THE BLOSSOMING OF MAXIMO OLIVEROS

  • Film DVD
  • tagalog (philippinische Sprache)
    100 Min.
    deutsche Untertitel
    667834 DE

    Originaltitel: Ang Pagdadalaga ni Maximo Oliveros
    Regie: Auraeus Solito
    Musik: Pepe Smith
    Darsteller: Nathan Lopez, J. R. Valentin, Soliman Cruz, Ping Medina, Neil Ryan Sese
    Philippinen 2005

    THE BLOSSOMING OF MAXIMO OLIVEROS

    Maximo Oliveros ist 12 Jahre alt und lebt in einem ärmlichen Viertel von Manila ganz offen schwul. In knappen Tops und mit Blümchenspange im Haar wandelt der hübsche Knabe kokett um die Häuser. Zuhause führt er den Haushalt für den Vater Paco und die zwei schon erwachsenen Brüder Kuyen und Bogs. Maxi kocht das Essen, wäscht die Wäsche, flickt die Klamotten. Er fühlt sich wohl in seiner Rolle. Seine Familie steht voll hinter ihm; Freunde und Nachbarn respektieren sein mädchenhaftes Auftreten. Mit seinen gleichaltrigen Freunden vertreibt er sich die Zeit mit fantasievollen Modenschauen, wo sie sich in schrillen Damenkostümierungen für die beliebte TV-Show "Miss Philippines" üben, oder sie sehen sich Filme auf DVD an. Zusätzliches Taschengeld verdient sich der umtriebige Junge mit Wetten.
    Als Maximo in den nächtlichen Straßen von zudringlichen Typen belästigt wird, die ihn vergewaltigen wollen, kommt der junge Polizist Victor zu Hilfe. Maxi ist von seinem gutaussehenden Retter ganz angetan.
    Victor ist neu im Bezirk. Er ist anders als seine Kollegen. Victor ist ein gewissenhafter Polizist; unbestechlich hat er sich ganz dem Recht und der Ehrlichkeit verpflichtet. Nur daß Maxis Familie hauptsächlich von Diebstahl lebt, davor schaut er dem Jungen zuliebe ausnahmsweise weg. Victor möchte den Jungen ermutigen, einen anständigen Beruf zu wählen und ein Leben ohne Kriminalität anzustreben. Die ernsten Worte machen Maxi nachdenklich. Bald steht der Junge dem freundlichen Polizisten näher, als diesem recht ist. Maxi verliebt sich in Victor! Er bringt dem Junggesellen das Mittagessen zur Arbeit, putzt ihm die Wohnung - ganz wie es eine Ehefrau täte. Nur daß ein 12jähriger Knabe nicht unbedingt das ist, was sich Victor als seine zukünftige Gattin vorstellt.
    Dann geschieht im Viertel ein Raubmord. Victor findet bei den Ermittlungen Hinweise, daß einer von Maxis großen Brüdern in das Verbrechen verwickelt ist. Unnachsichtig geht der noch unerfahrene Beamte jeder Spur nach. Ohne Rücksicht auf Freundschaften will er den Täter zur Verantwortung ziehen. Die Macht, die Vater Paco in dem Viertel besitzt, unterschätzt er ebenso wie die Korruption seiner eigenen Kollegen.
    Für Maxi ist es ein Schock, daß sein Freund Victor und seine Familie sich plötzlich als Feinde gegenüberstehen. Verzweifelt kämpft er um Victors Liebe. Doch der erwidert die Gefühle der Zuneigung nicht und weist den Jungen schroff zurück - nicht zuletzt auch weil er ihn aus dem in Gewalttätigkeiten eskalierenden Streit zwischen der Familie und dem Gesetz heraushalten möchte. Dennoch kann er nicht verhindern, daß der Konflikt in einer Tragödie gipfelt...

