DIE HAUSSCHLÜSSEL

  • Film DVD
  • italienisch
    102 Min.
    englische Untertitel
    661054 UK

    Originaltitel: Le chiavi di casa
    Regie: Gianni Amelio
    Musik:  
    Darsteller: Kim Rossi Stuart, Charlotte Rampling, Andrea Rossi, Alla Faerovich, Pierfrancesco Favino
    Italien / Frankreich / Deutschland 2004

    DIE HAUSSCHLÜSSEL - Le chiavi di casa

    Vor 15 Jahren hatte es Gianni nicht verkraften können, daß sein Sohn behindert geboren wurde. Er hatte Frau und Kind sitzenlassen und den Schicksalsschlag aus seinem Leben verdrängt. Nun, wo er eine neue Familie und eine gesundes, 8 Monate altes Baby hat, wird er unerwartet mit der Vergangenheit konfrontiert. Jetzt soll er Paolo zum ersten Mal sehen. Er soll seinen kranken Sohn von Italien nach Berlin begleiten, wo er in einer Klinik behandelt wird. Paolo hat verkrümmte Beine, er kann sich nur mit einem Hilfsgerät mühselig humpelnd fortbewegen. Bei fast allen Dingen des Alltags benötigt er Hilfestellung. Auch geistig ist der 15jährige auf einem kindlichen Stadium zurückgeblieben. Aber in seinem reinen Herzen ist Paolo ein lieber Kerl, der trotz seiner sichtbaren Behinderungen mit seinem Charme auf die Mitmenschen sympathisch wirkt.
    Für Paolo ist sein unbekannter Vater kein Fremder. Der vertrauensselige Junge kennt keine Scheu, er ist gegenüber allen Leuten offen. Wie ein zutrauliches Tier unterscheidet er die Menschen nicht. Gianni fällt es sehr viel schwerer, sich auf das ungewohnte Kind einzulassen. Im Krankenhaus begegnet Gianni der Mutter eines schwerstbehinderten Mädchens. Zuerst leugnet er gegenüber Nicole, daß Paolo sein Sohn ist. Aber Nicole durchschaut ihn sofort. Sie hat das alles schon lange zuvor durchgemacht. Mit direkten Worten sticht sie in Giannis seelische Wunde. Er schämt sich, daß er damals vor seinem behinderten Kind fortgelaufen ist. Mit Nicoles lebenserfahrenen Worten auf der einen Seite und mit Paolos unwiderstehlicher Herzlichkeit auf der anderen Seite gelingt es Gianni langsam, den Jungen als seinen Sohn anzunehmen. Er lernt Paolo kennen und lieben. Er läßt sich von der Spontaneität mitreißen, bricht die qualvolle Therapie ab und unternimmt mit Paolo eine spontane Reise nach Norwegen, um dessen Brieffreundin Christine zu besuchen. Überwältigt von der Gefühlsregung will er den Jungen sogar mit zu sich in seine Familie holen. Aber dann kommen ihm wieder Zweifel, ob er der Belastung durch die mentale Beschränktheit des Jungen gewachsen ist...

    Völlig unpathetisch erzählt Regisseur Amelio eine anrührende Vater-Sohn Geschichte. Der Junge Paolo wird bestechend authentisch von Andrea Rossi gespielt, der an einer Muskelkrankheit leidet. Die Behinderung als solche ist aber nicht Gegenstand des Films. Damit wird jeder pseudomoralischer Exhibitionismus vermieden. Amelio konzentriert sich auf die Essenz der emotionalen Beziehung, die sich zwischen Vater und Sohn entwickelt. Er beschreibt den Prozeß, wie Gianni sich dem so lange zurückgewiesenen Kind vorsichtig nähert und sich in den Bann von dessen unbeschwerter Fröhlichkeit ziehen läßt. In der kindlich naiven Welt von Paolo ist für alle Platz, auch für den leiblichen Rabenvater. (Pino DiNocchio)


    661054 UK
    Tonspur: Italienisch
    Untertitel: E
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
    Extras: Interview, behind the Scenes, deleted Scenes


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