SILVER CITY |
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123 Min. | 663259 DE | nicht mehr im Handel |
| Originaltitel: | Silver City | ![]() |
| Regie: | John Sayles | |
| Musik: | Mason Daringe | |
| Darsteller: | Chris Cooper, Richard Dreyfuss, Danny Huston, Daryl Hannah, Billy Zane, Maria Bello, Kris Kristofferson, Thora Birch, James Gammon, Tim Roth | |
| USA 2004 |
Dickie Pilager will Gouverneur von Colorado werden. Immerhin ist sein Vater Senator, da möchte der Junior nicht nachstehen und ebenfalls im Politgeschäft Karriere machen. Leider hat er außer seinem etwas infantilen Machtverlangen keine besonderen Kompetenzen für so ein Amt. Die Öffentlichkeitsarbeit überläßt er seinem PR-Chef Chuck Raven. Für einen Wahlwerbespot läßt sich Pilager, ganz in volksnaher Pose, hemdsärmelig beim Angeln filmen - und fischt vor laufenden Kameras eine Leiche aus dem See! Wenn das nicht nach Sabotage aus den Reihen der politischen Gegner riecht!
Um Schadensbegrenzung bemüht, zieht Chuck Raven ein Detektivbüro hinzu, um die Herkunft des Toten aufzuklären - und zwar noch vor der Polizei. Ex-Reporter Danny O'Brian, der bei der Zeitung gefeuert worden war, weil er eine Story enthüllt hatte, für die ihm dann plötzlich die Beweise abhanden kamen, bekommt den Schnüffel-Job. Je näher Danny an die Hintergründe des rätselhaften Todesfalls kommt, desto gefährlicher wird es für ihn und seine Informanten. Die Spur führt zu illegalen mexikanischen Arbeitern, zu den Silberminen, zu einem ominösen Bauprojekt, und schließlich zu einer riesen Umweltsauerei. Davon will aber niemand etwas wissen. In dieser Gegend sind alle miteinander verflochten. Behörden und Medien sind Erfüllungsgehilfen für Wirtschaftsmagnate und Großinvestoren, Politikerclans wie die Pilagers vertreten letztlich auch ihre eigenen Interessen als Unternehmer. Für Danny scheint es unmöglich, den Filz aus Korruption, Sex, Verbrechen und Dummheit zu durchstoßen...
Die Polit-Satire auf die US-amerikanische Pseudo-Demokratie verteilt Seitenhiebe an die Bush-Administration. Im Gegensatz zu modernen Agit-Prop Ikonen wie Michael Moore verpackt Regisseur John Sayles seine Kritik am politischen System ohne Hektik und ohne großes Geschrei ganz unspektakulär in einen fiktiven Kriminalfall aus der Provinzpolitik. Darin zeigt sich mehr die stille Kritik, die wirklich an die Substanz des Systems geht. John Sayles macht aus politischen Mißständen kein Entertainment, er pickt nicht einzelne krasse Ereignisse aus ihren Zusammenhängen und inszeniert sie als Event. Vielmehr bietet er mit "Silver City" einen mit namhaften Schauspielern besetzten, unterhaltenden Film, der in der wirklichen Realität der Vereinigten Staaten spielt und nicht in einer vorgegaukelten Scheinrealität.
(Pino DiNocchio)
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663259 DE | |
| Tonspur: | Deutsch / Englisch | |
| Untertitel: | D, E | |
| Länge: | 123 Min. | |
| Bild: | 16:9 Widescreen 1:1.85 | |
| Extras: | Making of, Interviews |
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