GO

  • Film DVD
  • japanisch
    122 Min.
    deutsche Untertitel
    628804 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Go
    Regie: Isao Yukisada
    Musik:  
    Darsteller: Yosuke Kubozuka, Kou Shibasaki, Tsutomu Yamazaki, Shinobu Ootake, Takato Hosoyamada
    Japan 2001

    GO (Japan 2001)

    Der Jugendliche Sugihara ist in Japan geboren und aufgewachsen, aber er wird wegen seiner koreanischen Herkunft in der japanischen Gesellschaft nicht akzeptiert. Als "Zainichi" bezeichnet man die Korea-Japaner, die schon seit mehreren Generationen in Japan leben.
    Sugihara ist auf einer streng abgeschotteten nordkoreanischen Schule, wo er zu einem strammen Marxisten erzogen werden soll.
    Sein Vater träumt vor dem Fernseher davon, in Hawaii Urlaub zu machen, obwohl das zum Territorium des kapitalistischen Feindes gehört. Weil er dazu einen international anerkannten Reisepaß braucht, den er von den nordkoreanischen Behörden nicht bekommt, tauscht er seine nutzlose nordkoreanische Staatsbürgerschaft gegen die südkoreanische. Darin sieht Sugihara seine Chance, die verhaßte Außenseiterschule hinter sich zu lassen. Gegen den Protest des Vaters wechselt der Junge auf eine japanische Schule. Er will endlich als normaler Jugendlicher anerkannt werden und am normalen Leben teilnehmen.
    Sich zur Wehr zu setzen, das hat Sugihara von seinem Vater ausgiebig gelernt, und zwar mit den Fäusten. Der ehemalige Box-Profi hat seinen Sohn nicht nur trainiert, sondern seine Schlagkraft auch benutzt, um den Jungen zur Züchtigung brutal zusammenzuschlagen. Sugihara wird zum Schulschläger, der seine Aggressionen nicht unter Kontrolle halten kann.
    Bald verliebt er sich in das japanische Mädchen Sakurai, das wie ihre ganze Familie extrem rassistisch eingestellt ist. Koreaner und Chinesen werden als minderwertige Menschen verachtet, denn sie seien dreckig und faul. Da man es ihm äußerlich nicht ansieht, verschweigt Sugihara ihr seine koreanische Herkunft. Erst ein tragisches Unglück gibt ihm den Anstoß, ihr die Wahrheit zu sagen. Sakurai reagiert empört. Sie will mit einem Schlag nichts mehr mit ihm zu tun haben...

    Während der japanischen Besatzung Koreas waren viele Koreaner nach Japan übergesiedelt. Viele von ihnen sind nach dem Krieg geblieben. In Korea sind sie und ihre Nachkommen heute Fremde, und in Japan werden sie nicht als Japaner akzeptiert. Es geht ihnen wohl ähnlich wie den Deutsch-Türken.
    Das Jugenddrama "Go" erzählt von diesem wenig bekannten Gesellschaftsproblem der japanischen Gegenwart. Besonders bizarr ist die in Selbstisolation inmitten des Klassenfeindes verharrende Gemeinschaft der Nordkoreaner, denen in Japan sogar der Betrieb eigener Schulen zur Lehre ihrer Ideologie erlaubt ist.
    Sugihara muß sich mit viel Schmerzen seine Identität erkämpfen. Eigentlich möchte er nur Mensch sein, die Nationalität hat für ihn keine Bedeutung. Seine Umgebung jedoch kann nicht anders, als jeden Menschen in eine Schublade zu stecken - nur für Sugihara gibt es keinen passenden Platz. Er führt eine Schlacht an mehreren Fronten. Der bitterste Kampf ist der gegen seinen Vater, wo er sich symbolisch von den Fesseln seiner Abstammung befreien muß. Obwohl der Vater den ersten Schritt getan und ein Opfer erbracht hat, indem er mit der Aufgabe der nordkoreanischen Staatsangehörigkeit den Verlust aller Kontakte zu seiner dort lebenden Verwandtschaft in Kauf nahm, kann der Sohn nur zu seiner Identität finden, wenn er sich selbst freiboxt.
    (Pino DiNocchio)


    628804 DE
    Tonspur: Japanisch
    Untertitel: D
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras:


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