JACK KETCHUM'S EVIL

  • Film DVD
  • deutsch + englisch
    89 Min.
    669209 DE
  • Film DVD
  • deutsch + englisch
    89 Min. / Steelbook Edition
    669205 DEnicht mehr im Handel
  • Film BLU-RAY
  • deutsch + englisch
    90 Min.
    769201 DE

    Originaltitel: The Girl Next Door
    Filmlänge: 87 Min. ohne Abspann
    Regie: Gregory Wilson
    Musik: Ryan Shore
    Darsteller: Blythe Auffarth, Daniel Manche, Blanche Baker, Graham Patrick Martin, Benjamin Ross Kaplan, Austin Williams, Madeline Taylor, Kevin Chamberlin, Dean Faulkenberry, Michael Zegen
    USA 2007

    JACK KETCHUM'S EVIL - The Girl Next Door (2007)

    Die Schwestern Megan und Susan kommen zu ihrer Tante Ruth, nachdem sie bei einem Verkehrsunfall ihre Eltern verloren haben. Die verwitwete Ruth Chandler hat 3 Söhne, denen sie viele Freiheiten läßt, aber auch Grenzen setzt, welche ihre Autorität außer Frage stellen. Gegenüber den Mädchen verhält sie sich schnippisch. Der herablassende Ton schlägt immer mehr in offene Anfeindung um. Vor ihren Söhnen Willie, Donny und Ralphie beschimpft sie die Mädchen demonstrativ und demütigt sie mit drakonischen Strafmaßnahmen. Megan nimmt Schläge auf sich, um ihre kleine Schwester zu schützen.
    Der 12jährige Nachbarsjunge David freundet sich mit der etwas älteren Megan an und verliebt sich in sie. Schnell fällt ihm auf, daß etwas im Haus der Chandlers nicht stimmt. Er versucht herauszufinden, weshalb Megan von ihrer Tante nichts zu essen bekommt, und warum sie so scheu und verängstigt ist. Was David entdeckt, läßt ihm vor Entsetzen das Blut in den Adern gefrieren:
    Ruth und ihre Kinder haben Megan im Keller gefesselt. Halbnackt hängt das Mädchen an Seilen und wird bestialisch gequält. Ihre Schwester Susan muß zusehen, wie die Jungen unter den Augen der Mutter die eigene Cousine schänden. David ist fassungslos. Er kann nichts tun. Ruth hat die absolute Macht, und ihre Jungs haben perversen Gefallen daran gefunden, das gefangene Mädchen zu foltern. Sie bringen sogar noch weitere Kinder aus ihrem Freundeskreis mit nach Hause, denen sie ihr im Folterkeller gehaltenes Opfer stolz zur Schau stellen. Auch sie werden von Ruth aufgefordert, sich an den schmerzhaften Mißhandlungen aktiv zu beteiligen.
    Immer wieder soll Megan gestehen, daß sie eine lüsterne Hure ist, die begierig ist auf Sex mit allen möglichen Kerlen. Das unschuldige Mädchen versteht nicht, wie ihr geschieht und warum ihr das angetan wird.
    David sucht verzweifelt Rat bei seinen Eltern. Doch die hören ihm gar nicht zu. Er ist vollkommen allein mit seinem schrecklichen Wissen um das Verbrechen, das sich im Nachbarhaus abspielt. Er tut alles, was er kann, um Megans Leiden zu mildern. Aber es ist ihm nicht möglich, sie aus dem Gefängnis zu befreien. Als die Verletzungen, die Megan zugefügt werden, immer brutaler werden, hält David das tatenlose Zuschauen nicht mehr aus. Nun wird der Folterkeller auch für ihn zur tödlichen Falle...

