HERR DER FLIEGEN

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    87 Min.
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    87 Min. / Meisterwerke Edition
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    87 Min.
    667077 DE
  • Film BLU-RAY
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    91 Min.
    767077 DE

    Originaltitel: Lord of the Flies
    Regie: Peter Brook
    Musik: Raymond Leppard
    Darsteller: James Aubrey, Tom Chapin, Hugh Edwards, Roger Elwin, Tom Gaman, David Surtees, Simon Surtees, David Brunjes, Alan Heaps, Jonathan Heaps, Kent Fletcher
    Großbritannien 1963

    HERR DER FLIEGEN - Lord of the Flies (1963)

    Ein Flugzeug mit englischen Schuljungen stürzt über einer tropischen Insel ab. Kein Erwachsener überlebt das Unglück. Die Kinder sind auf sich allein gestellt.
    Mit knapper Mehrheit bestimmen sie bei einer Versammlung den pragmatisch denkenden Ralph zum Häuptling. Konkurrent Jack unterliegt bei der Wahl, obwohl er der Älteste ist und als Leiter einer Gruppe von Chorknaben sich deren Gefolgschaft sicher sein kann.
    Ralph führt, unterstützt von einem dicken Jungen mit Brille, der wegen seines Aussehens spöttisch Piggy genannt wird, sofort klare Verhaltensregeln für die Gemeinschaft ein. Ein großes Muschelhorn, das sie am Strand gefunden haben, wird immer geblasen, wenn eine Versammlung einberufen wird. Und reden darf immer nur einer, nämlich derjenige, der die Muschel in den Händen hält. Sie wird von Redner zu Redner weitergegeben, damit jeder gehört wird. Ralph teilt die Aufgaben ein. Er läßt Holz sammeln und auf einem Berggipfel ein Signalfeuer entzünden, damit Suchtrupps die Gestrandeten aus der Ferne finden können. Als Unterschlupf für die Nacht läßt er Hütten bauen. Essen in Form von Früchten gibt es reichlich. Meer und Strand laden zum Spielen und Baden ein. Die Kinder können sie wie im Paradies fühlen, keine Erwachsenen passen auf oder machen irgendwelche Vorschriften.
    Bald verschärft sich die Rivalität zwischen Jack und Ralph. Jack setzt andere Prioritäten. Er verschwendet keinen Gedanken an eine Rettung von der Insel. Vielmehr erfreut er sich der grenzenlosen Freiheit und des bevorstehenden endlosen Abenteuers. Nachdem im Wald Schweine gesichtet wurden, zieht Jack es vor auf die Jagd zu gehen und Fleisch zu beschaffen. Währenddessen geht das Signalfeuer aus, weil die eingeteilten Feuerwachen lieber mit Jack auf Beutezug gegangen sind. Ein vorbeiziehendes Flugzeug fliegt weiter, ohne auf der Insel etwas zu bemerken. Ralph und Piggy ist wütend, aber ihre Argumente stoßen nicht auf viel Interesse. Jack spürt, wie der Erfolg seiner Jagd ihm Bewunderung bei einer größer werdenden Zahl der Jungen einbringt. Er hat mit den Jägern ein Schwein erlegt, während Ralph nichts sichtbar Produktives geleistet hat. Zusätzlich stachelt Jack die Jungs mit der Behauptung auf, es würde eine wilde Bestie auf der Insel hausen, vor der es sich durch Krieger zu schützen gilt.
    Schließlich kommt es zum Bruch, die Gemeinschaft teilt sich in zwei Gruppen. Der charismatische Jack schart die Jäger um sich und errichtet ein neues Quartier in den Grotten der Küstenfelsen. Um Ralph wird es immer einsamer. Nur Piggy steht noch bedingungslos an seiner Seite. Der unbeliebte Fettkloß mit dem Schweinchengesicht hat auch keine Wahl, niemand sonst würde ihn bei sich haben wollen. Dabei besitzt Piggy das wertvollste Utensil auf der Insel: Seine Brille dient allen als Brennglas zum Feuermachen. Aber Jacks Leute nehmen sich die Brille bei Bedarf mit Gewalt, sie sind nicht auf Piggys Wohlwollen angewiesen. Jacks Führungsstil wird immer despotischer. Die Autorität und die Regeln, gegen die er bei Ralphs Anführerschaft protestiert hat, praktiziert Jack jetzt als Häuptling der Jäger selbst und noch deutlich härter. Ungehorsam wird mit Prügel bestraft.
    Nur der Einzelgänger Simon hält sich aus allem heraus. Der stille Junge streift meistens allein durch den Dschungel und beobachtet die exotischen Tiere, ebenso wie er aus der Distanz das Treiben der Schweinejagd und die sich dabei entwickelnden Rituale beobachtet. Simon entdeckt auch das Geheimnis, das sich hinter der legendären, furchterregenden Bestie verbirgt. Doch er hat keine Chance mehr, die anderen über seine Erkenntnis aufzuklären.
    An einem Abend, als die Jungen nach erfolgreicher Jagd sich bei einem Grillfest um das Lagerfeuer in Ekstase tanzen und zur Hatz auf die mythenumwobene Bestie blasen, kommt es zu einem schrecklichen Unfall. Es gibt einen Toten, und es wird nicht der Letzte sein. Ralph und Piggy sind in ihrem Glauben an Vernunft und Menschlichkeit tief erschüttert und fühlen sich völlig hilflos. Jack führt sein Regiment der Jäger unbeirrt weiter. Er duldet keine Kritik und keine Widersacher. Wer sich ihm nicht anschließt, soll sterben...

