MEIN FREUND DER DELFIN

  • Film DVD
  • deutsch + englisch
    108 Min.
    689271 DE
  • Film BLU-RAY
  • deutsch + englisch
    113 Min.
    789279 FR
  • Soundtrack CD
  • Mark Isham / Score353530

    Originaltitel: Dolphin Tale
    Regie: Charles Martin Smith
    Musik: Mark Isham
    Darsteller: Nathan Gamble, Cozi Zuehlsdorff, Harry Connick Jr., Kris Kristofferson, Austin Stowell, Morgan Freeman, Ashley Judd
    USA 2011

    MEIN FREUND DER DELFIN - Dolphin Tale

    Der vaterlose Sawyer Nelson ist ein in sich gekehrter 12jähriger Junge, der sich die meiste Zeit in seiner Bastelwerkstatt verkriecht. Freunde hat er keine. In der Schule wird der geschnitten. Nun muß er wegen schlechter Noten auch noch in den Sommerferien zum Aufholunterricht gehen. Ausgerechnet jetzt verabschiedet sich der ältere Vetter Kyle, der für Sawyer wie ein Bruder und zugleich eine Art Vaterersatz ist, um zum Militär zu gehen.
    Auf dem Schulweg findet Sawyer einen gestrandeten Delphin, der sich in einer Krabbenfalle verfangen hat. Das verletzte Tier kommt in die Meerestierklinik. Dem Delphinmädchen muß die schwer entzündete Schwanzflosse amputiert werden. Ohne Schwanzflosse hat der Delphin, dem sie den Namen "Winter" geben, kaum eine Lebenschance, denn die mächtige Flosse braucht das Tier zum Schwimmen.
    Sawyer schwänzt die Schule und eilt täglich zur Klinik, um zu sehen, wie es dem Delphin geht. Er freundet sich mit Hazel, der umtriebigen Tochter des Tierarzts an. Ganz langsam öffnet sich der schüchterne Junge. Denn Delphin Winter, die apathisch im Wasserbecken liegt, zeigt auf Sawyers Anwesenheit eine ermutigende Reaktion. Sie erkennt den Jungen, der sie am Strand gerettet hat. Nun fällt Sawyer die Verantwortung zu, die Zuneigung des sensiblen Meeressäugers zu erwidern und Winter bei der Genesung zu helfen.
    Eine Welt bricht zusammen, als Soldat Kyle verstümmelt nach Hause kommt. Rekordschwimmer Kyle kann es nicht akzeptieren, für den Rest seines Lebens ein Krüppel zu sein. Der junge Mann gibt sich auf. Aber das will Sawyer, der schon mit Kräften um das Leben seines Freunds, des Delphins, kämpft, nicht zulassen. Mit modernen Prothesen kann man nach dem Verlust von Gliedmaßen wieder erstaunliche Bewegungsfreiheit erlangen. Bis Kyle das erkennt, muß Sawyer eine verwegene Idee verwirklichen: Der Junge bittet den Prothesenkonstrukteur Dr. McCarthy aus dem Militärkrankenhaus, eine künstliche Schwanzflosse für den Delphin Winter anzufertigen...

    Delphindame Winter spielt sich in diesem autobiographischen Dramamärchen selbst. Unterstützung hat sie dabei von CGI-Doubles. Nachgestellt wird in dem Film, wie die Meeressäugerin nach dem Verlust ihrer Schwanzflosse durch den unermüdlichen Einsatz eines 12jährigen Jungen eine Schwanzprothese bekommt, mit der sie beim Tauchen im Wasser wieder auf ihre natürliche Bewegungsart navigieren kann.
    Ein deprimierter Junge und ein deprimierter Fisch, welcher korrekterweise ein Säuger aus der Familie der Wale ist, finden zu einer tiefen Freundschaft. Das erinnert sofort an "Free Willy". In der Geschichte von Sawyer und Winter kommt noch ein dritter Akteur hinzu, nämlich Kyle. Er teilt mit dem Delphin das Schicksal, durch einen Unfall eine körperliche Behinderung erlitten zu haben. Die kaum zu übersehende Parallele ist für Sawyer die Ziellinie seiner Bemühungen. Bis zu dem Punkt funktioniert der Film, dann kippt mit dem Auftauchen eines verkrüppelten kleinen Mädchens die Glaubwürdigkeit. Auf diese kitschige Überhöhung hätte man wirklich verzichten sollen. Das Happy End an sich ist vorgegeben, nur hätte ein europäischer Regisseur den Schluß dezenter umgesetzt.
    Jungschauspieler Nathan Gamble überzeugt in seiner Rolle als begeisterungsfähiger Junge. Sawyers anfängliche Verstocktheit schmilzt durch das Feuer, welches die erste Begegnung mit dem verletzten Delphin am Strand entfacht. Der einzige Mensch, zu dem Sawyer eine wirkliche Beziehung hat, ist Kyle; und der hat ihn gerade allein gelassen. Es ist naheliegend, daß der Junge sein zweifellos vorhandenes großes Bedürfnis nach emotionaler Zuneigung auf ein Tier projiziert. Der Delphin mag ihn möglicherweise auch enttäuschen, jedoch nicht auf so egoistische Weise wie Menschen das in ihrem kühl berechneten Verhalten tun.
    Voller Euphorie für seinen tierischen Freund begibt sich Sawyer in das ihm eigentlich eher unangenehme feuchte Element. Man fragt sich bei der filmischen Gestaltung der Szenen im Wasserbecken allerdings, was man von dem andauernden Wet-T-Shirt Look halten soll. Wieso läßt das Script Nathan Gamble konsequent immer nur in voller Kleidung ins Wasser steigen? Einen Jungen in Badehose zu zeigen scheint im Hollywood-Kino dieser Tage jetzt auch schon ein Tabu zu sein. In Sachen moralistischer Ganzkörperverhüllung haben die US-Amerikaner bald mehr mit den Taliban gemeinsam als etwa mit dem aufgeklärten Europa. Da fühlt man sich als Zuschauer in die biedere Ära der Ganzkörperbadeanzüge des 19. Jahrhunderts zurückverbannt. Sauberes Familienkino also. (Pino DiNocchio)



    689271 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch / Spanisch
    Untertitel: D, E + 7 weitere
    Länge: 108 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
    Extras:  


    789279 FR
    Tonspur: Deutsch / Englisch / Französisch / Spanisch / Katalanisch / Italienisch
    Untertitel: D, E + 7 weitere
    Länge: 113 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
    Extras: Making of, entfallene Szene


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