    Der hier verfilmte Roman basiert auf einem wahren Verbrechensfall, der in den 1960ern die USA schockierte. Eine Hausfrau hatte ein ihr zur Pflege anvertrautes Mädchen gemeinsam mit ihren Kindern wochenlang zu Tode gefoltert.
    Der Romanautor veränderte die Personenkonstellation, wodurch sich ein signifikant anderes Tatmotiv ergibt. Aber der Kern des Verbrechens ist derselbe. Im wahren Fall hatte die Frau vier Töchter, die sie vor dem schlechten, unmoralischen Einfluß des fremden Mädchens schützen wollte. Bei Jack Ketchums Erzählung hat die Frau nur Söhne. Das Auftauchen der zwei Mädchen entfesselt in Ruth einen tief in ihrer Psyche sitzenden Haß auf das weibliche Geschlecht. Jede Form von Sex empfindet Ruth als schmutzig und verdorben. Religiöse Vorstellungen spielen dabei keine Rolle. Ihr geht es um das Grundsätzliche, daß sie die weibliche Lust an der Sexualität verachtet. Sie haßt Frauen wegen ihrer Schwäche. Nicht zuletzt hat sie ja selbst mehrere Kinder geboren, von denen sie keines gewünscht hatte. Ihren ganzen Groll darüber, daß ihre eigene Sexualität ihr damit ihr Leben verpfuscht hat, überträgt sie auf Megan - während sie ihre Jungs durchaus mütterlich liebend umsorgt.
    Als zentraler Charakter treibt Ruth das abscheuliche Geschehen in präzisen Schritten voran. Mit einer atemberaubenden Ruhe und Gelassenheit zelebriert sie vor den Augen ihrer Söhne die Demütigung und Mißhandlung des Opfers. Sie agiert dabei mit einer kühlen, vollkommen emotionslosen Sachlichkeit, so als würde sie den Kindern den Umgang mit einem technischen Gerät erklären. Dieses hochkonzentrierte Verhalten fesselt den Zuschauer und läßt ihn vor Entsetzen erstarren. Schockierender als die gräßlichen Verletzungen selbst, die Megan beigebracht werden, ist die planmäßige, abgeklärte Durchführung des Folterszenarios. Blanche Baker gibt mit einer famosen Schauspielleistung dem soziopathischen Monster Ruth Chandler ein dämonisches Erscheinungsbild.
    Die zweite Säule des Entsetzens liegt bei den Kindern als Täter. Ruth hat ihre minderjährigen Söhne regelrecht darauf abgerichtet, wie eine Meute Wölfe über ihre wehrlose Cousine herzufallen. Die Jungen sind fasziniert von dem ungeheuerlichen Tabubruch, zu dem sie von der Mutter ausdrücklich ermuntert werden. Die Schwere ihres Tuns können die Heranwachsenden kaum in ihrer ganzen Tragweite erfassen. Jedes Gefühl von Menschlichkeit ist ihnen abhanden gekommen. Für sie ist Megan schlichtweg kein Mensch. Jugendliche Neugier und Experimentierfreude werden hier von der Mutter in abartige Dimensionen fehlgeleitet.
    Das Grauen verdichtet sich in der Figur der Nachbarsjungen David. Er ist der Beobachter, Zeuge und Erzähler des Geschehens. Jungdarsteller Daniel Manche spielt den von blankem Horror und Todesängsten gepeinigten 12jährigen so intensiv, daß man eher mit ihm leidet als mit Megan. Megans Schicksal ist ziemlich klar, für sie gibt es keine Hoffnung. Aber David muß sein ganzes weiteres Leben mit dem Trauma fristen, daß er den Tod des Mädchens nicht verhindern konnte.
    In "The Girl Next Door" ist der ursprüngliche wahre Kriminalfall so zu einer fiktiven Geschichte umgearbeitet, daß daraus ein höchst schauerlicher Psychothriller mit einer in sich geschlossenen Handlung wird. Das hohe Maß an roher Gewalt ist unmittelbar an das krankhafte psychologische Tatmotiv gekoppelt. Die gezeigten Gewaltszenen gehören zur Handlung, sie sind aber nicht ihr Zweck. Das eigentlich Schlimme und Verstörende ist die Niedertracht in der Psyche der Täterin, mit der sie auch ihre Kinder infiziert. Die kriminelle Energie zur systematischen, bis zur letzten Konsequenz vollzogenen Schändung eines Mädchens, das ist der schockierende Gegenstand des Films. Mehr noch als der im selben Jahr entstandene, auf den Gerichtsakten des Falls Baniszewski beruhende Spielfilm "American Crime" ist die filmische Umsetzung von Jack Ketchums "The Girl Next Door" eine psychologische Gewaltstudie von höchster Brillanz. (Pino DiNocchio)


    669209 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D
    Länge: 89 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Audiokommentar, Making of, Interviews


    669205 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D
    Länge: 89 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Steelbook, Audiokommentar, Making of, Interviews


    769201 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D
    Länge: 90 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras:  


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