ENTFÜHRUNG NACH HAUSE

  • Film DVD
  • deutsch + tschechisch
    90 Min.
    670479noch nicht erschienen

    Originaltitel: Unos domu
    Regie: Ivan Pokorny
    Musik: Martin Nemec
    Darsteller: Vojtech Kotek, Matej Nechvátal, Nela Výborná, Hana Kusnjerová, Barbara Hrzánová, Radek Holub, Zdenek Zák, Hana Maciuchová, Marek Vassut, Jack Miabuona, Pavel Landovský
    Tschechien 2002

    ENTFÜHRUNG NACH HAUSE

    Libors Eltern sind verunglückt, daher muß der Junge bei Onkel und Tante aufwachsen. Die gehören zur neuen reichen Elite im neukapitalistischen Tschechien - eine luxuriöse Villa, ein eigenen Chauffeur, spießige Kleidung. Das umtriebige Unternehmerpaar hat nie Zeit für den Neffen, sie sind permanent mit wichtigen Terminen beschäftigt. Während der Schulzeit ist Libor in einem vornehmen Internat. Doch zuhause fühlt sich der 13jährige nirgends.
    An seinem Geburtstag wird Libor von zwei trotteligen Gangstern entführt. Die verschleppen ihn in ein verfallenes Haus in einer einsamen Gegend. Sie wollen von seiner Verwandtschadt ein ordentliches Lösegeld erpressen. Noch bevor es dazu kommt, kann sich der schlaue Junge befreien und flüchten. Völlig allein, abgerissen und ausgehungert irrt Libor durch die ausgestorbene Provinz, wo kein Zug mehr fährt und es nirgends ein Telefon gibt, bis er auf ein Landhaus stößt. Dort wohnt ein sehr kinderliebes Ehepaar, das eine Tochter hat und dazu noch einen Jungen und ein Mädchen aus dem Heim zu sich geholt hat. Eigentlich möchte Libor nur wieder nach Hause. Blanka und Erik nehmen ihn aber erstmal bei sich auf. Nun wird er mit einem anderen weggelaufenen Jungen verwechselt, über den in der Zeitung berichtet wurde. Vergeblich versucht er zu erklären, daß er nicht dieser Junge Gusta ist, aber keiner hört auf ihn. Dann sieht er im Fernsehen seine Tante, die glaubt er sei ausgerissen, und sie beschuldigt ihn auch noch, ihr ein wertvolles Armband gestohlen zu haben. Jetzt beschließt Libor, es so sein zu lassen, wie alle glauben. Er nimmt die Identität von Gusta an. Blanka und Erik behalten ihn mit der Zustimmung des Kinderheims, aus dem Gusta verschwunden ist, auf Dauer bei sich. Libor ist in der neuen Familie glücklich. Er hat hier neue Eltern gefunden, die sich rührend um ihn sorgen, und er hat gleichaltrige Geschwister als Kameraden, mit denen ihn eine tiefe Freundschaft verbindet. Als man in einem Teich einen ertrunkenen Jungen findet, fürchtet Libor, daß nun alles auffliegen wird...

    Das Kinderdrama findet ein unerwartetes, aber wundervolles Ende. Das stereotype Familienbild, in dem Kinder als Sacheigentum der Eltern oder der Anverwandten behandelt werden, wird in dem Film durchbrochen. Es können auch andere Modelle von Lebensgemeinschaften funktionieren. So findet sich zum Schluß für Libor eine Lösung, die zwar unkonventionell ist, die aber für ihn die beste ist, weil sie seinen Wünschen entspricht. Der Weg dorthin ist hart. Der Junge muß eine Menge durchstehen. Permanent steht er in dem inneren Konflikt zwischen Wahrheit und Lüge, wobei er gar nicht immer die Entscheidungsfreiheit hat. Die starken Emotionen, mit denen Libor konfrontiert ist, um seine eigene Position gegenüber den Menschen zu bestimmen, die nun alle unauslöschlich zu seinem Leben gehören, dominieren den Film. (Pino DiNocchio)

    Tonspur: Deutsch / Tschechisch
    Untertitel:  
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33
    Extras:  


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