HERZ AUS STEIN

  • Film DVD
  • deutsch
    81 Min.
    658041 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Herz aus Stein
    Regie: Nicos Ligouris
    Musik:  
    Darsteller: Mathieu Carriere, Marcus Fleischer, Helga Göring, Dorota Zienska, Christian Trautsch, Orhan Güner
    Deutschland 1994

    HERZ AUS STEIN

    Wolfgang (13) lebt in Berlin auf der Straße. Er liebt die Freiheit, auch wenn es nicht immer einfach ist, den Magen voll zu bekommen, einen trockenen Schlafplatz zu finden und den Bullen aus dem Weg zu gehen. Sein bester Kumpel Sebastian hat immer eine Idee; nur ist er oft wegen der Einnahme von Drogen und Tabletten nicht ansprechbar.
    In der Plastiktüte eines toten Obdachlosen findet Wolfgang den abgeschlagenen Kopf einer Statue und dazu den Hinweis, daß der Besitzer der Skulptur für die Rückgabe des entwendeten Objekts 5000 Mark Belohnung zahlen will. Wolfgang macht sich auf zu der Adresse in einem Villenviertel. Dort wohnt eine alte Frau, die nach einem Schlaganfall vollständig gelähmt ist. Sie wird von einer polnischen Krankenschwester gepflegt und täglich von ihrem Sohn besucht, welcher den Jungen im Garten prompt erwischt.
    Den Grund für sein Kommen hält Wolfgang zunächst versteckt. Herr Reuter zeigt ungewöhnlich viel Verständnis für den jungen Herumtreiber und bietet ihm an, er könne in der Gartenlaube wohnen. Wolfgang hat nichts dagegen, sich eine zeitlang hier zu erholen, ohne etwas dafür tun zu müssen. Es ist ruhig und sicher, und die Krystyna sorgt sich mütterlich um Mahlzeiten und Wäsche. Nur die stumme alte Frau im Rollstuhl findet er gruselig.
    Es läßt sich aber nicht vermeiden, daß Wolfgang hin und wieder mal eine Stunde auf sie aufpassen muß, wenn sie regungslos im Garten sitzt und auf die kopflose Statue starrt. Die einzige Art sich mitzuteilen besteht in einem Apfel, den die gelähmte Frau in der Hand hält und durch ihre schlaffen Fingen auf die Erde fallen läßt, wenn sie etwas ausdrücken möchte. Wolfgang ist davon genervt, weil er nicht versteht, was sie sagen will. Dann aber kommt er auf die Lösung. Er erkennt, was sie von ihm will, und ihre Reaktion verändert sein abweisendes Bild von ihr...

    Ein absurder Zustand herrscht in der Villa. Die alte Dame und ihr Sohn haben ein qualvoll gestörtes Verhältnis zueinander. Reuter hat eine Ehefrau und einen gut bezahlten Führungsjob in einer anderen Stadt. Aus einem Pflichtbewußtsein heraus pendelt er beinahe täglich, um seine kranke Mutter zu sehen und die polnische Pflegerin zu vögeln. Der Teenager, der plötzlich in Unterhose im Garten vor ihm steht, erinnert ihn an seine eigene verlorene Kindheit. Wolfgang weckt in ihm die Sehnsucht, mit einem eigenen Sohn die Jugend nachzuholen, die er nicht hatte. Schlußendlich ist es der erwachsene Reuter, dem durch das Auftauchen des Jungen die Augen geöffnet werden. Endlich kann er loslassen.
    Die Figur Wolfgang, sehr anrührend und mutig gespielt von Laiendarsteller Marcus Fleischer, verhält sich recht abgeklärt, aber auch wachsam und vorsichtig. Als Straßenkind weiß Wolfgang Chancen zu nutzen. Daraus resultiert eine gewisse Spielermentalität. Seinen Gewinn verdreifacht er sozusagen, indem er neben der Geldsumme auch noch eine Zeit faulen Lebens in der Reuter Villa und eine Lektion in menschlicher Regung mitnimmt. Die vom Schlaganfall getroffene Frau ist kein Zombie. Sie zeigt Wolfgang, daß Leben in ihr ist. Wie ihr Sohn erfährt auch sie durch den Jungen eine Erinnerung an eine persönliche Vergangenheit, die sie zutiefst bedauert.
    (Pino DiNocchio)



    658041 DE
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 81 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras:  
    - minus - Covermotiv mit Zensurzeichen überdruckt


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