DER HIMMEL HAT VIER ECKEN

  • Film DVD
  • deutsch
    95 Min.
    687509 DE

    Originaltitel: Der Himmel hat vier Ecken
    Filmlänge: 89 Min. ohne Abspann
    Regie: Klaus Wirbitzky
    Musik:  
    Darsteller: Moritz Jahn, Lukas Mrowietz, Sophie Schirmer, Charly Hübner, Udo Kier, Sven Walser, Susianna Kentikian
    Deutschland 2011

    DER HIMMEL HAT VIER ECKEN

    Vom Innenhof der Mietskaserne aus betrachtet, wo Joschi mit seinem arbeitslosen Vater eine schäbige Wohnung bezieht, sieht der Himmel viereckig aus. Umgeben ist der quadratische Hof von den knastartig in die Höhe ragenden gemauerten Altbaufassaden, hinter denen allerlei verschrobene Leute hausen. Künstler, Ausländer, Verrückte. Ein Torbogen führt nach draußen, einziger sonstiger Fluchtpunkt ist der angrenzende Hinterausgang eines Kiez-Kinos. Ein Ex-Bundeswehr Trottel spielt sich mit rüpelhaftem Gebaren als Hausmeister des Blocks auf.
    Der Empfang der neuen Mieter ist frostig. Teenager Joschi wird erstmal von Niko dumm angemacht. Der hält sich in seiner Altersgruppe für den Platzhirsch in dem Wohnblock. Niko sitzt am nächsten Tag auch in derselben Klasse, in die Joschi an der umzugsbedingt neuen Schule kommt. Der in einer gehobenen Wohngegend aufgewachsene junge Klavierspieler muß schnell erkennen, daß hier in diesem Milieu eine andere Sprache gesprochen wird. Nikos Sprache ist die Faust. Zum Einstand wird der Neue standesgemäß verdroschen. Obwohl kräftemäßig klar unterlegen, hält sich Joschi überraschend gut auf den Beinen. Damit hat er das Ritual bestanden, und Niko reicht ihm die Hand zur Freundschaft.
    Es ist eine Freundschaft mit Ecken. Beide Jungen behalten so ihre Zweifel, ob sie einander bei ihren persönlichen Problemen wirklich brauchen. Joschi ist wütend, weil sein Vater ihn mit seinem angeblichen neuen Job angelogen und ihn damit vor den neuen Freunden beschämt hat. Niko ist aufgebracht, weil seine große Schwester ihren nächsten Boxkampf wegen einer Wettmanipulation absichtlich verlieren soll. Schließlich steht Jessica zwischen den beiden Jungs. Niko behauptet, daß er mit ihr geht; Jessica sieht das aber ganz anders, sie hat mehr Blicke für Joschi. Trotz aller guter Vorsätze und Versprechen, bei Liebe hört die Freundschaft auf...

    Größere Katastrophen gibt es in dem Jugendfilm über die schwierige Freundschaft zweier ungleicher Jungs nicht. Dafür zeichnet die stringente Charakterentwicklung der Hauptfiguren Konturen ihrer unterschiedlichen Lebenswelten.
    Joschi spielt klassische Musik am Klavier und singt im Chor. Folglich zieht es ihn in der neuen Wohnumgebung zuerst zu der suizidalen Opernsängerin im oberen Stock und zu Jessicas heimlichen Ballettübungen im Dachboden. Mit dem Griff nach einem Stück vertrauter Kultur stemmt sich der Teenager gegen den sozialen Abstieg, den er mit die Trennung seiner Eltern erfahren muß.
    Nikos Familie kommt aus Kasachstan. Der Vater trinkt sich aus und in die Perspektivlosigkeit. Nikos ältere Schwester Tatjana will als Profiboxerin den Aufstieg in eine materiell bessere Existenz schaffen. Sie ist Nikos Idol und die Hoffnung der Familie, mit schnell verdientem Geld aus dem muffigen Wohnmilieu herauszukommen.
    Bei allen Verschiedenheiten treffen sich Joschi und Niko an einem gemeinsamen Punkt: Die Launen der Pubertät schütteln sie beide durch. Getrieben von typischen Stimmungsschwankungen und affektivem Benehmen trudeln die Jungen in ihrer Freundschaft durch heftige Konflikte. Sie mögen und sie verachten sich in schnellem Wechsel. Der Mix aus familiären Problemen und der Verwirrung um die erste Liebe und die Eifersucht läßt die um das selbe Mädchen rivalisierenden Jungs taumeln, bis sie im Finale des Films lernen, Prioritäten zu setzen. (Pino DiNocchio)


    687509 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 95 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
    Extras: Wendecover


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