MEIN KIND VOM MARS

  • Film DVD
  • englisch
    102 Min.
    ohne deutsche Untertitel
    668648 UK
  • Film DVD
  • deutsch + englisch
    102 Min.
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    Originaltitel: Martian Child
    Filmlänge: 98 Min. ohne Abspann
    Regie: Menno Meyjes
    Musik: Aaron Zigman
    Darsteller: John Cusack, Bobby Coleman, Amanda Peet, Sophie Okonedo, Joan Cusack, Richard Schiff, Oliver Platt
    USA 2007

    MEIN KIND VOM MARS - Martian Child

    Science Fiction Autor David Gordon ist seit zwei Jahren Witwer. Um seine Einsamkeit und Trauer endlich zu überwinden, greift er den Wunsch seiner Frau auf, ein Kind zu adoptieren. Zwar ist er voller Zweifel, ob er als Alleinerziehender dieser Aufgabe gewachsen ist, aber dann begegnet er im Kinderheim einem kleinen Jungen, der so außergewöhnlich ist, daß es ihn nicht mehr losläßt. Dennis sitzt den ganzen Tag in einem Karton. Der Sechsjährige glaubt nämlich, er käme vom Mars, und das Sonnenlicht würde ihm schaden. David gelingt es, den Kleinen aus seinem Karton herauszulocken. Nach einigen Formalitäten ist David stolzer Besitzer eines Kinds vom Mars!
    Durch seine Fantasie ist David in der Lage, sich vollständig in die Welt von Dennis hineinzuversetzen. Er geht vorbehaltlos auf die Eigenarten des Jungen ein und akzeptiert dessen Dasein als Marsianer. So findet er einen einfühlsamen Draht zur Verständigung. Er läßt Dennis in seiner vertrauten Sphäre und geht auf die spezifischen Bedürfnisse des kleinen Marsmenschen ein, um ihm ein Gefühl der Sicherheit bei der Eingewöhnung in das neue Zuhause zu geben. Nur behutsam versucht er, die eine oder andere skurrile Angewohnheit in weniger auffällige Bahnen zu lenken. So hofft er, den Jungen ganz langsam in die Normalität zurückholen zu können.
    Dennis erforscht während seines Besuchs auf unserem Planeten die Erde mit der Polaroid Kamera. Der Außerirdische ist mit großem Eifer dabei zu lernen, wie man ein Mensch wird und was Familie bedeutet. Sehr geschickt führt ihn David dabei in die menschliche Lebensweise ein. Das ist freilich ein mühsamer Weg, der nicht frei ist von Rückschlägen. Aus der Schule fliegt Dennis gleich wieder raus. Dort verfügt man nicht über so viel Verständnis für die individuellen Charakterzüge jedes Schülers. Auch die Jugendbehörde hat Bedenken, ob David geeignet ist, mit so einem problematischen Kind klarzukommen. Aber der denkt schon bald nicht mehr ans Aufgeben. Die ausgeprägte Fantasie und die Intelligenz, mit der Dennis sein Universum kreiert, ist für David eine Offenbarung. Statt die Marotten seines Sohnes zu bekämpfen, saugt er sie regelrecht als eine lebendspendende Energie in sich auf. Es gibt eine magische Verbindung zwischen den beiden...

    Diesem herzerwärmenden Film gelingt es, ein wirklich ernstes Thema mit lockerem Humor zu transportieren, ohne die Sache zum Klamauk zu machen. Emotionale Vernachlässigung ist eine bisher noch wenig beachtete Form der Kindesmißhandlung, weil sie nicht so spektakulär sichtbar ist wie eine körperliche Verletzung, und weil bei den schwerwiegenden Folgen einer seelischen Traumatisierung allzu leicht wegen der schwierigeren Beweislage von der Ursache abgelenkt werden kann.
    Dennis hatte auf nicht näher bezeichnete Weise seine Eltern verloren und mußte mehrfach die Abkehr seiner Bezugsperson von ihm verkraften. Aus diesen Enttäuschungen flüchtete sich der Junge, indem er sich die Identität eines Marskinds schuf. Er reagiert auf die emotionale Zurückweisung, die ihm die Menschen entgegenbringen, mit totaler Abschottung, die schließlich zur Bindungsunfähigkeit führt. Er verinnerlicht die tagtäglich real erlebte Situation, daß er in dieser Welt ein fremdes, nicht geliebtes Wesen ist. Die Umwelt nimmt diese Signale nur als Spinnerei oder lästige Verhaltensstörung wahr, was letztlich das Kind in seinem Glauben nur bestätigt.
    David hatte selbst eine leidvolle Kindheit als Außenseiter. Daher kann er gut nachvollziehen, wie es Dennis geht. Deshalb ist er fest entschlossen, es mit diesem schwierigen Kind aufzunehmen. Die Herausforderung durch die Andersartigkeit des Jungen beflügelt ihn geradezu, sich selbst das Ausbrechen aus den Grenzen seines geregelten Lebens zu gestatten.
    Das Skript basiert auf einem Non-Fiction Buch des Science Fiction Autors David Gerrold, der darin seine eigenen wahren Erlebnisse mit seinem Adoptivsohn, welcher sich für ein Marskind hielt, verarbeitete. Der Film zeigt somit recht authentisch und praxisorientiert, wie so eine kindliche Identitätsstörung funktioniert und mit welcher Methode man sie sanft auflösen kann. Essentielle Aspekte aus der literarischen Vorlage wurden allerdings einfach unter den Tisch gekehrt. Die Vielschichtigkeit der wahren Geschichte von Gerrold, wie sie im Buch behandelt wird, hätte den Film zu komplex werden lassen - und wäre den Moralwächtern des Filmstudios in Hollywood zu kontrovers gewesen.
    Was von der ursprünglichen Geschichte blieb, ist ein dennoch überdurchschnittlicher, tiefsinniger Film mit hohen schauspielerischen Anforderungen an den kleinen Hauptdarsteller. Bobby Coleman spielt das exzentrische Kind mit intuitivem Talent. Sehr überzeugend bewegt sich Bobby in der Rolle des Sonderlings. "Mein Kind vom Mars" ist keine Familienkomödie, in der ein Kind auswendig gelernte Kalauer aufsagt. Das ist eine deutlich höhere Liga.
    (Pino DiNocchio)


    668648 UK
    Tonspur: Englisch
    Untertitel: E
    Länge: 102 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Audiokommentar der Produzenten und der Autoren; Vorsicht zerbrechlich: Die Arbeiten mit dem Kind vom Mars - Dreharbeiten mit Bobby Coleman; Das echte Kind vom Mars; Nicht verwendete und alternative Szenen; US-Kinotrailer


    668649 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D, E
    Länge: 102 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Audiokommentar der Produzenten und der Autoren; Vorsicht zerbrechlich: Die Arbeiten mit dem Kind vom Mars - Dreharbeiten mit Bobby Coleman; Das echte Kind vom Mars; Nicht verwendete und alternative Szenen; US-Kinotrailer


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