XXY

  • Film DVD
  • deutsch + spanisch
    87 Min.
    681069 DE

    Originaltitel: XXY
    Regie: Lucia Puenzo
    Musik:  
    Darsteller: Ricardo Darín, Inés Efron, Martín Piroyansky, Valeria Bertuccelli, German Palacios, Carolina Peleritti, Luciano Nóbile, Lucas Escariz
    Argentinien 2007

    XXY

    Eine Laune der Natur hat Alex mit beiden Geschlechtern ausgestattet: Sie ist Mädchen und Junge! Die Eltern hatten nach der Geburt eine sofortige Operation abgelehnt, damit ihr Kind sich später selbst entscheiden kann. Die Familie hatte die Großstadt Buenos Aires verlassen und sich an einen abgelegenen Küstenort in Uruguay zurückgezogen, um der ständigen Beobachtung ihres "Monsterkindes" zu entgehen. Der Vater betreibt dort als Biologe eine Rettungsstation für Meeresschildkröten, die durch die mörderischen Fanginstrumente der Fischer verletzt werden.
    Aufgewachsen ist die jetzt 15jährige Alex bisher durch die Einnahme von Hormonen wie ein Mädchen, obwohl sie auch einen Penis hat. Die Hormone bewirken in der Pubertät das Wachsen von Brüsten und hemmen die weitere Ausbildung männlicher Körpermerkmale. Besonders der Vater mag die Vorstellung nicht, daß aus seiner Tochter ein Sohn werden könnte. Hinter dem Besuch eines alten Freundes aus Argentinien steckt der gewagte Gedanke, die offene Frage nun doch durch einen operativen Eingriff zu lösen. Ramiro ist Chirurg, und er ist höchst interessiert, so einen außergewöhnlichen Fall unters Messer zu bekommen.
    Begleitet wird Ramiro von seiner Frau und dem 16jährigen Sohn Alvaro. Alex begegnet dem Jungen zunächst abweisend. Gerade hat sie ihren einzigen Freund und Vertrauten Vando verprügelt, weil der vor den anderen Jungs ihr bizarres Geheimnis ausgeplaudert hat. Sie will nur noch ihre Ruhe haben, und vor allem möchte sie nichts mehr an sich verändern und nicht herumdoktern. Dann plötzlich überlegt sie es sich anders und fordert Alvaro spontan auf, mit ihr zu schlafen. Ihm geht das nun zu schnell, und außerdem will er es gar nicht mit einem Mädchen tun. Alex läßt nicht locker. Sie überrumpelt den schüchternen Sohn der Gäste ganz dreist und schläft wie ein Junge mit ihm. Alvaro ist überwältigt. Es gefällt ihm...

    Obwohl es eine schwere psychische Belastung ist, akzeptiert Alex ihre Zweigeschlechtlichkeit. Sie kommt damit besser klar als alle anderen, die eine eindeutige Festlegung erwarten. Ihr Körper bietet ihr doch beim Sex verlockende Optionen. Sie beginnt die Vorzüge zu schätzen. Ihrem ersten Sexpartner verhilft sie so dazu, sich seine Homosexualität einzugestehen. Die beiden Jugendlichen finden bei diesem Erlebnis gemeinsam zu ihrer jeweiligen sexuellen Identität und gewinnen das Selbstbewußtsein, so zu leben wie sie sind.
    Viel mehr Probleme haben die Eltern mit der Abweichung von der Norm. Ramiro zeigt wenig Toleranz, mit einem schwulen Sohn würde er schwer klarkommen. Der Vater von Alex quält sich mit innerer Zerrissenheit. Er ist nicht sicher, was das Richtige für die Zukunft seines Kindes ist. Operation? Hormone? Gar nichts tun?
    Der Film spart nicht mit dramatischen Elementen, hält sich aber fern von reißerischer Darstellung des Themas Intersexualität. Viele Szenen sind so subtil gestaltet, daß es dem Zuschauer überlassen bleibt, zwischen den Zeilen oder zwischen den Bildern einzufügen, was unausgesprochen bleibt. Schön zu sehen ist, daß Heranwachsende unter sich ganz gut allein ihren Weg zur Sexualität finden können. Erwachsene machen sich da viel zu viele Sorgen. (Pino DiNocchio)


    681069 DE
    Tonspur: Deutsch / Französisch / Spanisch
    Untertitel: D, F
    Länge: 87 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Making of


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