OPERATION ZUCKER

  • Film DVD
  • deutsch
    88 Min.
    690635 EUnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Operation Zucker
    Regie: Rainer Kaufmann
    Musik:  
    Darsteller: Senta Berger, Nadja Uhl, Anatole Taubmann, Parashiva Dragus, Adrian Ernst, Leonard Proxauf, Stefan Rudolf, Hans-Uwe Bauer, Matthias Dittmer
    Deutschland 2012

    OPERATION ZUCKER

    Die kleine Fee verläßt ihr verarmtes Zuhause in Rumänien in dem Glauben, sie würde nach Deutschland gebracht, um eine Schule zu besuchen. Die scheußliche Wahrheit kommt schnell. Fee wird zusammen mit dem Jungen Bran und weiteren Kindern an einen Prostitutionsring verkauft.
    Berliner Kriminalermittler sind der Verbrecherbande auf der Spur. Sie beobachten und dokumentieren auf Film, wie Kinder zu mutmaßlichen sexuellen Dienstleistungen in Clubs und Hotels gebracht werden. Beteiligt an diesem Geschäft sind dicke Fische. Persönlichkeiten aus Politik und Justiz gehören zu den Kunden. Für die kleinen Beamten ist es kaum möglich, ihre brisante Erkenntnis erfolgreich zu verwerten, denn die Täter werden von ganz oben gedeckt, so scheint es.
    Ein Aussteiger, der als Kronzeuge aussagen möchte und um entsprechenden Schutz bittet, gibt Hinweise, die zur Befreiung einer Gruppe von Kindern führen. Der rumänische Junge Bran wird richterlich vernommen. Er schildert, wie er von einem sadistischen Kunden mit Stöcken mißhandelt wurde, und er kann den Mann eindeutig identifizieren. Trotzdem bewegt sich nichts. Der Richter läßt den prominenten Tatverdächtigen laufen. Die junge Kommissarin Wegemann und Staatsanwältin Lessing rennen gegen Mauern. Die verstörten Kinder werden als nicht aussagefähig eingeschätzt. Den Kronzeugen läßt man fallen. Die Akte wird von oberster Stelle geschlossen und verschwindet.
    Wegemann und Lessing sind entschlossen, die Sache weiter zu verfolgen und die kleine Fee vor einem erneuten Zugriff der Zuhälter zu beschützen, auch wenn sie dabei den Dienstweg verlassen...

    Eines ist klar: Die Kundschaft kommt aus der oberen Gesellschaftsschicht. Man braucht eine Menge Geld, um sich in gehobenen Etablissements Kinder für den Mißbrauch kaufen oder mieten zu können. Die hier dargestellten konspirativen Zirkel sind dicht geschlossen und perfekt getarnt. Kindesmißbrauch ist aber kein Phänomen der reichen Elite. In solchen Kreisen wird das nur besonders kultiviert. Das diskrete Arrangement von bezahltem Sex mit verschleppten Kindern aus Armutsregionen an den südöstlichen Rändern Europas bleibt eine Domäne des staatstragenden Geldadels, der in seinen Machtpositionen nahezu unangreifbar ist.
    Wie jedoch befriedigt die Mehrheit der Pädophilen, die der weniger zahlungskräftigen Mittel- und Unterschicht angehören, ihre Bedürfnisse? Da bleibt allenfalls der schnelle Straßenstrich, oder aber es werden Kinder aus dem persönlichen Sozialumfeld zu Opfern. Die zentrale Frage bleibt, wie dem Kinderhandel beizukommen ist. Da die Täter in Deutschland gut geschützt sind und das System daran nichts ändern will, appellieren die Autoren des Films, in den Herkunftsländern wie Rumänien mehr Aufklärungsarbeit zu leisten, damit arme Familien ihre Kinder nicht in die Netze der Rattenfänger gehen lassen. Eine solche Hilflosigkeit kommt einer Kapitulation gleich!
    Der Film verzichtet ganz auf überflüssige Nebenhandlungen. Der emotional belastende Kriminalfall ist doch zu ernst, um mit Trivialitäten wie Beziehungskram der Hauptfiguren verwässert zu werden. Die zwei exemplarisch gezeigten Kinder sprechen genug für sich. Die kleine Fee reagiert auf den Mißbrauch mit traumatisiertem Rückzug und Kontaktverweigerung, sie verstummt und verkriecht sich, kapselt sich seelisch völlig ab. Der etwas ältere Bran reagiert auf die Gewalt, die ihm angetan wurde, mit Wut und Gegenwehr.
    Der auch in diesem Film zum Thema wieder sichtbare Skandal bleibt der mangelhafte Schutz der gequälten Kinder, die unter falschen Versprechungen aus ihrer Heimat gelockt und in mitteleuropäischen Städten von skrupellosen Banden als Sklaven für Prostitution und organisierten Diebstahl gehalten werden.
    (Pino DiNocchio)


    690635 EU
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: keine
    Länge: 88 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
    Extras:  


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