POMPEJI - DER UNTERGANG

  • Film DVD
  • deutsch + englisch
    190 Min.
    680439 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Pompei
    Regie: Giulio Base
    Musik:  
    Darsteller: Lorenzo Crespi, Andrea Osvart, Massimo Venturiello, Maria Grazia Cucinotta, Fabrizio Bucci, Giuliano Gemma, Maurizio Aiello, Larissa Volpentesta, Francesco Pannofino, Vittorio Base, Diego Sebastian Misasi, Todd Carter
    Italien 2007

    POMPEJI - DER UNTERGANG

    In der prosperierenden Stadt Pompeji im Herzen des Römischen Reichs hält der stolze Soldat Marcus um die Hand seiner Geliebten Valeria an. Als Legionär ist er ein geachteter Bürger, sein Sold ist gut. Noch bevor die Hochzeit gefeiert werden kann, wird Marcus überraschend mit der Legion in den Osten abkommandiert, wo Aufständische niedergeworfen werden sollen.
    Während Marcus in der Ferne auf dem Schlachtfeld fällt, wird Pompeji von einem Erdbeben heimgesucht, bei dem Valeria und ihr Bruder Ennius ihre Eltern verlieren. Als wäre das nicht schlimm genug, vertreibt der ruchlose Stadtverwaltungsbeamte Chelidonius die verwaisten Geschwister auch noch aus ihrem Haus. Er behauptet mit einem Dokument beweisen zu können, daß das Haus schon immer ihm gehört hätte. Mittellos wie sie nun sind, werden Valeria und Ennius zu Sklaven. Ihr neuer Herr, Quintus Laronius, ist aber ein guter Mensch. Er nimmt sie nicht auf, um sie auszubeuten, sondern damit sie ein Zuhause und Unterhalt haben.
    Einige Jahre später kehrt Marcus unverhofft nach Pompeji zurück. Er lebt und war die ganze Zeit in feindlicher Gefangenschaft gewesen. Quintus ist sofort bereit, die Geschwister in die Freiheit zu entlassen. Doch bevor er die Dokumente besiegeln kann, wird Quintus heimtückisch ermordet. Ennius wird beschuldigt, seinen Herren erdolcht zu haben. Wie es das Gesetz will, sollen mit ihm auch alle anderen Sklaven des getöteten Herren zum Tode verurteilt werden. Chelidonius beschlagnahmt die Sklaven des Quintus, sie sollen bis zu ihrer Verurteilung und Hinrichtung noch für ihn schuften.
    Marcus reitet nach Rom, wo sein ehemaliger Feldherr Titus gerade Kaiser geworden ist. Nur ein persönlicher Entscheid des Kaisers kann Valeria und die anderen retten. Titus ermächtigt Marcus, im Mordfall Quintus zu ermitteln. Es bleibt nur wenig Zeit, den Mörder zu finden. Quintus muß Feinde gehabt haben. Marcus stößt auf ein Rätsel. Unter seinen engsten Vertrauten hatte Quintus eine zerteilte Papyrusrolle mit einer geheimen Botschaft an den Kaiser verteilt. Die Freunde von Quintus offenbaren sich Marcus als Christen, wie auch Quintus selbst ein heimlicher Christ war. In Rom werden die Anhänger dieser neuen Religion aus dem Morgenland als Staatsfeinde verfolgt, deshalb müssen sie ihre Gemeinschaft verbergen. Dies allein kann aber nicht der Grund gewesen sein, weshalb Quintus sterben mußte. Marcus kommt schließlich einem gigantischen Betrug auf die Spur, welcher mit einer ungeheuerlichen mörderischen Verschwörung gegen den Kaiser verknüpft ist...
    In und rund um Pompeji machen aufmerksame Leute beunruhigende Beobachtungen in der Natur. Die Gewässer verändern sich. Tote Fische werden angeschwemmt. Bäume sterben ab. Auf den Weiden sind plötzlich die Tiere verendet. Das Brunnenwasser macht die Menschen krank. Schwefelgeruch dringt aus allen Ritzen. Es gibt jede Menge Vorzeichen, aber die Bewohner Pompejis können die Zusammenhänge nicht erkennen. Als mit einem gewaltigen Donner eine feurige Rauchsäule über dem Berg Vesuvius aufsteigt, der oberhalb der Stadt thront, schauen die Menschen wie gebannt auf das furchterregende Schauspiel. Es regnet heiße Steine und Asche. Marcus muß sich bei der Befreiung der Gefangenen und der Flucht aus der zusammenstürzenden Stadt auch noch eines Mordkomplotts erwehren...

