SPUTNIK

  • Film DVD
  • deutsch
    80 Min.
    677007 DE
  • Film BLU-RAY
  • deutsch
    83 Min.
    777007 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Sputnik
    Filmlänge: BD 78 Min. ohne Abspann
    Regie: Markus Dietrich
    Musik:  
    Darsteller: Jacob Matschenz, Flora Li Thiemann, Finn Fiebig, Luca Johannsen, Emil von Schönfels, Yvonne Catterfeld, Maxim Mehmet, David Striesow, Andreas Schmidt
    Deutschland 2013

    SPUTNIK

    In dem Dorf Malkow in der DDR bastelt die weltraumbegeisterte zehnjährige Gastwirtstochter Friederike zusammen mit ihren Freunden Fabian und Jonathan an einem Modell des berühmten Satelliten Sputnik. Wenn in wenigen Tagen die Umlaufbahn der sowjetischen Raumstation MIR exakt über Malkow hinweg führen wird, will Rieke ihren Sputnik an einem Ballon in den Himmel steigen lassen, damit er den Kosmonauten einen Gruß aus Malkow funken kann. Ihr Onkel Mike unterstützt als Captain des Teams die Kinder tatkräftig bei dem Projekt. Als der Ballon bei einem Test mitsamt dem Mädchen unkontrolliert wegfliegt und am Ende des Felds eine Bruchlandung erleidet, ist das zwar ein Rückschlag, aber die jungen Weltraumpioniere lassen sich dadurch nicht entmutigen. Der örtliche Volkspolizist Mauder allerdings versteht keinen Spaß. Er läßt die kleine Unruhestifterin jetzt nicht mehr aus den Augen. Das Dorffest steht bevor, und da soll es keinen Radau geben.
    Es ist Anfang November 1989. Ganz unerwartet wird Onkel Mikes Ausreiseantrag bewilligt. Er muß sofort die DDR verlassen. Rieke ist todunglücklich. Aber sie hat eine Idee: So wie in ihrer Lieblingsfernsehserie "Raumschiff Interspace" will sie ihren geliebten Onkel Mike aus Westberlin wieder zurück nach Malkow beamen!
    Der eilige Bau einer Maschine zum Beamen erfordert von Friederike und den Jungs Fabian und Jonathan vereinte Anstrengung. Allerlei Bauteile sind dafür zu beschaffen. Zum Glück kann der Kramladenbesitzer Herr Karl durch seine vielen Beziehungen so gut wie alles besorgen. Eine riesige optische Linse ist das Herzstück des futuristischen Apparats. Fast hätte alles geklappt, da kommt der diensteifrige Polizist Mauder den Kindern wieder in die Quere. Herr Karl wird verhaftet, und Mauder konfisziert die Linse.
    Die Kinder arrangieren ein turbulentes Ablenkungsmanöver, damit sie die unverzichtbare Linse aus Mauders Haus zurückholen können. Jetzt droht jedoch der gemeine Mitschüler Oliver die Drei zu verraten, wenn sie ihn nicht bei ihrem Geheimprojekt mitmachen lassen. Wohl oder übel müssen sie den großmäuligen Olli zum Schweigen bringen. Am Abend des 9. November ist alles bereit. Die für das Beamen nötige Telefonverbindung zu Onkel Mike nach Westberlin steht. Die Maschine fährt hoch, die Energie steigt...
    Malkow liegt nach einem großen Knall im Dunkeln, der Strom ist weg. Onkel Mike ist nicht zurück. Statt dessen finden die Kinder ihr Dorf verlassen vor. Sämtliche Einwohner sind verschwunden. Mit Entsetzen erblicken Rieke und ihre Freunde nun im Fernsehen Bilder, wie Bürger aus Malkow wild winkend und rufend, flankiert von bewaffneten Grenzsoldaten, vor der Berliner Mauer versammelt sind. Sie ahnen, was geschehen ist: Ihre Maschine hat alle Menschen aus Malkow in den Westen gebeamt. Nun stehen diese verzweifelt an der Mauer und wollen zurück in die DDR. Aber wer die Grenze überquert, wird von den Soldaten erschossen. Die Kinder müssen die Maschine neu ausrichten, um die Bewohner von Malkow schnell nach Hause zu holen, bevor ihnen etwas Schlimmes zustößt. Wieder lautet das Kommando: Energie......

