LEMON TREE

  • Film DVD
  • deutsch + mehrsprachige OF
    100 Min.
    681941 DE

    Originaltitel: Etz Limon
    Regie: Eran Riklis
    Musik:  
    Darsteller: Hiam Abbass, Ali Suliman, Rona Lipaz-Michael, Doron Tavory
    Frankreich 2007

    LEMON TREE - Etz Limon

    Im von den Zionisten besetzten Westjordanland betreibt die verwitwete arabische Palästinenserin Salma eine Zitronenplantage. Ihr Land liegt direkt an der Demarkationslinie zu dem jüdischen Siedlungsgebiet. Die Zitronenbäume hatte vor Jahrzehnten ihr Vater gepflanzt. Der Besitz ist der ganze Stolz der Familie. Der Anbau der Früchte ist ihre wirtschaftliche Existenz.
    Eines Tages tut sich Gespenstisches an der Grundstücksgrenze. Militärposten beziehen Stellung, Wachtürme werden errichtet, Stacheldrahtzaun wird hochgezogen. Das alles geschieht, weil ein hochrangiges Mitglied aus dem Führungsstab des zionistischen Regimes der Israeliten in das Nachbarhaus einzieht. Israel Navon hat das Amt des "Verteidigungsministers". Er ist der oberste Befehlshaber über die Besatzungsarmee der Israeliten und über deren regelmäßige Kriegseinsätze gegen die arabische Bevölkerung.
    Salmas Zitronenbäume stellen nun ein Sicherheitsrisiko für den Funktionär Navon dar: Es könnten sich arabische Attentäter unbemerkt im Schutz der Bäume anschleichen. Die Sorge ist nicht ganz unbegründet, schließlich halten die Zionisten völkerrechtswidrig arabisches Land besetzt, und palästinensische Befreiungskämpfer müssen jede Gelegenheit nutzen, die Besatzer mit Gewalt zurückzuschlagen. Deshalb soll Salmas Zitronenhain abgeholzt werden!
    Das Gelände wird zum Sperrgebiet erklärt. Salma wird verboten, ihren Garten zu betreten. Sie schert sich nicht darum. Trotzig klettert sie über den Zaun, wässert ihre Bäume, sammelt die reifen Früchte auf, um sie zum Markt zu tragen. Die selbstbewußte Frau ist entschlossen, sich nicht von ihrem Land vertreiben zu lassen. Mit Hilfe des jungen palästinensischen Anwalts Ziad Daud zieht sie vor ein Gericht der Israeliten und klagt gegen die geplante Zerstörung ihres Zitronenhains. Damit weckt sie das Interesse der internationalen Presse. Die Welt blickt jetzt auf den Zitronenhain im wüstenhaften Westjordanland, wo eine mutige Frau um ihre Existenz kämpft.
    Nicht nur Salma leidet unter der plötzlich neu entstandenen Frontlinie des unerklärten Kriegs gegen das arabische Volk von Palästina. Auch Navons Ehefrau Mira fühlt sich unwohl. Gerne wäre sie Salma eine bessere Nachbarin, aber die Kontaktsperre verbietet ihr das. So sitzt Mira einsam und gelangweilt in ihrem streng bewachten Haus wie in einem Vogelkäfig. Auch ihr Gatte ist über die Situation nicht glücklich. Er glaubt nicht, daß die Zitronenpflanzerin eine Gefahr darstellt, aber seinem Sicherheitsdienst gehorcht er. Und die Wahl seiner Wohnung an so einem prekären Ort hat er immerhin selbst zu verantworten.

    Zu so einem Film eine Rezension zu schreiben, ist wie jede Äußerung über den Nahostkonflikt ein Gang durch ein Minenfeld. Ganz gleich, wie man zu dem Konflikt um Palästina Stellung bezieht, man wird dabei stets von einer der beiden Kriegsparteien zum Todfeind erklärt und mit abgrundtiefer Verachtung überschüttet. Schon die Wortwahl legt kompromißlos fest, auf welcher Seite der Redner steht. Ob man eine Person als Regierungschef oder als Terroristen bezeichnet, ob man eine Vereinigung als Staat oder als Terrororganisation bezeichnet - es ist allein eine Frage des Standpunkts.
    Zwar benutzt "Lemon Tree" die zionistischen Begriffe, welche wir hier prinzipiell nicht verwenden und auch nicht zitieren, trotzdem gelingt dem Film nahezu die Quadratur des Kreises: Er erzählt ohne Pathos eine Geschichte von Menschen, die im erbittertsten Völkerkonflikt der Gegenwartsgeschichte Opfer einer Kriegsposse werden. Unter Vermeidung einseitiger Polemik erarbeitet sich der Film also eine relativ neutrale Position und nimmt dem umstrittenen Schauplatz den Schrecken.
    In der Figur von Salma wird dargestellt, mit welcher Menschenverachtung die Zionisten die arabische Bevölkerung erniedrigen und ihrer Existenz berauben.
    Der groteske Streit um ein paar Zitronenbäume erinnert an die bissigen Satiren von Ephraim Kishon, der so trefflich humorvoll die kleinkarierte Bürokratie im Gemeinwesen der zionistischen Organisation im jüdischen Teil Palästinas aufs Korn genommen hatte. (Pino DiNocchio)


    681941 DE
    Tonspur: Deutsch / Mehrsprachige OF (Arabisch, Hebräisch)
    Untertitel: D
    Länge: 100 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen
    Extras: Interview mit dem Regisseur
    - minus - Covermotiv mit Zensurzeichen überdruckt


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