MARCELINO (2010)

  • Film DVD
  • deutsch + spanisch
    89 Min.
    689171 DEnicht mehr im Handel
  • Film BLU-RAY
  • deutsch + spanisch
    91 Min.
    789171 DE

    Originaltitel: Marcelino pan y vino
    Filmlänge: 84 Min. ohne Abspann
    Regie: Jose Luis Guiterrez
    Musik:  
    Darsteller: Mark Hernández Mosqueda, Alejandro Tommasi, Jorge Lavat, Gerardo Moscoso, Gaston Peterson, Guillermo Larrea, Waldo Facco, Arturo Diaz de Sandy, Teresa Ruiz, Omar Alexis Ramirez, Justo Rodriguez, Angeles Cruz
    Mexiko 2010

    MARCELINO - Marcelino pan y vino (2010)

    Vor dem Tor eines Franziskaner-Klosters wird ein Säugling gefunden. Das erste, was den Mönchen einfällt, ist das Findelkind zu taufen. Der Junge erhält den Namen des kalendarischen Tagesheiligen: Marcelino.
    Vergeblich suchen die Mönche in der Umgebung nach den Eltern des ausgesetzten Babys. Auch keine andere Familie kann das Waisenkind aufnehmen, denn die Leute sind arm. Dem Männerverein bleibt keine andere Wahl, als das Baby zu behalten. Alle sind entzückt von dem herzigen kleinen Geschöpf. Die Mönche reißen sich förmlich darum, es zu umsorgen und zu pflegen.
    Marcelino wächst im Kloster auf. Die Brüder haben viel Freude an dem lebhaften Zögling, der viele Fragen stellt und sie mit seinen Flausen allesamt ganz schön auf Trab hält. Sie sind sehr nachsichtig mit dem süßen Fratz, sie sehen ja ein, daß ein Kind viel Spielraum braucht. Immerhin lernt Marcelino ja alles über den Glauben und das Leben. Auch mit dem Tod muß sich der Junge auseinandersetzen. Es ist schwer zu verstehen für ein Kind, weshalb Menschen sterben müssen.
    Im Alter von 5 Jahren findet Marcelino einen wundervollen Spielkameraden in dem gleichaltrigen Bauernjungen Eleuterio. Es ist die Zeit des Bürgerkriegs. Bei einem Feuergefecht zwischen Regierungssoldaten und Revolutionären nahe des Dorfs wird der kleine Eleuterio erschossen. Marcelino spielt fortan mit einem imaginären Eleuterio. Im Geiste ist der liebe Freund noch immer bei ihm. Trost findet Marcelino in den religiösen Lehren, die verheißen, daß Verstorbene in das Reich Gottes eingehen, wo es wunderschön ist. In dem Jungen wächst der Wunsch, bald zu seinem Kameraden und vor allem zu seiner Mutter in das Paradies zu kommen. All das verrückte Bibelzeug der Mönche verdichtet sich in der Fantasie des Jungen zu einer gefährlichen Wahnvorstellung.
    Die Mönche lassen Marcelino viele Freiheiten. Nur eine Regel muß er befolgen: Niemals darf er den Dachboden betreten. Eines Tages bricht er das Verbot und geht seiner Neugier nach. Dort oben findet er den gefürchteten Dachbodenmann, vor dem die Brüder so eindringlich gewarnt haben, um ihm Angst zu machen, damit er nicht hinauf geht. Es ist eine hölzerne Jesusfigur, die zwischen anderen Dingen dort abgelegt ist. Weil der Mann so dürr und abgemagert ist, bringt Marcelino ihm Essen und Trinken - Brot und Wein. Tatsächlich ißt und trinkt der Mann, und er spricht mit Marcelino und bedankt sich. Und der Knabe wundert sich über die schrecklichen Wundmale.
    Die Brüder wundern sich über das merkwürdige Benehmen des Knaben. Er verbringt plötzlich so viel Zeit in der Kapelle. Es ist auch nicht verborgen geblieben, daß er Brot und Wein stiehlt. Marcelinos naive Erklärung seines Tuns wird gründlich mißverstanden. So bestätigt man ihm die Richtigkeit seines Handelns. Das führt den Jungen geradewegs in eine Tragödie - die jedoch von den Betbrüdern keineswegs als Unglück, sondern als göttliches Wunder gefeiert wird...

    Die mexikanische Adaption des spanischen Märchens verortet die Geschichte in den mexikanischen Bürgerkrieg am Anfang des 20. Jahrhunderts. Das wäre an und für sich noch gangbar, hätte man bei der Inszenierung nicht den Fokus so sehr auf eine nationalhistorische Akzentuierung gesetzt, daß der ursprüngliche Geist der Erzählung vom Wunder des Marcelino völlig verloren ging. Regisseur Ladislao Vajda zelebrierte in der spanischen Originalverfilmung im Jahr 1955 mit dem damaligen Kinderstar Pablito Calvo in der Hauptrolle ein Meisterwerk faszinierender Vermählung von kindlicher Entwicklungspsychologie und religiöser Mystik. Die mexikanische Neuverfilmung von 2010 wirkt vor der Fragilität des berührenden Originals wie ein hölzerner Klotz.
    Marcelinos imaginärer Freund ist hier anfangs real, nämlich in Gestalt des Bauernbuben Eleuterio, der zum Kollateralopfer des Revolutionskriegs wird. Diese reale Erfahrung ersetzt Marcelinos didaktische Dialoge mit den ihn erziehenden Mönchen zum Thema Tod, welche im Original den entscheidenden Platz einnehmen und den kleinen Jungen in jene Irrvorstellung führen, die dann in seiner mysteriösen Dematerialisierung münden.
    Eine mit den gedeckten Bildern in der kargen Halbwüste visuell zwar ansprechende Kulisse und ein seine Rolle sehr ernst spielender, niedlicher kleiner Junge zwischen durchweg überzeugend dargestellten Klosterbrüdern - das liefert dennoch bei dieser Neuverfilmung im Endergebnis nur einen wenig spektakulären Handlungsablauf. Das Finale fällt dann auch in Ermangelung der im Original vollzogenen subtilen Hinleitung ziemlich plump aus. Der Film steht in keinem Vergleich mit Ladislao Vajdas inspirierender Interpretation des Stoffs. (Pino DiNocchio)


    689171 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch / Spanisch
    Untertitel: D
    Länge: 89 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:2.35
    Extras: Bildergalerie
    minus Covermotiv mit Zensurzeichen überdruckt - Das auf der Rückseite als Bonusmaterial angegebene Wendecover ist nicht vorhanden


    789171 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch / Spanisch
    Untertitel: D
    Länge: 91 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:2.35
    Extras: Bildergalerie
    minus Covermotiv mit Zensurzeichen überdruckt - Das auf der Rückseite als Bonusmaterial angegebene Wendecover ist nicht vorhanden


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