KINDKIND

  • Film DVD
  • deutsch + französisch
    200 Min.
    694191 DE

    Originaltitel: P'tit Quinquin
    Regie: Bruno Dumont
    Musik:  
    Darsteller: Alane Delhaye, Lucy Caron, Bernard Pruvost, Philippe Jore, Philippe Peuvion, Lisa Hartmann, Julien Bodard, Corentin Carpentier, Baptiste Anquez, Yacine Kellal, Jason Cirot, Pascal Fresch
    Frankreich 2014

    KINDKIND - P'tit Quinquin

    Der Zweite Weltkrieg hat der französischen Atlantikküste eine besondere landschaftliche Marke aufgesetzt. Vielerorts stehen auf den Dünen die nur langsam verrottenden Ruinen massiver Betonbunker, die von der deutschen Wehrmacht zur Verteidigung des besetzten Kontinents errichtet worden waren. Zur Bergung einer toten Kuh aus einem solchen Bunker vermittels eines Hubschraubers wird Kommissar Van der Weyden in einen Küstendorf der Normandie gerufen. Rätselhaft ist nicht nur, wie das Tier dort hinein kam. Im Kadaver der Kuh findet man menschliche Leichenteile.
    Neugierig beobachtet wird die Aktion von Kindern aus dem Ort. Der schlimmste Rotzlöffel unter ihnen ist P'tit Quinquin, ein dämlich aussehender Babyface-Junge, der mit seinem politisch unkorrekten Betragen permanent Unruhe provoziert und vor nichts Respekt zeigt. Es bleibt nicht die einzige tote Kuh, der jemand menschliche Überreste in den Arsch gestopft hat. Viehbestand und Bevölkerung dezimieren sich gleichermaßen. Der Kommissar mit den neurotischen Gesichtszuckungen gerät immer tiefer in den Sumpf von Familienangelegenheiten und Affären. Van der Weyden und sein leicht vertrottelter Assistent Carpentier stoßen bei den Ermittlungen auf Dorfbewohner, die entweder schweigsam oder debil sind, oder einfach unfaßbar frech wie Quinquin.

    Das nordfranzösische Wort "Quinquin" stammt aus dem Flämischen und bedeutet in etwa "Kindchen". Der TV-Sender arte benutzte für die deutsche Übersetzung die umständlichere Variante "Kindkind" zur Umschreibung des Sinngehalts, daß mit dem Begriff ein kleines, "kindliches Kind" gemeint ist.
    Quinquin ist permanent in Bewegung. Dieses schreckliche Kind ist überall im Ort präsent, wo gerade was los ist, und treibt mit einem hämischen Gespür für treffsicher plazierte Boshaftigkeiten seinen Schabernack. Als Gaffer bei Polizeieinsätzen, als rumalbernder Meßdiener bei der Totenmesse für die zusammengeflickte Leiche, als Raufbold beim Dorfrummel, als rassistischer Pöbel gegen afrikanische Einwandererkinder, als notorischer Faulpelz auf dem elterlichen Bauernhof. Ganz allein für sich gepachtet hat Quinquin die Abartigkeit nicht. Es liegt der Population in dem eigentümlichen Landstrich scheinbar in den Genen, daß sie allesamt irgendwie verschroben sind. Beim Ablichten der einzelnen komischen Figuren im Verlauf des bizarren Heimatkrimis fungiert der häßliche Junge mit dem Faible für Knallfrösche als Bindeglied. Er verbindet über die vier Folgen der TV-Miniserie den Betrachter mit dem sonderbaren Ort an der Küste, wo es die Anmutung hat, als sei an dieser Linie die normale Welt zu Ende. Als "besiedelt mit rotwangigen Pfannkuchengesichtern, hageren Spargelköpfen und faltigen Schlaksen" charakterisiert der Promotext genüßlich die lokalen Verhältnisse. Herrlich schamlos, aber leider auch häufig sehr langatmig und mit enervierender Blechmusik unterlegt, führt Kindkind den Zuschauer durch die Krimi-Groteske und den Kommissar an der Nase herum. (Pino DiNocchio)



    694191 DE
    Tonspur: Deutsch / Französisch
    Untertitel: keine
    Länge: 200 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
    Extras:  
    - minus - Covermotiv mit Zensurzeichen überdruckt


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