NETTO

  • Film DVD
  • deutsch
    86 Min.
    653709 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Netto
    Regie: Robert Thalheim
    Musik:  
    Darsteller: Milan Peschel, Sebastian Butz, Stephanie Charlotta Koetz, Christina Große
    Deutschland 2005

    NETTO

    Der Ostberliner Marcel Werner hat die "Wende" nicht gut überstanden. Er verlor die Arbeit, die Ehefrau, die Kontrolle über den Alkohol. Mit den vielen Veränderungen kommt er nicht klar, die neuen Chancen sind an ihm vorbeigegangen. Jetzt schlägt er sich mit dem Reparieren und Basteln kaputter Elektrogeräte durch. Unerwartet steht sein Sohn auf der Matte, den er seit zwei Jahren nicht gesehen hat. Sebastian ist jetzt 15 und vorübergehend auf der Flucht vor dem spießigen Familienleben, welches die schwangere Mutter mit ihrem zukünftigen Gatten, einem aufgeblasenen Yuppie, sich gerade einrichtet. Der Teenager findet seinen Vater als ziemlich hilflosen Loser vor, der nicht viel auf die Reihe kriegt, aber hochtrabende Pläne hat. Marcel möchte sich bei Sicherheitsdiensten als Personenschützer bewerben. Nein, nicht als Muskelprotz, sondern als Stratege im Hintergrund. Aber er hat weder Referenzen und Ausbildung, noch ist er überhaupt in der Lage ein ordentliches Bewerbungsschreiben zu verfassen oder ein solches Gespräch zu führen. Sebastian nimmt das in die Hand. Der Schüler weiß, wie so was geht. So verkehren sich die Rollen: der Sohn übt mit Papa für dessen Jobsuche. Und auch sonst im Leben, etwa im Haushalt, muß sich der chaotische Vater von seinem jugendlichen Nachwuchs so einiges beibringen lassen. Die ewige Nörgelei und das ständige Lamentieren des immer noch in der kleinbürgerlichen DDR-Ordnung verhafteten Mannes, dem die neue Welt einfach zu groß und zu schwierig ist, stellen den Jungen auf eine harte Geduldsprobe. Als Sebastian seine neue Freundin Nora mit in die Wohnung nimmt und sie den Vater als abgestürztes, betrunkenes Wrack erlebt, droht die junge Liebe zum Teufel zu gehen. Sebastian muß sich entscheiden...

    Das ist so ein Werk von Filmstudenten, wo mit viel wackeliger Handkamera und geschnodderten Dialogen Nähe zum gezeigten Milieu erzeugt werden soll. Dieses überbemühte Stilmittel wird schnell nervig. Hier rettet das gute Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller noch einiges. Während der Teenager in der Situation noch ziemlich realistisch rüberkommt, ist Vater Marcel doch eher eine Witzfigur - die macht den Film zwar amüsant, aber nicht eben glaubwürdig als Familiendrama. Für "das kleine Fernsehspiel" geht das durch, doch in der Reihe gibt es etliche bessere Filme, die eine DVD verdient hätten. (Pino DiNocchio)


    653709 DE
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: D, E
    Länge: 86 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.78
    Extras: Interviews, entfallene Szenen, alternativer Anfang


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