HOPE

  • Film DVD
  • deutsch + polnisch
    101 Min.
    680129 DE

    Originaltitel: Hope
    Regie: Stanislaw Mucha
    Musik:  
    Darsteller: Rafal Fudalej, Kamila Baar, Wojciech Pszoniak, Zbigniew Zapasiewicz, Grzegorz Artman
    Polen / Deutschland 2001

    HOPE

    Der Sohn des Kirchenorganisten filmt heimlich den nächtlichen Raub eines Gemäldes aus dem Gotteshaus. Der Dieb ist eine hochgestellte Persönlichkeit: Benedict Weber, Kunstexperte und Regierungsbeamter! Francis sucht den Täter ganz persönlich auf und erpreßt ihn. Aber er will kein Geld, er verlangt nichts weiter, als daß das Bild "Engel mit Geige" wieder an seinen Platz über dem Altar zurückgebracht wird. Benedict hält den jungen Mann für einen Aufschneider. Aber um sicher zu gehen, sprengt er zur Abschreckung dessen Auto in die Luft. Francis schreckt das keineswegs. Unbeirrt setzt er den Bilderdieb weiter unter Druck. Als diesem klar wird, daß der dreist auftretende Student es ernst meint, und daß er eindeutige Beweise besitzt, kommt er mächtig ins Schwitzen. Den zerstörten Wagen kann er ihm ersetzen, aber das Gemälde ist schon verkauft und befindet sich auf dem Weg ins Ausland. Benedict sieht sich so in die Enge getrieben, daß er einen Mordanschlag auf den bedrohlichen Erpresser versucht.
    Seiner Freundin Klara gibt Francis sicherheitshalber eine Kopie der Videocassette mit der belastenden Aufnahme von dem Kircheneinbruch zur Verwahrung, ohne daß sie weiß, worum es geht. Eine weitere Kopie deponiert er bei seinem Bruder Mihal, der mit schweren Depressionen im Gefängnis sitzt. Als Klara sich das Band ansieht, erfährt sie Erschreckendes...

    Weiter kann man die Inhaltsangabe nicht führen, ohne zu viel über den Krimi zu verraten. Es gibt viele Arten einen Krimi zu erzählen. In diesem polnischen Film geschieht das auf eine unkonventionelle Weise, die das Genre nach langer Zeit mal wieder interessant macht. Im Mittelpunkt steht nicht banal ein Verbrechen und seine Aufklärung, sondern das, was dadurch aufgewühlt wird. Es ist eine Familientragödie, die 15 Jahre zuvor ihren Anfang hatte.
    Was damals geschah, sieht man in der schockenden Eingangssequenz. "Hope" erzählt dann davon, wie Francis für sich das Trauma, unter dem neben ihm auch Bruder und Vater leiden, verarbeitet. Während die beiden sich resigniert zurückziehen, kämpft der intelligente Junge durch Aktionismus gegen den Schuldkomplex. Das wird das Motiv für seinen Gerechtigkeitssinn, welchen er in dem Fall des Bilderdiebstahls in der Praxis erprobt. Francis will niemanden bestrafen, geschweige denn selbst einen Profit daraus ziehen, sondern er will nur die Dinge wieder in die alte Ordnung bringen, gleichsam Geschehenes ungeschehen machen - stellvertretend für die unabänderbare Vergangenheit.
    "Hope" verbindet einen profanen Sachdiebstahl mit dem Psychogramm einer verlorenen Seele. Eine kaugummifarben leuchtende Optik bricht die Tristesse der versteinerten Lebensverhältnisse, in denen sich die Akteure befinden. Der Vater, einst ein gefeierter Orchesterdirigent, hat sich als Orgelspieler in die Kirche zurückgezogen und dämmert nur noch in seinem Kummer dahin. Mihal ist am Leben gescheitert und endet im Knast, wo er wiederholt versucht sich umzubringen. Benedict Weber führt ein Doppelleben zwischen bürgerlicher Fassade und krimineller Energie, was ihn jetzt wie einen weichen Apfel zerquetscht. Francis geht seinen ganz eigenen Weg. Mit fast stoischer Ruhe zieht der junge Mann sein Vorhaben durch, konsequent und unbeirrbar. Die Vielschichtigkeit der Interpretationsmöglichkeiten macht "Hope" zu einem interessanten, mit Rätseln verknüpften Filmwerk, dessen Atmosphäre einen fast magischen Bann auf den Zuschauer wirft. (Pino DiNocchio)


    680129 DE
    Tonspur: Deutsch / Polnisch
    Untertitel: D, E
    Länge: 101 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras:  


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