    Die erste filmische Adaption des 1954 erschienenen Romans von William Golding erzeugt konsequent die beklemmende Atmosphäre, wie sie das Buch beschreibt.
    Das macht schon die teilweise verstörende Musik mit den avantgardistischen, atonalen Klängen und Geräuschschleifen deutlich, die anstelle einer vollmundig orchestrierten Filmkomposition verwendet wurde. Im krassen Kontrast zu den lebensfrohen, sorglosen Abenteuerfilmen der Kinounterhaltung wird in Peter Brooks Leinwandinszenierung von "Herr der Fliegen" eine düstere, pessimistische Vision wahr. Kurz und prägnant, ohne akademischen Ballast, beschreibt Golding in dem Buch den Zerfall zivilisatorischer Moralwerte, der in der Gruppe von innen heraus geschieht. Das Fehlen jeglicher Kontrolle durch Erwachsene läßt die höher gebildeten englischen Kinder in archaische Verhaltensweisen aus der Entwicklungsstufe der eingeborenen Völker zurückgleiten.
    Die Verlockung auf Spiel und Spaß ohne Grenzen und Zwänge, ohne Vorschriften und Verbote schafft einen rechtsfreien Raum der Anarchie, in dem sich rasch ein totalitäres Herrschaftssystem mit einer Rudelhierarchie etablieren kann. Der Urinstinkt treibt jene Individuen, die einen ausgeprägten Charakter zur Überlegenheit mitbringen, an, sich in die Alpha-Position aufzuschwingen und sich die übrigen Artgenossen in der Gruppe untertan zu machen. Jack legitimiert seinen Herrschaftsanspruch mit der überlebensnotwendigen Beschaffung fleischlicher Nahrung und der Verteidigung gegen Feinde, selbst wenn diese wie die Bestie nur in der Angstvorstellung der Jungen existieren.
    Für die Kinder, allesamt ohne Schauspielerfahrung, waren die Dreharbeiten am Strand von Puerto Rico ein Sommercamp. Trotz klar choreographierter Szenen wirken sie alle natürlich und spontan. Regisseur Peter Brook legte Wert darauf, zwecks der sprachlichen Authentizität für die in den USA gedrehte Produktion durchweg nur Jungen mit unmittelbar englischer Herkunft zu casten.
    Brooks Drehbuch hält sich bis hin zu wörtlichen Übernahme ausgewählter Schlüsseldialoge exakt an den Roman. Diese radikal werkgetreue Umsetzung ist ein unübertreffliches Meisterwerk des Films. (Pino DiNocchio)


    667079 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D
    Länge: 87 Min.
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33 - s/w
    Extras:  


    667075 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D
    Länge: 87 Min.
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33 - s/w
    Extras:  


    667077 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D
    Länge: 87 Min.
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33 - s/w
    Extras: Wendecover


    767077 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D
    Länge: 91 Min.
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33 - s/w
    Extras: Wendecover


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