CLEAN

  • Film DVD
  • englisch
    110 Min.
    ohne deutsche Untertitel
    665578 UK

    Originaltitel: Clean
    Regie: Olivier Assayas
    Musik:  
    Darsteller: Maggie Cheung, Nick Nolte, Beatrice Dalle, James Dennis, Don McKellar, Jeanne Balibar
    Kanada / Frankreich / Großbritannien 2004

    CLEAN

    Rockmusiker Lee Hauser stirbt im Hotelzimmer an einer Überdosis Heroin. Seine ebenfalls süchtige Frau Emily wird festgenommen und wegen Drogenbesitzes für sechs Monate ins Gefängnis gesteckt. Danach versucht die ex-Musik-TV Moderatorin in Paris ein neues Leben anzufangen. Methadon hilft ihr gegen die Entzugserscheinungen.
    Für die Zukunft hat sie nur noch eine Perspektive: Sie will ihren 5jährigen Sohn Jay zurückbekommen, der schon seit seiner Geburt von den Schwiegereltern in Kanada aufgezogen wird. Dafür muß sie von den Drogen loskommen und eine geregelte Arbeit finden. Das Wiedersehen mit ihrer früheren Geliebten Irene ist dabei nicht gerade hilfreich.
    Als Emily schließlich die Chance bekommt, ihren Sohn kennenzulernen, gibt es eine verblüffend offene Verständigung zwischen den beiden. Nach anfänglichem Zaudern gewinnt der Junge Zutrauen zu der ihm fremden Frau. Er versteht schnell, daß die böse Verurteilung, Emily trage die Schuld am Tod seines Vaters, die ihm die Großmutter eingetrichtert hat, nicht allen Seiten der Wahrheit gerecht wird.

    Emily ist kein in Selbstmitleid zerfließende Häufchen Elend. Sie hatte zuvor in ihrer Karriere im Musikgeschäft schon einiges erreicht, und sie kann sich auch wieder aus dem Sumpf ziehen. Ihre Persönlichkeit ist stark genug, die destruktive Phase ihres Lebens zu überwinden. Letztendlich ist sie sich in jedem Moment sehr bewußt, was sie tut. Sie kann auch ihre Zeit als Junkie souverän als Teil ihrer Biografie akzeptieren, sie hatte dabei ja auch ihr Vergnügen. Ihr ist völlig klar, daß sie nun eine andere Richtung einschlagen muß, um ihre Verantwortung als Mutter zu übernehmen.
    Die Konflikte tragen die Menschen hier in ihrem Inneren mit sich aus. Es gibt in der Frage um das Kind keine wirklich harten Auseinandersetzungen zwischen den Beteiligten. Alle gehen mit einem hohen Maß an Vernunft miteinander um. Besonders Schwiegervater Albrecht sieht die Situation völlig realistisch. Seine Frau, Oma Rosemary, ist schwer krank, die Hoffnung ist gering. Der alte Mann weiß, das das Kind seine Mutter brauchen wird.
    Es ist kein wirkliches Drama, denn es gibt viel Licht in dem Film. Es gibt einen Weg nach vorne. Maggie Cheung wirkt mit ihrem asiatischen Porzellangesicht etwas seltsam in der Rolle. Man könnte das aber auch so interpretieren, daß genau dies den ungewöhnlichen Charakter der Figur Emily als eine Person umschreibt, die sich nicht verbiegen läßt. Mit stilvollen Bildern und New Wave Musik erhält der Film eine ästhetische Atmosphäre irgendwo im Post-Gothic Neon-Look. (Pino DiNocchio)


    665578 UK
    Tonspur: mehrsprachige Originalfassung (englisch, französisch, kantonesisch
    Untertitel: E
    Länge: 110 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:2.35
    Extrasl: Interview mit Olivier Assayas


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