AUSENTE

  • Film DVD
  • spanisch
    91 Min.
    deutsche Untertitel
    689244 DE

    Originaltitel: Ausente
    Filmlänge: 84 Min. ohne Abspann
    Regie: Marco Berger
    Musik: Pedro Irusta
    Darsteller: Carlos Echevarría, Javier De Pietro, Antonella Costa, Rocío Pavón, Alejandro Barbero
    Argentinien 2011

    AUSENTE

    Zufrieden betrachtet Martin seine für das Alter von 16 Jahren schon üppig gewachsene Körperbehaarung. Im Umkleideraum nach dem Sport wirft er verstohlene Blicke auf die gut gebauten Körper der Mitschüler. Mehr noch als das reizt ihn der Anblick von Schwimmlehrer Sebastian.
    Mit einer Lüge bringt Martin den Lehrer in die Verlegenheit, den Schüler mit zu sich in seine Wohnung zu nehmen und ihn sogar bei sich übernachten zu lassen. Sebastian steht in einem schwierigen Konflikt. Er kann den Jugendlichen, der angeblich zuhause nicht reinkommt, weil die Oma weggefahren ist und er keinen Schlüssel zur Wohnung hat, nicht über Nacht auf der Straße stehen lassen. Doch wenn jemand bemerkt, daß ein Minderjähriger in seiner Wohnung schläft, kann das gefährliche Vermutungen auslösen.
    Sebastian fühlt sich unangenehm bedrängt. Der Junge ist ihm mit seiner dreisten Art unheimlich. Tatsächlich hat Martin klare Absichten. Er wagt sich in seiner sexuellen Begehrlichkeit weit vor. Die Tragödie beginnt, als Martin nicht bekommt, wonach er verlangt...

    Zumeist sind es in solchen Filmen die bösen erwachsenen Männer, die sich an Jugendliche heranmachen. "Ausente" behandelt die umgekehrte Konstellation. Hier ist es der Teenager, der Sex mit seinem Lehrer will und dabei an die Grenzen der Übergriffigkeit geht. Die sexuelle Experimentierlust von Pubertierenden wird in der ignoranten westlichen Gesellschaft verleugnet, was zwangsläufig eine einseitige Kriminalisierung der involvierten Erwachsenen zur Konsequenz hat. Das gestörte Verhältnis zur Sexualität von Heranwachsenden macht Bezugspersonen in deren erzieherischem Umfeld zu leichten Opfern.
    Regisseur Marco Berger erzählt aus eigener Lebenserfahrung von den Gefühlen und Sehnsüchten eines Jugendlichen, von dem Wunsch den männlichen Körper zu entdecken. Dabei vermeidet er in den Bildern jede offene visuelle Erotik. Aufnahmen mit Grauschleier verströmen eine intellektuelle Kälte, die den Zuschauer von jedem Gedanken an sinnlichen Genuß fernhält. Die langatmigen Szenen bauen die quälende Spannung auf, die Martin und Sebastian auf verschiedenen Seiten der Linie gleichermaßen fast zum Bersten bringt.
    Martin weiß genau, was er will. Er konfrontiert den völlig verunsicherten Schwimmtrainer ganz offen damit. Der Lehrer ist mit der Situation total überfordert. Er kommt sich erpreßt vor, mit der juristischen und moralischen Bedrohung im Nacken sieht er keine andere Möglichkeit, als den aufdringlichen Jungen scharf zurückzuweisen. Innerlich ist er aufgewühlt. Dann stürzt ihn eine schockierende Nachricht in die Finsternis tiefster Gewissensnot. Der Film verläßt an dieser Stelle den weiteren Gang der Geschichte und taucht ein in Sebastians verzweifelte Fantasie, in der er versucht, das Geschehene zu verarbeiten. Ein intensiver Soundtrack aus eindringlichen elektronischen Flächenteppichen und betörenden Gothic Klängen unterstreicht die beklemmende Atmosphäre.
    (Pino DiNocchio)



    Bildnachweis: Verwendung der Bilder aus dem Film mit freundlicher Genehmigung der Pro-Fun Media GmbH
    Fotos © by PRO-FUN MEDIA


    689244 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Spanisch
    Untertitel: D
    Länge: 91 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Wendecover, Interview mit dem Regisseur (ca. 10 Min., engl. OF), Verleihung des TEDDY AWARDs - 61. BERLINALE (ca. 13 Min.)


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