OMAGH

  • Film DVD
  • deutsch + englisch
    100 Min.
    652839 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Omagh
    Regie: Pete Travis
    Musik:  
    Darsteller: Gerard McSorley, Brenda Fricker, Michelle Forbes, Fiona Glascott, Stuart Graham
    Irland / Großbritannien 2004

    OMAGH - Das Attentat

    Nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs glaubt man in Nordirland 1998 endlich Frieden erreicht zu haben. Da explodiert in einer belebten Einkaufsstraße in der nordirischen Kleinstadt Omagh eine gewaltige Bombe. Zwar war zuvor eine telefonische Warnung eingegangen, doch wegen mißverständlicher Ortsangabe evakuiert die Polizei den falschen Teil der Straße. 29 Menschen sterben, viele werden verletzt. Für die Bombe ist die "Real IRA" verantwortlich, eine radikale Splittergruppe, die mit den Friedensvereinbarungen nicht einverstanden ist.
    Unter den Toten ist der junge Aiden Gallagher. Er war nur kurz in die Stadt gefahren, um sich eine neue Hose zu kaufen. Mit einem Schlag aus dem Leben gerissen, bricht auch für Aidens Familie, besonders für Vater Michael Gallagher der Lebensinhalt zusammen. Die Hinterbliebenen der Getöteten fühlen sich vom britischen Staat im Stich gelassen. Nach Monaten zeigen die Ermittlungen noch immer keine Ergebnisse. Kein einziger der Bombenleger wurde angeklagt, alle Festgenommenen hat man wieder laufen lassen. Die Angehörigen gründen eine Selbsthilfegruppe, Michael Gallagher wird ihr Sprecher. Sie gehen an die Öffentlichkeit, mobilisieren die Presse, setzen Behörden und Politiker unter Druck. Auf die anhaltende Untätigkeit des Staats reagieren sie mit dem Beginn eigener Ermittlungen, um die Verbrecher ausfindig zu machen. Obwohl man schließlich deren Identität kennt, bleiben die Männer von der Justiz unbehelligt. Es werden Vermutungen laut, daß irische und britische Geheimdienste schon frühzeitig von dem geplanten Anschlag gewußt hatten und ihn absichtlich nicht verhindert haben, weil sie darauf spekuliert haben, die letzten radikalen Gegner des Friedensprozesses würden mit so einer Bluttat jegliche Unterstützung verlieren...

    Auch 5 Jahre nach dem Attentat, als der Film entstand, war noch keiner der Bombenmörder verurteilt.
    Der Kinofilm trägt dieses jüngste, ungeheuerlichste Kapitel in der Geschichte des Nordirlandkonflikts hinaus in die Welt, wo man von den Hintergründen dieser Ereignisse wenig mitbekommen hat. Auf der einen Seite ist es ein schockierender Politkrimi, auf der anderen Seite eine persönliche Tragödie der Betroffenen. Und es ist die wahre Geschichte, wie sich sie in unserer Gegenwart mitten im demokratischen Europa abspielt. Es ist die Dokumentation der Ereignisse um das couragierte Engagement des Bürgers Michael Gallagher, von den Behörden und Politikern wahrheitsgemäße Antworten zu bekommen, weshalb sein Sohn sterben mußte. Das wurde in Spielfilmszenen nachgestellt, gedreht mit Handkamera und ohne ausgewogene Beleuchtung. Nicht Filmkunst, sondern Authentizität im Bezug auf die präsentierten Fakten ist das Ziel.
    Der Film "Omagh" ist kein politisches Statement. Er liefert nur durch die Dokumentation von Sachverhalten teilweise noch ungeklärter Natur eine Reihe empfindlicher Fragen über die Taktik der irischen und britischen Regierungen und deren Verantwortung für die Tragödie von Omagh. Das kann nur der Beginn einer Auseinandersetzung mit einem Politskandal sein. Der Zuschauer muß danach selbst an dem Thema dranbleiben und sich weitere Informationen besorgen. Für Außenstehende ist es nicht leicht, die Positionen in diesem Konflikt zu bewerten. Haben die Regierungen in London und Dublin tatsächlich Menschen geopfert, um ihren Kurs der Befriedungspolitik durchzusetzen? Weshalb sonst hüllen sie sich zu Omagh in zweifelhaftes Schweigen, halten Auskünfte zurück, verschleiern Fakten, verhaften die Täter nicht? (Pino DiNocchio)


    652839 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: D, E
    Länge: 100 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
    Extras: Interview mit Michael Gallagher, Produktionsnotizen, Infotafeln über den Nordirlandkonflikt


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