    Jetzt wissen wir also, wie das damals wirklich war. Als am nächsten Morgen die Erwachsenen jubelnd ins Dorf zurückkehren und vom Fall der Mauer berichten, schwören die vier Kinder einen Geheimbund: Niemand soll je erfahren, daß in dieser Nacht ihre Maschine die Grenzen der DDR geöffnet hat!
    Die Geschichte vom Mauerfall wurde selten so humorvoll erzählt. Keine Politik und keine Beziehungsklamotten, die Ereignisse um den 9. November 1989 sind hier ganz aus der verspielten Perspektive der Kinder interpretiert. Rieke weiß wohl um das "Gefängnis", in dem sie lebt, doch ihren Alltag im Dorf beeinflußt das wenig. Daß sie mit ihren verrückten Spielaktionen immer wieder mit dem pedantischen Volkspolizisten Mauder zusammenrasselt, ist allein in der Störung der öffentlichen Ordnung begründet.
    Die Charakterentwicklung ist insgesamt sparsam. Wirklich klares Profil hat nur die Hauptfigur Friederike. Sie ist ein aufgewecktes Mädchen, das sich noch dazu in einer wilden Aufbruchsphase befindet. Zwischen Spiel, Schule und dem Mithelfen im elterlichen Gasthof sucht Rieke schon mit 10 Jahren zielstrebig ihre eigene Zukunft. Für sie besteht gar keine Frage, daß sie einmal Kosmonautin werden wird. Ihr großes Vorbild ist Juri Gagarin.
    Onkel Mike weiß es besser. Auch er hatte als Kind solche Träume, und er mußte erkennen, daß diese sich in dem Knebelstaat DDR nicht verwirklichen lassen. Seine daraus resultierenden Motive für den Auswanderungswunsch kann Rieke jedoch noch nicht verstehen. Ebensowenig bemerkt sie, wie die Stimmung im Dorf und in der ganzen Republik in diesem Herbst 1989 kippt. Geradezu panikartig suchen die Bürger über die geöffneten Schlupflöcher in den Nachbarstaaten aus der DDR zu entkommen. Auch Riekes Eltern kämpfen mit der Entscheidung, sich davonzumachen, und stoßen mit ihren Plänen bei der Tochter auf empörten Widerstand.
    Von den Jungen hat Fabian den größten Part. Der von Jungstar Finn Fiebig lebhaft dargestellte umtriebige Abenteurer teilt Riekes Leidenschaft für die Raumfahrt. Auch er möchte später hoch hinaus und nicht wie seine Eltern als Bauer in Malkow bleiben. Dem Olli fällt die Rolle des Fieslings zu, der sich in seiner Überheblichkeit von der schlauen Rieke leicht austricksen läßt.
    Die Pluspunkte für die witzige Story und für die guten Kinderdarsteller gehen bei der Bildregie wieder verloren. Wie so häufig im deutschen Film mangelt es an qualifizierter Kameraarbeit. Mit einer Handkamera in Makroeinstellung zwischen Gegenständen und Körperteilen rumzufuchteln, anstatt Handlungsabläufe in spannenden räumlichen Szenarien zu arrangieren, das ist keine Kinokunst. Mit solchen Amateurwerk wird man das junge Publikum kaum an anspruchsvolle Sehgewohnheiten heranführen. Man kann beim deutschen Film nicht alles haben, deshalb bleibt die Empfehlung trotzdem, der originellen Geschichtsschreibung wegen: Anschauen! (Pino DiNocchio)


    677007 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 80 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:2.35
    Extras: Wendecover, Interviews, Making of, Outtakes, Deleted Scenes, Raumschiff Interspace


    777007 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 83 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:2.35
    Extras: Wendecover, Interviews, Making of, Outtakes, Deleted Scenes, Raumschiff Interspace


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