NEGER NEGER SCHORNSTEINFEGER

  • Film DVD
  • deutsch
    180 Min.
    662369 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Neger Neger Schornsteinfeger
    Regie: Jörg Grünler
    Musik:  
    Darsteller: Veronica Ferres, Götz Schubert, Thando Wahlbaum, Steve-Marvin Dwumah, Luka Kumi, Petra Kelling, Adrian Topol, Lea Fassbender, Frederick Lau, Max Felder, Kevin Köppe, Jan Niklas Berg
    Deutschland 2006

    NEGER NEGER SCHORNSTEINFEGER

    In Hamburg wird 1926 ein Mohrenkind geboren. Das Kind eines afrikanischen Diplomatensohns und einer deutschen Frau bekommt den Namen Hans-Jürgen. Den kleinen Schokoladenkeks finden alle süß. Der Vater studiert noch im Ausland und kommt nicht zurück. Er läßt Frau und Kind sitzen, die geplante Hochzeit platzt. Nachdem der Großvater zurück nach Afrika geht, müssen Berta und der kleine Hans-Jürgen aus der Villa ausziehen und in einer engen Wohnung im Arbeiterviertel Barmbek unterkommen. Während Berta als Krankenschwester arbeitet, um sich und ihren Sohn durchzubringen, kümmert sich die Nachbarin Frau Möller großmütterlich um den Jungen. Für einige Leute ist ein schwarzes Kind etwas Ungewohntes. Aber daß andere Kinder ihm das spöttische Lied "Neger, Neger, Schornsteinfeger" nachsingen, bleibt die Ausnahme - noch. Es herrscht Toleranz. Die Nachbarsjungen Klaus und Fiete werden Hans-Jürgens beste Freunde.
    Berta verliebt sich in ihren Vorgesetzten, den Personalchef Franz. Der vaterlose Hans-Jürgen erfährt endlich auch Aufmerksamkeit von einem Mann. Neues Familienglück bahnt sich an. Die unbeschwerten Jahre vergehen rasch. Es braut sich etwas zusammen in Deutschland. Auf gespenstische Weise verwandeln sich immer mehr Bürger in Anhänger der Nationalsozialisten. Für die Kinder wird es unmerklich zur Selbstverständlichkeit, in Jungvolk und Hitlerjugend einzutreten und mitzumarschieren. Auch Hans-Jürgen trägt ein Hakenkreuz Emblem am Pullover, ohne sich etwas dabei zu denken. Es ist eben chic, es ist cool, wie man heute sagen würde.
    Der Rassenwahn greift um sich. Hans-Jürgen beginnt langsam zu ahnen, daß seine Hautfarbe und seine afrikanische Abstammung zu einem Problem wird. Die von oben verordnete neue Ideologie entzweit Freunde und Nachbarn. An seinem 10. Geburtstag freut sich Hans-Jürgen, daß er nun wie seine Freunde Fiete und Klaus Mitglied beim Jungvolk werden kann. Da kommt der Schock: Mit einem herben Schlag wird dem Jungen in aller Unverhohlenheit ins Gesicht erklärt, daß es für ihn als Nicht-Arier in diesem Deutschland keinen Platz gibt. In der Schule werden die Anfeindungen immer schlimmer. Obwohl er der Klassenbeste ist, wird ihm die Aufnahme ins Gymnasium verweigert. Er wird vom Turnen ausgeschlossen, wegen seiner "rassischen Minderwertigkeit". Letzte Hoffnung, die sportliche Leistungsfähigkeit der Schwarzen unter Beweis zu stellen, schöpft der 10jährige, als der schwarze Boxer Joe Louis bei dem großen Kampf in Amerika 1936 gegen Deutschlands Starboxer Max Schmeling antritt. Doch Joe verliert. Und Franz erweist sich als Feigling. Er läßt seine Geliebte fallen. Weil Berta nicht für die Partei des Führers stimmen will, und weil er ihr Negerkind gegenüber der Partei nicht länger akzeptieren kann, feuert er Berta von ihrem Arbeitsplatz im Krankenhaus.
    1941 - nach weiteren fünf Jahren sind Klaus, Fiete und Hans-Jürgen immer noch unbeirrbar beste Freunde. Es ist Krieg. Die Jungs träumen davon, bald auch für Deutschland ins Feld ziehen zu dürfen. Berta geht bei einem jüdischen Arzt putzen. In dessen Sohn Fritz findet Hans-Jürgen noch einen Ausgestoßenen, mit dem er sich anfreundet. Die beiden verbindet ihre Situation als von der Gesellschaft Ausgeschlossene. Auch dieses Glück wird bald durch eine Tragödie zerstört. Als Jugendlicher bekommt Hans-Jürgen eine Lehrstelle beim Schlosser. Er begegnet Evchen, seiner ersten Liebe. Er hört die vom Regime nicht geduldete Swing Musik. Dann erreicht der Krieg Hamburg. Bomben fallen. Gipfel der Absurdität: Hans-Jürgen will immer noch mit aller Überzeugung als Soldat für dieses Deutschland kämpfen - das ihn so erniedrigend behandelt. Doch man verzichtet bei der Musterung darauf, die Kampftüchtigkeit der deutschen Soldaten auf dem Feld von einem Affen schwächen zu lassen...

    Das alles ist unglaublich, doch es ist die wahre Geschichte des Hans-Jürgen Massaquoi, dessen Vater der Sohn eines afrikanischen Königs war. Der dunkelhäutige Junge überlebte die Nazizeit und den Krieg unbeschadet.
    Die Konzeption des Films läßt keinerlei Spielraum. Der Junge steht als überstilisierter Sympathieträger total im Vordergrund. Unweigerlich leidet der Zuschauer mit, wenn das gute Kind gemein behandelt wird. Man muß sehr aufpassen, daß man die Naivität des jugendlichen Hans-Jürgen, sich unter dem rassistischen Naziregime als Deutscher zu identifizieren, nicht übersieht. In glanzvollen Bildern wird eine verführerisch süße Geschichte erzählt, deren Hang zum Kitsch kritische Untertöne überkleistert. Als "TV-Event-Movie" wurde der relativ seichte Unterhaltungszweiteiler produziert - und genau das ist es. (Pino DiNocchio)


    662369 DE
    Tonspur: Deutsch
    Untertitel: D
    Länge: 180 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras:  


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