MEIN LEBEN IN ROSAROT

  • Film DVD
  • deutsch + französisch
    85 Min.
    644689 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Ma vie en rose
    Regie: Alan Berliner
    Musik:  
    Darsteller: Georges Du Fresne, Michele Laroque, Helene Vincent, Jean-Philippe Ecoffey, Julien Riviere
    Frankreich 1997

    MEIN LEBEN IN ROSAROT - Ma vie en rose

    Der siebenjährige Ludovic ist gar nicht zufrieden damit, daß er ein Junge ist. Viel lieber möchte er ein Mädchen sein. Er hat eine ausgeprägte Vorliebe für Frauenkleider und Schminksachen. Zunächst faßt man es als kindliche Spielerei auf und findet es amüsant, wenn Ludovic sich als Mädchen verkleidet. Doch dann beginnt die Marotte für die Erwachsenen besorgniserregende Ausmaße anzunehmen. Familie Fabre hat gerade erst ein Haus in einer kleinbürgerlichen Pariser Siedlung bezogen. Dort empören sich nun die Mitbewohner über den auffälligen jüngsten Sproß der neuen Nachbarn. Man fühlt sich in seinem Sittenbild empfindlich gestört. Zum großen Knall kommt es, als der Knabe sich zur Braut erklärt und seine Hochzeit mit seinem gleichaltrigen Spielkameraden arrangiert. Der ist zufällig auch noch der Sohn von Papas Chef, und dem platzt jetzt auch der Kragen. Monsieur Fabre wird gefeuert. Ludo unterdessen wird wegen seines exzentrischen Auftretens von der Schule ausgeschlossen. Die ganze Familie gerät in einen Strudel existenzbedrohender Konsequenzen...

    Die köstliche französische Komödie bezieht ihre Munition aus der extrem spießigen Moral des Kleinbürgertums. Was als mutige Selbstverwirklichung eines fantasievollen Kindes beginnt, wird von den Erwachsenen bitterst überinterpretiert und zu einem künstlichen Drama aufgeblasen.
    Als ich diesen Film zum ersten Mal sah, dachte ich sofort: wie bitte, wer hat denn da MEIN Leben verfilmt?! Jedenfalls habe ich als Junge im Alter von 7 Jahren auch mit außerordentlichem Ernst Mädchenkleider angezogen, mich mit Parfümpröbchen eingenebelt und das Fräulein gespielt - übrigens ohne einen bleibenden Schaden davongetragen zu haben, denke ich doch, oder? Das ist wirklich herrlich, sich da so selbst zu sehen. Ich kann mich mit Ludovic voll und ganz identifizieren, jedenfalls in dieser Phase. Und heute ist mir auch klar, weshalb sowas auf Erwachsene so befremdlich wirkt. Ein Kind versteht die hysterischen Reaktionen auf seinen eigenwilligen Weg der Identitätsfindung hingegen nicht und empfindet es als zutiefst verletzend, wenn sein augenblickliches Selbstverständnis attackiert wird. Ganz gleich ob es das Vorzeichen einer dauerhaften Orientierung oder nur eine besonders schrille Phase in der Entwicklung ist, der Film läßt diese Frage offen, das spielt auch gar keine Rolle. "Mein Leben in Rosarot" geht vergnüglich, bisweilen schon satirisch mit der fatalen Fantasielosigkeit der bürgerlichen Moral ins Gericht. (Pino DiNocchio)


    644689 DE
    Tonspur: Deutsch / Französisch
    Untertitel: D (nur bei der OF, nicht ausblendbar)
    Länge: 85 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
    Extras:  


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