CLOSE

  • Film DVD
  • deutsch + französisch
    100 Min.
    674999 DE
  • Film BLU-RAY
  • deutsch + französisch
    104 Min.
    774999 DE

    Originaltitel: Close
    Filmlänge: BD 98 Min. ohne Abspann
    Regie: Lukas Dhont
    Musik:  
    Darsteller: Eden Dambrine, Gustav de Waele, Émilie Dequenne, Léa Drucker, Igor van Dessel, Léon Bataille
    Belgien / Niederlande / Frankreich 2022

    CLOSE

    Sie sind engste Freunde seit frühen Kindheitstagen. Jetzt sind Léo und Rémi beide 13 Jahre alt. Nach dem Sommer kommen sie in die Sekundarschule. Dort weckt das innige Verhältnis, das die zwei Jungen zueinander pflegen, Mutmaßungen bei den Mitschülern. Rémi und Léo müssen sich gegen voreilige Unterstellungen wehren, sie seien ein Paar.
    Und genau in diesem Moment beginnt die ungezwungene intime Nähe, die die Freunde bisher zueinander hatten, sich zu verändern. Es ist nicht länger die brüderliche Kinderfreundschaft. Es erwachen Gefühle. Léo ist sich seiner begehrlichen Empfindungen für Rémi bewußt. Das verunsichert ihn, und so kämpft er dagegen an. Es ist Zeit, neue Dinge auszuprobieren. Das bedeutet manchmal auch, getrennte Wege zu gegen. Léo versucht Abstand zu Rémi zu gewinnen, und das hat fatale Folgen...

    In zärtlichen, klar und hell aufgenommenen Bildern zeigt Regisseur Lukas Dhont die zwei elfenhaften Buben, wie sie beglückt durch die landwirtschaftlichen Blumenfelder ihrer flämischen Heimat streifen; wie sie sich beim Spielen liebevolle Komplimente machen; wie sie friedlich die körperliche Nähe genießen, sich geborgen fühlen und auch mal lustvoll raufen. Rémis Mutter Sophie protegiert die Freundschaft der Kinder. Léo ist für sie wie ein zweiter Sohn.
    Es bleibt unausgesprochen, wie tief die Gefühle gehen, und was die Jungen neuerdings mit beginnender Pubertät füreinander empfinden. Viele Blicke verraten mehr als Worte. Der hübsche Hauptdarsteller Eden Dambrine ist sensationell. Wenn er mit den Augen spricht, wirkt er nahezu wie ein Fabelwesen. Léo und Rémi sind so seelenverwandt, sind sich so vertraut, daß sie geradezu ihre Gedanken lesen können. Nichts steht zwischen ihnen, wenn sie die Zeit zusammen verbringen, häufig auch beieinander übernachten. Beide spüren mit untrüglichem Feinsinn auch jede kleinste Veränderung. Sie reagieren aber unterschiedlich darauf. Es entsteht eine unheilvolle Distanz.

    Der große Bruch geschieht etwa in der Mitte des Films. Von da an hat Léo mit seinen Dämonen zu tun. Was schließlich geschieht, ist die Folge des moralischen Versagens einer ganzen Gesellschaft. Selbst ein liberales Land wie Belgien ist noch nicht an dem Punkt angelangt, wo eine Liebesbeziehung zwischen zwei 13jährigen Jungen vorbehaltlos akzeptiert würde. Die neugierigen Fragen der Mitschüler zeugen weniger von Toleranz, als vielmehr von der gezielten Lust dazu, Andersdenkende und Andersfühlende bloßzustellen. Léo und Rémi bekommen gar keine Chance, ihre gerade erst frisch aufkommenden Gefühle zu verstehen und einzuordnen. Ob es Liebe ist oder nicht: Die faktisch gelebte Homophobie, die Kindern und Jugendlichen von Familie und gleichaltrigen Peer Groups eingeimpft wird, nötigt Jungen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung dazu, sich selbst zu verleugnen. Das wirkt wie Gift auf die Psyche. Eine gesunde Entwicklung der Sexualität wird blockiert.
    Die zwei Jungen im Film finden keine Antwort auf ihre Fragen. Es gibt keinen Erwachsenen, dem sie sich anvertrauen können. Sie wissen nur, daß ihre neuen Gefühle auf Widerstand stoßen. Die Angst ergreift Léo. In stiller Panik reagiert er mit paradoxem Verhalten. Das führt in die Katastrophe. Der Film "Close" mahnt eindringlich an, eine intime Verbundenheit zwischen befreundeten Jungen nicht immer gleich als schwul zu diffamieren. Zugleich nimmt die tragische Geschichte die Menschen, vor allem Eltern und Pädagogen, in die Pflicht, das Recht von Jugendlichen auf Liebe und Sexualität anzuerkennen und schwule Heranwachsende bedingungslos zu schützen. Zwar überläßt es Lukas Dhont der Fantasie des Zuschauers, in welche Richtung die Freundschaft von Léo und Rémi sich bewegt, mit seinem berührenden Film "Girl" hat der belgische Regisseur jedenfalls zuvor schon vom schwierigen Schicksal eines Transgender Kindes erzählt. Die Identitätsfindung von Teenagern hat er auch in seinen kunstvollen Kurzfilmen thematisiert. (Pino DiNocchio)



    674999 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch / Französisch
    Untertitel: D
    Länge: 100 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.66
    Extras: Wendecover, Interview mit Regisseur Lukas Dhont, Clip Berlin Premiere


    774999 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch / Französisch
    Untertitel: D
    Länge: 104 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.66
    Extras: Wendecover, Interview mit Regisseur Lukas Dhont, Clip Berlin Premiere


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