THE GREAT WATER

  • Film DVD
  • mazedonisch
    95 Min.
    deutsche Untertitel
    670624noch nicht erschienen

    Originaltitel: Golemata voda
    Regie: Ivo Trajkov
    Musik: Kiril Dzajkovski
    Darsteller: Saso Kekenovski, Maja Stankovska, Verica Nedeska, Aleksandar Ribak, Mitko Apostolovski, Goce Deskoski, Marina Cakalova, Risto Gogovski, Nikolina Kujaca
    Mazedonien / Tschechien 2004

    THE GREAT WATER - Golemata voda

    Im Sommer 1945 landet der kleine Lem in Jugoslawien in einem Waisenhaus, welches speziell für die Kinder von toten Staatsfeinden eingerichtet wird. Umgeben von hohen Mauern und geleitet von Parteimilizen, ist die Anstalt in den Gebäuden einer alten Fabrik ein regelrechtes Gefängnis. Die Jungen und Mädchen werden zu strenger Disziplin gedrillt. Ihnen wird ein abstruses Gebräu kommunistischer Phrasen und revolutionärere Floskeln eingehämmert, damit sie alle folgsame Genossen werden. Bei jedem Mißfallen werden die Kinder von den Aufsehern willkürlich mit drakonischen Strafen gequält.
    Am Tag des großen Regens erblickt Lem zum ersten Mal den neu eingelieferten Jungen Isak. Lem ist sofort völlig gebannt von diesem Jungen. Er sucht bei jeder Gelegenheit dessen Nähe, ist von dem innigen Wunsch beseelt, sein Freund zu werden. Aber Isak schweigt den Kleinen nur an. Isak verliebt sich in das Mädchen Lence. Lem brennt vor Eifersucht.
    Bis zu dem Tag, an dem die knallrote Turnhose der Sportlehrerin Genossin Olivera verschwindet. Es ist nicht irgendeine Hose. Es ist die Hose, die Olivera bei einem Staffellauf zu Ehren des geliebten Genossen Stalin getragen hatte. Diese Turnhose ist sozusagen eine kommunistische Reliquie. Die Entwendung des Heiligtums ist eine Schande für das ganze Kollektiv. Als Folge einer kollektiven Bestrafungsaktion wird Lence ins Krankenhaus gebracht und kommt nicht wieder.
    Nach ihrem Tod ist für Lem der Weg frei. Endlich gewinnt er Isaks ersehnte Freundschaft. Die zwei Jungen verbrüdern sich mit einem Schwur. In einem geheimen Versteck treffen sie sich fortan zur Ausübung merkwürdiger Rituale. Isak zelebriert magischen Zauber. Die beiden geloben sich, ihre gemeinsam aufgestellten Prinzipien niemals zu brechen. Dazu gehört auch nie zu lügen, was unter den Umständen gleichbedeutend ist mit sich der Indoktrination der kommunistischen Parolen zu widersetzen. Als die Erzieher die zwei Freunde mit perfiden Methoden gegeneinander ausspielen wollen, müssen die Jungs einen Weg finden, sich zu helfen, ohne ihr Prinzip zu verraten.
    Flucht ist keine Lösung, lautet eines von Isaks Regeln. Stiller Widerstand gegen die Tyrannei und gegen den götzenhaften Personenkult des stalinistischen Regimes ist der Zweck des subversiven Geheimbunds der zwei Jungen. Bis erneut ein ungeheuerlich skandalöser Vorfall die Anstalt in ihren Grundfesten erschüttert. Eine Büste des geliebten Genossen Stalin wurde von Unbekannten verunstaltet! Eine umfangreiche Untersuchung wird eingeleitet. Diese eskaliert mit einer brutalen Gewalttat an einem der Jungen...

    Erzählt wird die bedrückende Geschichte mit der Stimme des greisen Lem, vor dem im Augenblick seines Sterbens die Erinnerungen an die schreckliche Kindheit in dem Waisenhaus vorüberziehen, und der sich dafür verflucht. Er hat Isak nie wieder gesehen. Sein ganzes Leben lang lastete auf ihm die Schuld an dem, was seinem geliebten Freund damals Grausames angetan wurde.
    Es ist eine magische Freundschaft zwischen zwei Jungen, eine Verbindung, deren Zauber sich jeder Definition entzieht. Schwermütige mazedonische Musik legt sich über die gespenstische Szenerie. In poetischen Bildern von träumerischer Schönheit formiert sich das Grauen der Folter, der Mißhandlung und des Psychoterrors in dem autoritären Kinderinternierungsheim als stumpfe Waffe, gegen die der kleine Lem seine Seele erfolgreich abschottet. Isaks rebellische Haltung gibt Lem die Kraft, innerlich seine Würde zu bewahren. (Pino DiNocchio)

    Tonspur: Mazedonisch
    Untertitel: D
    Bild: 16:9 Widescreen 1:2.35


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