    Den Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 nach christlicher Zeitrechnung als reinen Katastrophenfilm zu inszenieren, wäre nicht genug gewesen. Der italienische TV-Zweiteiler nimmt die historische Naturkatastrophe als Hintergrund für einen spannenden Krimi. Der Film gibt dabei einen tiefen Einblick in die Gesellschaftsverhältnisse bei den Römern jener Zeit. Das als Meilenstein der Zivilisation vielbeschworene Römische Recht zeigt sich hier auf erschütternde Weise als höchst barbarisch und ebenso anfällig für Korruption und Mißbrauch wie das Recht heutiger Staaten. Es ist zwar ein Vorzug gegenüber der reinen Willkürherrschaft, wenn ein niedergeschriebenes Recht existiert, auf das sich alle Bürger berufen können, wenn aber Unrecht wie Sklaverei zu Recht wird, ist es kein Fortschritt. Marcus muß in Pompeji um die Freiheit und das Leben seiner Geliebten und ihrer Angehörigen kämpfen, und zwar nicht mit dem Schwert, sondern auf bürokratischem Weg. Als Kriminalermittler stößt er auf Ungereimtheiten, die ihn immer tiefer in den Sumpf einer Verbrecherclique führen.
    Dankenswerterweise vermeidet es der Regisseur, aus der Geschichte ein billiges Liebesmelodram zu machen. Die Beziehung von Marcus und Valeria steht nicht im Mittelpunkt, sie ist nur ein ganz normales Element der Handlung, sie wird sehr nüchtern ohne übertriebenen Pathos dargestellt. So bleibt viel Raum für eine Vielzahl von Nebensträngen, mit denen die anderen Charaktere näher beleuchtet werden. Der Subplot mit der Gruppe von Christen und ihrem Doktor, die Verschlagenheit von Chelidonius' Gattin Lavinia, die Weisheit von Marcus' erblindetem Vater, der tapfere kleine Fulvius, Wiedersehen mit dem alten Kampfgefährten Tiberius: sie alle reichern das dreistündige Filmwerk mit einer Menge interessanter Aspekte an. Sie alle begleiten Marcus auf die eine oder andere Weise beim Lösen des Rätsels um Quintus' Geheimnis und den Hintergrund seiner Ermordung.
    Im Finale ist dann der Vesuv der wichtigste Akteur. Die verschiedenen Phasen des Vulkanausbruchs werden exakt nachgestellt. Erst bebt die Erde, dann kommt Steinhagel und Ascheregen, dann überrollt die pyroclastische Wolke die Stadt und grillt die Menschen bei lebendigem Leib in Sekundenschnelle. Letzteren Horror zeigt der Film nicht explizit, schließlich soll er zur Familienunterhaltung tauglich sein. Unsere Protagonisten überleben das Inferno dank eines cleveren Fluchtwegs natürlich, doch es gibt auch Verluste. Insgesamt liefert das Spektakel einen packenden Eindruck von der Katastrophe. Selbst die Flotte des Admiral Plinius, welche die Explosion des Vulkankegels von See aus erlebte, jedoch die zum Strand geflüchteten Bewohner Pompejis wegen des Lavabeschusses nicht retten konnte, hat man nicht vergessen. Diese Produktion ist eine gelungene Kombination von Historiendrama, Romanze und Thriller. (Pino DiNocchio)


    680439 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D
    Länge: 190 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras:  


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