JOE THE KING

  • Film DVD
  • deutsch + englisch
    96 Min.
    647239 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Joe The King
    Regie: Frank Whaley
    Musik:  
    Darsteller: Noah Fleiss, Max Ligosh, Val Kilmer, Karen Young, Ethan Hawke
    USA 1999

    JOE THE KING

    Die Brüder Joe und Mike wachsen in bescheidenen Verhältnissen im New York der 1970er Jahre auf. Ihr Vater ist Hausmeister an der Schule, was die beiden Jungs dem Spott der Kameraden aussetzt. Weil er das ganze Geld versäuft und außerdem bei so ziemlich allen Leuten im Viertel Schulden hat, müssen die Kinder selbst was verdienen. Mike hat einen Putzjob, Joe arbeitet abends als Küchenhilfe in einer Gaststätte, die einem Drogendealer gehört.
    Während Mike das Schicksal still erträgt und versucht, das Leben eines ganz normalen Teenagers zu führen, gerät der 1 Jahr jüngere Bruder Joe schon früh aus der Bahn. In der Schule gilt er als Versager. Vom Vater wird er ständig erniedrigt. Der sensible Junge nimmt schließlich die ihm aufgezwungene Rolle des Ausgestoßenen an, weil er dazu keine Alternative sieht. Er wird es im Leben nie zu etwas bringen - genau wie sein Vater. Desillusioniert übt sich Joe in kleinen Diebstählen, das einzige Handwerk, für das er zu taugen scheint.
    Als der betrunkene Vater in der Wohnung randaliert und in einem Eifersuchtsanfall die Schallplattensammlung der Mutter zertrümmert, fühlt Joe einen tiefen Schmerz. Diese Platten hatten seiner Mutter so viel bedeutet. Joe nutzt eine günstige Gelegenheit und bricht nachts in das Lokal ein, in dem er arbeitet. Mit dem erbeuteten Geld aus der Drogenkasse des Chefs möchte er seiner geliebten Mutter die Platten ersetzen. Es ist seine vorerst letzte kriminelle Tat. Die Ermittler kommen ihm auf die Spur, er wird überführt. Der 14jährige kommt für ein halbes Jahr ins Gefängnis...

    Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich sich die Brüder unter identischen Familienverhältnissen entwickeln. Sie stehen sich sehr nahe. Joe verehrt seinen großen Bruder, aber dessen positive Vorbildfunktion dringt nicht ganz zu ihm durch. Allerdings zeigt der Junge eine enormes und wachsendes Selbstbewußtsein, sich gegenüber jenen Kräften zu behaupten, die ihn als Verlierer abstempeln. Vor allem dem despotischen Vater setzt er zunehmend Widerstand entgegen. Interessanterweise greift Joe nicht wie sein Vater zur Flasche. Auch wenn er noch nicht weiß, was er werden will, so weiß er doch genau, was er nicht werden will - nicht so wie sein Vater! Daß man ihm in dieser Welt keinen Platz einräumen will, macht ihn nicht zwangsläufig zu einem sozial unverträglichen Charakter.
    Das totale Unvermögen der Umwelt, sich in die nur nach menschlicher Anerkennung suchende Teenagerseele hineinzufinden, ist das Leitthema in Frank Whaleys ungeschöntem Jugenddrama. In der altersgerecht besetzten Hauptrolle kann Noah Fleiss als Jungschauspieler überzeugen. In der Figur Joe mischt sich Hilflosigkeit mit pubertärem Trotz. Aus seinen Augen spricht viel Traurigkeit.
    In den USA ist es Alltag, daß Kinder als Verbrecher ins Gefängnis geworfen werden. Wenn ein Kind nicht in den erwarteten Parametern funktioniert, stellt man nicht die aus religiösen Motiven heraus kultisch überhöhte Familie als das einzig anerkanntes Erziehungsmodell in Frage, denn dann müßte man ja zugeben, daß deren klägliches Versagen die Ursache für das Problemverhalten eines Kindes ist. Stattdessen wird das Kind als schlechte Frucht aussortiert, und im Gefängnis wird der letzte Rest seiner Persönlichkeit zerstört. Der Film "Joe The King" endet an dieser Station mit der berechtigten Hoffnung, daß der Junge stark genug ist, die Zeit im Knast zur Besinnung zu nutzen. (Pino DiNocchio)


    647239 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: keine
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33
    Extras:


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