    Filmemacher Auraeus Solito drehte seinen ersten Kinofilm in dem Viertel, wo er selbst aufgewachsen ist, rund um sein eigenes Haus. Freunde und Nachbarn dienten als Statisten. Authentischer kann ein Film nicht sein. Die Elendsquartiere sind nicht nur Pappkartons. Es ist ein bizarrer Mix aus einfachen Behausungen, zwischen denen sich auch großzügige Anwesen besser gestellter Leute wie etwa Solitos Elternhaus finden. Alle Bewohner bilden eine Nachbarschaft. Auch die Ärmsten pflegen ein inniges Familienleben, und sie sind Katholiken, die vor der Mahlzeit ihr Tischgebet sprechen und die Kirche besuchen.
    Asiatische Toleranz gestattete trotz rigider, aus christlicher Kolonialzeit herrührender Sittengesetze auf den Philippinen in neuerer Zeit die Entstehung einer freizügigen Schwulenkultur. Ob Homosexualität in der Gesellschaft wirklich schon durchweg so vorbehaltlos akzeptiert wird, wie der Film das vorführt, mag hinterfragt werden.
    Erfreulicherweise aber wird hier die Sexualität von Heranwachsenden respektiert und nicht derart kriminalisiert, wie das in den nordatlantischen Ländern der Fall ist. Niemand in seiner Umgebung stellt Maxis Gefühle in Frage. Der Vater und die Brüder haben kein Problem damit, daß der Junge einen Mann liebt; nur ist es aus anderen Gründen dummerweise gerade nicht der Richtige. Auch Victor findet Maxis Avancen nicht ungewöhnlich, er ist damit bloß völlig überfordert.
    Der agile junge Hauptdarsteller Nathan Lopez, eigentlich Hip Hop Tänzer, trägt den Film mit seiner sympathischen Ausstrahlung und seiner Begabung, die schillernde Charakterfigur überzeugend zu spielen.
    "The Blossoming Of Maximo Oliveros" beginnt als heiteres, lebensfrohes Abenteuer eines exzentrischen Teenagers, geht durch dessen tränenreich enttäuschte erste Liebe und wächst sich dann zu einem sozialkritischen Thrillerdrama aus. Neben der coming of age Geschichte von Maximo beleuchtet der Film auch die Lebenswelt in den Slums von Manila, und da steht besonders die Korruption im Fokus. Für viele Arme bietet das ausbeuterische Wirtschaftssystem keine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt mit ehrlicher Arbeit zu bestreiten, so daß sie gezwungen sind, ihr Geld mit Dingen außerhalb der Legalität zu verdienen. Statt diese Verhältnisse durch infrastrukturelle Aufbaumaßnahmen und soziale Systemreformen zu verbessern, beteiligt sich der Staat an der kriminellen Schattenwirtschaft, indem die Polizei sie toleriert und daran mitverdient. Regisseur Auraeus Solito formuliert seine Kritik an der durch staatliche Untätigkeit und Korruption beständig aufrechterhaltenen Armut vorsichtig, aber nicht unüberhörbar. Etwa an der Stelle, wo Familienvater Paco beklagt, daß seine kranke Frau gestorben ist, weil er als Fabrikarbeiter von seinem kargen Lohn ihre Behandlung im Krankenhaus nicht zahlen konnte. Es ist allzu verständlich, daß Paco daraus die Konsequenz gezogen hat und sich statt der undankbaren Arbeit eine bessere Einnahmequelle mit dem Handel mit gestohlenen Mobiltelefonen organisiert hat.
    Durch die geniale Verknüpfung mehrerer provokanter Themenbereiche zu einer Geschichte schuf Solito einen Meilenstein für den philippinischen Spielfilm. Weltweit bei Festivals mit Preisen ausgezeichnet, gibt der Film Einblick in ein Land mit einem großen Potential für die Zukunft. (Pino DiNocchio)



    667834 DE
    Tonspur: Tagalog (philippinische Sprache)
    Untertitel: D, E
    Länge: 100 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
    Extras: Audiokommentar des Regisseurs (englisch), Fotogalerie, Trailer


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