DER MANN AUF DEM BAUM

  • Film DVD
  • deutsch
    90 Min.
    687669 DE

    Originaltitel: Der Mann auf dem Baum
    Filmlänge: 88 Min. ohne Abspann
    Regie: Martin Gies
    Musik:  
    Darsteller: Jan Josef Liefers, Jannis Michel, Suzan Anbeh, Philipp Danne, Sven Pippig, Bernhard Schütz, Lena Stolze, Eva Löbau, Tobias Kay, Rainer Piwek
    Deutschland 2011

    DER MANN AUF DEM BAUM

    Hans ist geschockt. Seine Ex-Gefährtin Linda will mit dem gemeinsamen Sohn umziehen, eine Tagesreise weit weg. Die bisherige Abmachung, daß Moritz jedes zweite Wochenende beim Vater ist, löst sich durch diesen eigenmächtigen Schritt in Luft auf.
    Vor lauter Aufregung torkelt Hans in der Stadt in einen rasenden Skateboardfahrer und wacht im Krankenhaus auf. In den Betten neben ihm in der Kassenpatientenunterkunft liegen drei Männer, die dasselbe Leiden wie Hans haben: Auch sie wurden von ihren Frauen abserviert. Leo, Walter und Martin solidarisieren sich mit Hans im Kampf um seinen Sohn.
    Lindas neuer Lover Jonas beabsichtigt zur Verwirklichung eines beruflichen Projekts mit ihr und dem Jungen nach Dänemark auszuwandern. Diesen Plan wollen Hans und seine neuen Freunde mit allen Mitteln zu Fall bringen. Auf Moritz Unterstützung können sie zählen. Obwohl er in der Schule von Mädchen gemobbt wird und ihn die Aussicht lockt, durch einen Umzug der täglichen Schulhölle entfliehen zu können, möchte der Junge lieber beim Vater bleiben.
    Das Männerquartett schießt mit scharfen Pfeilen, um Jonas aus dem Feld zu räumen. Walter ködert den Ingenieur mit einem Abwerbeversuch zu seiner Firma. Frauenheld Martin baggert Linda an. Nach Plan A folgt Plan B, und nachdem auch der scheitert, klettert Hans in letzter Verzweiflung in der Innenstadt auf einen Baum, wo er aus Protest gegen die arrogante Allmacht der Mütter so lange oben bleiben will, bis er als Vater das gleiche Recht bekommt, über den Wohnort für seinen Sohn mit zu entscheiden...

    Das Problem der Entrechtung der Väter und damit auch die Mißachtung der Wünsche der Kinder ist eine ernste Sache. Dem deutschen Fernsehzuschauer kann man eine so schmerzhaft an der göttlichen Perfektion der bundesrepublikanischen Rechtsordnung sägende Thematik anscheinend nur im Komödienformat nahebringen, bestenfalls wie in diesem Film mit einer temporeichen Dramödie. Väter sind im menschenrechtswidrigen deutschen Rechtssystem auf empörende Weise diskriminiert. Außerhalb einer Ehe werden Kinder wie Eigentum kategorisch allein den gebärenden Müttern zugesprochen. Die Väter haben keine Rechtsansprüche, ihre Kinder zu sehen und über die Erziehung mitzubestimmen; sie sollen als biologische Erzeuger nur zahlen.
    Der 12jährige Moritz erfährt schon in der Schule, wie Mädchen nur wegen ihres Geschlechts systematisch bevorzugt werden. Allzu eifrige Gleichmacher haben in der deutschen Gesellschaft das historisch überkommene Patriarchat verstrichener Jahrhunderte ins krasse Gegenteil verkehrt, statt eine richtige Gleichberechtigung der Geschlechter anzustreben.
    Daß Moritz am Ende mit dem garstigen Mädchen geht, das ist ein makaberer Schlußgag, auch wenn den wohl nur die wenigsten Zuschauer so verstehen. Ansonsten ist die Rolle von Moritz gut geschrieben. Er ist ein kluger Junge, der sich sehr selbstbewußt seine Gedanken macht und seine Chancen zu ergreifen weiß. Sein aktiver Part trägt viel zur Überzeugungskraft der Geschichte bei. Das bringt wenigstens ein bißchen Realismus in die auf Lachnummer getrimmte Produktion. Der junge Darsteller Jannis Michel spielt seine Szenen als Moritz so gut, daß man den Jungen sofort ins Herz schließt. (Pino DiNocchio)


    687669 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: D
    Länge: 90 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
    Extras: Wendecover


    ©   2011 by TAMINGO Media Publishing