WUNDERKINDER (2011)

  • Film DVD
  • deutsch
    96 Min.
    677799 DE
  • Film BLU-RAY
  • deutsch
    100 Min.
    777799 DE

    Originaltitel: Wunderkinder
    Regie: Marcus O. Rosenmüller
    Musik: Martin Stock
    Darsteller: Elin Kolev, Imogen Burrell, Mathilda Adamik, Kai Wiesinger, Catherine H. Flemming, Natalia Avelon, Gedeon Burkhard, Michael Mendl, Dagmer Sachse, Konstantin Wecker, Rolf Kanies, Gudrun Landgrebe, Cornelia Saborowski, John Friedmann
    Deutschland 2011

    WUNDERKINDER (2011)

    In der Sowjetrepublik Ukraine begeistern 1941 zwei musikalische Wunderkinder für Aufsehen. Abrascha Kaplan an der Violine und Larissa Brodsky am Piano füllen mit ihren virtuosen Darbietungen klassischer Musik die Konzertsäle. Auf Einladung der kommunistischen Partei gastieren sie sogar in Moskau. Man ist stolz auf den Erfolg des sowjetischen Bildungssystems. Die Propaganda will die beiden nun auf Konzertreise nach Amerika schicken.
    Das deutsche Mädchen Hanna Reich, deren Vater Max Reich die örtliche Brauerei in Poltava besitzt, spielt auch Geige. Hartnäckig unternimmt sie alles, um mit Larissa und Abrascha gemeinsam musizieren zu dürfen. Die Eltern auf beiden Seiten haben Vorbehalte. Die deutsche Familie möchte nicht, daß ihre Tochter mit jüdischen Kindern spielt. Und die jüdischen Familien hegen Unbehagen gegen die Deutschen.
    Die drei Kinder finden dennoch zusammen. Die Musik in ihren Herzen verbindet sie. Die junge Freundschaft wird erschüttert, als Hitler den Pakt mit Stalin bricht und die Sowjetunion angreift. Jetzt ist der Krieg auch in der Ukraine. Die deutsche Familie ist vom Heimatland abgeschnitten und muß untertauchen. Ukrainische Freunde helfen ihnen und verstecken sie. Abrascha und Larissa vorsorgen sie mit Lebensmitteln.
    Auch die jüdischen Familien befällt die Furcht. Mit der deutschen Besetzung kehrt sich die Lage um. Die jüdischen Bürger in der Ukraine werden jetzt von den Nazis tyrannisiert. Max Reich tut alles in seiner Macht stehende, um Larissa und Abrascha mit ihren Familien zu beschützen. Er kann nicht verhindern, daß sie in Haft und Arbeitslager kommen und ihnen die Ermordung droht. Doch er kann bewirken, daß die zwei Kinder von der Zwangsarbeit auf dem Kartoffelacker befreit werden. SS-Standartenführer Schwartow macht ein perfides Angebot: Abrascha und Larissa sollen bei einem Konzert vor Nazi Offizieren um ihr Leben spielen...

    Der famose junge Darsteller Elin Kolev aus Deutschland ist auch in seinem wahren Leben ein musikalisches Wunderkind. Der fantastische Violinist nahm schon im Alter von 10 Jahren an einer Hochschule das Musikstudium auf und trat mit 12 Jahren erstmals in der New Yorker Carnegie Hall auf, ganz so wie es seiner Filmfigur Abrascha beschieden gewesen wäre, hätte nicht der häßliche Verlauf der Geschichte dessen Pläne zerstört. Die Besetzung der Rolle mit Elin Kolev ist dadurch in doppelter Hinsicht passend. Im Film zeigt Elin bei den Musikszenen sein phänomenales Können am Instrument und im übrigen auch sein Talent als Schauspieler. Die Parts vor der Kamera und auch für die Soundtrack CD spielte der junge Star selbstverständlich selbst ein. Vor den hochbegabten kleinen Musikern kann sich der Zuschauer nur verneigen. Sie verbinden sich zu einer zutiefst anrührenden Freundschaft unter Kindern, welcher sich auch die Erwachsenen nicht entziehen können.
    Konstantin Wecker in der Rolle des SS-Standartenführers verkörpert das abgrundtief Böse. Die holzschnittartige Nazi-Ideologie hat bei diesem Monstrum jeden originären menschlichen Charakter vollständig überschrieben. Schwartow glaubt, was er sagt, und er tut, was er sagt. Juden sind nach seiner Überzeugung keine Menschen. Es sei ihre Bestimmung ausgelöscht zu werden. Das Fundament solchen Handelns ist immer die Macht, die es ermöglicht, ausgelieferten und entrechteten Menschen unsanktioniert Leid anzutun. Daß ein jüdisches Kind in atemberaubender Perfektion musiziert, das ist für Klassikliebhaber Schwartow eine unerhörte Provokation. Der unbestreitbare kulturelle Wert von Abrascha und Larissa konterkariert die Rassenlehre. Das reizt Schwartow noch mehr, seine Macht auszuspielen.
    Das Unaussprechliche aus der Erlebnisperspektive der Kinder zu erzählen, scheint für Filmemacher der einzige Weg zu sein, der propagandistischen Politisierung zu entgehen, wenn die Handlung die Judenmorde im Nationalsozialismus zum Thema hat. Regisseur Marcus O. Rosenmüller läßt die Abscheulichkeit für sich sprechen, während der traumatisierten Hanna zeitweise die Stimme versagt. Hanna kann gewiß die Konsequenzen ihrer Entscheidungen nicht erfassen, wenn sie sich ihren jüdischen Freunden auf der Flucht anschließt. Ihre Sehnsucht als einsames deutsches Mädchen in einem fremden Land gilt neben der Musik einfach der Zugehörigkeit zu Gleichaltrigen. Es spielt keine Rolle, ob diese ukrainisch oder jüdisch oder unnahbar künstlerisch begabt sind. Bei Abrascha und Larissa findet Hanna nach anfänglichem distanziertem Taxieren herzliche Aufnahme. Dieser innige Pakt ist unerschütterlich. (Pino DiNocchio)



    677799 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 96 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Wendecover; Interviews; Making of


    777799 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 100 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Wendecover; Interviews; Making of


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