BATHORY - DIE BLUTGRÄFIN

  • Film DVD
  • deutsch + englisch
    135 Min.
    685399 DEnicht mehr im Handel
  • Film BLU-RAY
  • deutsch + englisch
    140 Min.
    785399 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Bathory
    Regie: Juraj Jakubisko
    Musik: Simon Boswell
    Darsteller: Anna Friel, Karel Roden, Vincent Regan, Hans Matheson, Deana Horváthová, Franco Nero, Bolek Polívka, Jirí Mádl, Derek Dimir Pavelcik, Marek Majeský
    Tschechien / Slowakei / Ungarn 2007

    BATHORY - DIE BLUTGRÄFIN

    Düstere Legenden ranken sich um die ungarische Gräfin Erzsébet Báthory. Schon als junges Mädchen wird sie verheiratet mit Graf Ferenc Nadasdy aus einer befreundeten Adelsfamilie. Zu dieser Zeit im späten 16. Jahrhundert schließen sich in Ungarn Protestanten und Katholiken zu einem christlichen Heer zusammen, um gegen die ständigen Angriffe und Raubzüge der muslimischen Osmanen vorzugehen. Ferenc führt den Feldzug an.
    Als Geschenk für seine Gattin bringt Ferenc von einem siegreichen Kriegszug einen bei den Türken gefangenen italienischen Maler mit, der sich Merisi Caravaggio nennt. Erzsébet trägt Merisi auf, eine Leiche zu sezieren, um die Anatomie des Körpers zu malen. Sie selbst widmet sich der Kräuterheilkunde, weil ihr das Dasein als Gräfin zu langweilig ist.
    Indessen ist Erzsébet erbost, wie hemmungslos die Mägde in ihrer Burg es mit den Männern treiben. Obgleich sie weiß, daß die Mädchen allzuoft von den Lustmolchen genötigt werden, läßt sie die Dienstmädchen grausam bestrafen und ergötzt sich daran. Auch erfindet sie eine mit zwei scharfen Reißzähnen versehene Waffe, mit der sich Frauen gegen zudringliche Männer wehren können. Nachdem Ferenc betrunken seine schwangere Frau vergewaltigt, und sie bei der Gewalttat ihren ungeborenen Sohn verliert, wendet Erzsébet sich von ihrem Mann ab. Sie fängt eine Liebschaft mit Merisi an. Der allerdings hat bisher nur Männer geliebt.
    Ein Giftanschlag auf Merisi mißlingt, Erzsébet trinkt unbeabsichtigt den tödlichen Wein. Ferenc macht sie mit der Wunderheilerin Darvulia bekannt. Die Hexe kann Erzsébet das Leben retten und wird fortan ihre engste Vertraute. Erzsébet glaubt auch, an einer Blutkrankheit zu leiden, weil sie so blaß ist und sich oft müde fühlt. Durch die Medizin der Hexe findet sie tatsächlich Heilung.
    Der Krieg zieht sich über viele Jahre, bis Ferenc schließlich als der Schwarze Ritter fällt. Überall, wo sich die Gräfin Báthory aufhält, folgt ihr eine Spur von scheußlich verstümmelten Frauenleichen. Es wird ihr nachgesagt, sie bade im Blut von Jungfrauen, um ihre Schönheit und Jugend zu erhalten. Gräfin Báthory hat viele Feinde im politischen Machtspiel zwischen Ungarn und Habsburg, allen voran der Graf Thurzo...

    Die mühselige Storyline zieht sich endlos in die Länge. Wer von dem suggestiven deutschen Titel einen Horrorfilm mit viel Blutvergießen erwartet, wird nicht bedient. Gräfin Erzsébet Báthory wird als grausigste Serienmörderin aller Zeiten gehandelt. Hunderte von Jungfrauen soll sie gefoltert und getötet haben. Dafür wird sie 1611 in einem abgekarteten Prozeß zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt - freilich ohne wirkliche Beweise. Die Gräfin ist das Opfer eines machtpolitischen Komplotts.
    Der Film läßt offen, ob Erzsébet Báthory tatsächlich in Wannen voller Jungfrauenblut gebadet hat. Der Mönch Peter, der als Zeitzeuge mit seinem Novizen Cyril im Auftrag der Kirche die berüchtigten Umtriebe der Gräfin investigativ zu durchleuchten versucht, und der im Film als Erzähler auftritt, findet jedenfalls keine stichhaltigen Beweise für die blutrünstigen Gerüchte. Weil die von ihr entwickelte Waffe zwei Einstichlöcher hinterläßt, wird die Legende von blutsaugenden Vampiren mit den Leichenfunden rund um die Anwesen der Gräfin Báthory gebracht.
    Das politische Ränkespiel ist eindeutig. Graf Thurzo will sich die Ländereien der Báthory einverleiben. Da kommt es ihm gerade recht, daß ihr Frauenmorde nachgesagt werden, nebst ihrer Kräuterhexerei. Wenn Gräfin Báthory als Hexe verbrannt würde, fiele ihr Besitz aber an die Kirche. Der gierige Thurzo schmiedet deshalb ein Geheimabkommen mit der Kirche, um die Beute aufzuteilen: Er soll das Land bekommen und die Kirche das Geldvermögen einstreichen. Erzsébet kann ihren spätgeborenen Sohn Pál noch bei der loyalen Verwandtschaft in Transsylvanien in Sicherheit bringen. Der ungarische König stellt sich gegen Thurzos infamen Plan quer, kann jedoch das Ende der Gräfin nicht mehr unterbinden.
    Die tschechisch-slowakisch-ungarische Produktion ist eine Verquickung aus Historiendrama, Biografie und abenteuerlicher Fiktion. In jedem Fall macht der Film die Gräfin Erzsébet Báthory zu einer zutiefst tragischen Figur. Um das Ganze noch unterhaltsamer zu machen, wurden einige Fantastereien eingebaut. Ins 16. Jahrhundert dichtete man prähistorische Prototypen von Rollerblades, Gleitschirmen und Fotoapparaten. Der Maler Merisi Caravaggio war zwar ein Zeitgenosse, von einem Aufenthalt in Ungarn und einer Affäre mit der Báthory ist in seinem Lebenslauf nichts erwähnt.
    Herauszuheben ist die gelungene Filmmusik mit spätmittelalterlich sakralen Klängen. Der Soundtrack von Simon Boswell trägt wesentlich zur Entstehung einer Gothic-Atmosphäre bei. (Pino DiNocchio)


    685399 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D
    Länge: 135 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:2.35
    Extras: Wendecover, Making of, Musikvideo, Bildergalerie


    785399 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D
    Länge: 140 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:2.35
    Extras: Wendecover, Making of, Musikvideo, Bildergalerie


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