann zeigt sich der Film als engagiert inszeniertes Jugenddrama. In der visuellen und dramaturgischen Umsetzung der Handlung konnte das Team der DEFA weitgehende künstlerische Freiheit in Anspruch nehmen. Die spezifischen Stilmittel des Schwarzweiß-Films mit dem spannungsreichen Spiel von Licht und Schatten wurden meisterhaft eingesetzt. Der damals schon 20jährige Ernst-Georg Schwill wirkt etwas zu kräftig für den Knaben, den er darstellen soll. Vom Alter her passender besetzt und schauspielerisch beeindruckender ist Dietmar Simon in der Rolle des Jungen "Sine", der als Laie eine klasse Leistung zeigt. (Pino DiNocchio)


    657399 DE
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 60 Min.
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33 - s/w
    Extras:  


    657397 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 60 Min.
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33 - s/w
    Extras: Wendecover


    ©   2006 / 2009 by TAMINGO Media Publishing