OSKAR UND DIE DAME IN ROSA

  • Film DVD
  • deutsch + französisch
    101 Min.
    686689 DE
  • Film BLU-RAY
  • deutsch + französisch
    106 Min.
    786689 DE

    Originaltitel: Oscar et la Dame Rose
    Regie: Eric-Emmanuel Schmitt
    Musik: Michel Legrand
    Darsteller: Amir Ben Abdelmoumen, Michèle Laroque, Max von Sydow, Amira Casar, Mylène Demongeot, Jonas Wertz, Eric Remi, Martin Nissen, Mathilde Goffart
    Frankreich / Belgien / Kanada 2009

    OSKAR UND DIE DAME IN ROSA - Oscar et la Dame Rose

    Im Krankenhausflur rennt die in Rosa gekleidete Pizzalieferantin vom Pinky Pizza Service vor lauter Hektik in einen kleinen Patienten. Der krebskranke Oscar ist der Schrecken des Klinikpersonals, weil er dauernd Streiche spielt. Oscar ist 10 Jahre alt. Er weiß, daß er bald sterben wird. Der Junge spricht mit niemandem mehr, weil er enttäuscht ist, daß keiner - weder die Ärzte, noch seine feigen Eltern - ihm gegenübertreten und ihm offen sagen, daß er den tapferen Kampf gegen den Krebs verloren hat.
    Doch die Begegnung mit der forschen Pizzabäckerin ändert alles. Oscar verlangt, die Dame in Rosa wiederzusehen. Der Professor erpreßt Rose einen Deal: Sie bekommt den Auftrag, das Krankenhaus mit Pizza zu beliefern, wenn sie dafür täglich den todkranken Jungen besucht.
    Es ist der 20. Dezember. Rose schlägt dem Jungen ein Spiel vor: Die letzten 12 Tage des Jahres soll er jeden Tag so leben, als wären es 10 Jahre. Im Zeitraffer spielt Oscar während dieser Tage die Stationen eines ganzen Menschenlebens durch...

    Das Kinderkrankenhaus ist ein wahres Gruselkabinett. Der abgemagerte Oscar, der mit seinem Glatzkopf aussieht wie ein Marsmensch, hat hier lauter seltsam entstellte Kinder als Freunde und Feinde um sich.
    Zwischen Oscar und der Dame in Rosa entsteht sofort eine magische Verbindung. Beide haben einen ausgeprägten Hang zu Phantastereien. Beide haben ein loses Mundwerk. Vor dem todkranken Kind plappert Rose so unbedacht daher, daß sie sich am liebsten die Zunge abbeißen würde. Oscar können ihre Worte aber nicht erschüttern. Dieser Junge hat schon viel von der Welt verstanden, er läßt sich nichts vormachen. Gott ist Volksverdummung, entgegnet er harsch auf den Vorschlag, er möge doch seine Seele in Briefen an Gott erleichtern. Trotzdem spielt er das Spiel mit. Er ist zu klug, um sich von der kalten Wirklichkeit so einen Spaß verderben zu lassen. Er läßt sich von Rose und ihren Geschichten über ihre sagenhaften Kämpfe als ehemalige Catcherin verzaubern. Oscars letzte Lebenstage im Krankenhaus verwandeln sich zu einem bizarren Abenteuer.
    Rose ihrerseits verdrängt mit dem ihr unverhofft zugefallenen Engagement für ein sterbendes Kind das Chaos in ihrer eigenen Existenz. In Wahrheit aber ist alles, was sie dem Jungen vorspielt, ein Spiegel ihrer selbst und ihrer unerfüllten Wünsche. Mit etwas anderen Vorzeichen durchläuft auch Rose dabei im Schnelldurchgang die Höhen und Tiefen des Lebens. Sie bringt ihre Lebenslustigkeit ein und wird selbst zum Kind, wenn sie mit Oscar spielt. Oscar geht am Ende in Frieden von der Erde, doch sein Erbe bleibt in Rose zurück. Sie wird die Welt jetzt mit anderen Augen sehen.
    Schriftsteller Eric-Emmanuel Schmitt übernahm die Regie bei der Verfilmung seines Romans "Oscar et la Dame Rose" selbst. Sein Konzept war es, die rührende Geschichte in einer Kunstfilm Atmosphäre zu erzählen. Mit der im französischen Film als clair-obscure bekannten Beleuchtungstechnik, die dem Chiaroscuro Effekt aus der Malerei entlehnt ist, werden innerhalb eines Szenenbilds jeweils nur die Hauptobjekte - Personen, Gesichter oder wesentliche Gegenstände - blendend hell angeleuchtet, während die übrige Umgebung abgedunkelt bleibt. Leicht gespensterhaft bewegen sich die Figuren dabei durch den finsteren Raum.
    Geradezu gespenstisch gut spielt auch der junge Amir den aus seiner Todeslethargie erwachenden Oscar. Angestachelt durch die verrückten Einfälle der Madame Rose wächst der kleine Junge plötzlich in die Rolle eines Menschen, der durch alle Altersstufen saust. Er erfährt, wie es sich anfühlt, ein verliebter Teenager zu sein, wie sich das Glück der Ehe und die darauf folgende Eifersuchtskrise anfühlt, wie man sich wieder versöhnt und im Alter dem Herbst des Lebens entgegenblickt. Das alles spielt der aufgeweckte Knirps mit so großer Präzision, daß das Ensemble aus gestandenen Schauspielern beim Dreh dabei erschauderte.
    Die von Michel Legrand komponierte Filmmusik bringt mit lauten, schwungvollen Orchesterparts buntes Leben in das triste Hospital. Zum Ende der Handlung hin ebbt der Score ab, ruhigere Klänge übernehmen die Begleitung von Oscars letzten Stunden, die zugleich für Rose eine Art Wiedergeburt darstellen. Aus der Trauer um ein so früh gestorbenes Kind erwächst der Dame in Rosa die Kraft für einen Neuanfang. Die beiden Protagonisten gehen schließlich schmerzfrei auf im ewigen Kreislauf des Lebens. Selten wurde der Tod eines Kindes so trostvoll beschrieben.
    (Pino DiNocchio)


    686689 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch / Französisch
    Untertitel: D
    Länge: 101 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:2.35
    Extras: Wendecover; Making of; Interview mit Eric-Emmanuel Schmitt; Presseheft (PDF)


    786689 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch / Französisch
    Untertitel: D
    Länge: 106 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:2.35
    Extras: Wendecover; Making of; Interview mit Eric-Emmanuel Schmitt


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