TIMES SQUARE

  • Film DVD
  • deutsch + englisch
    111 Min.
    616469 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Times Square
    Regie: Allan Moyle
    Musik:  
    Darsteller: Tim Curry, Trini Alvarado, Robin Johnson, Peter Coffield, Herbert Berghof, Anna Maria Horsford
    USA 1980

    TIMES SQUARE

    New York 1980. In einem Zimmer der psychiatrischen Station einer Klinik liegen zwei Mädchen. Teenagerin Nicky hat die Polizei von der Straße aufgelesen, weil sie randalierte. Die punkige Nicky hat schon länger ihr Zuhause verlassen und treibt sich als Musikerin herum. Aus Erfahrung spielt sie verrückt, weil Krankenhaus besser ist als Jugendknast. Die 13jährige brave Pamela ließ sich unter der Vortäuschung einer psychischen Erkrankung einweisen, um der erdrückenden moralischen Erziehung ihres Vaters zu entfliehen. Der ist als Lokalpolitiker Betreiber einer Kampagne zur Säuberung des Times Square. Die Pornokinos und ihr zwielichtiges Umfeld sollen von dort verschwinden.
    Pamela ist fasziniert von der Unverfrorenheit und Obszönität ihrer Zimmergenossin. Als die Ärzte Nicky wieder gehen lassen, weil sie nicht ganz so blöd sind, sich von ihr verarschen zu lassen, animiert sie Pamela, mit ihr zu kommen. So stehlen sich die zwei Mädchen aus dem Krankenhaus und tauchen ein in ein wildes Leben in New York. In einem Abbruchhaus richten sie sich ihre Bleibe ein. Geld verdienen sie mit Tanzen und Singen in Nachtbars.
    Nicky wird nun beschuldigt, das Politikertöchterchen entführt zu haben. Der einzige Kontakt zu den untergetauchten Mädchen ist ein Radiosender. DJ Johnny LaGuardia bekommt von Informanten Hinweise. Er schickt in seinen Sendungen Botschaften an die Mädchen, und wenn ihm Antworten zugespielt werden, gibt er auch die über den Äther.
    Richtig gefährlich wird das Anarcho-Duo, als sie anfangen, aus purem Übermut Fernseher aus hohen Gebäuden auf die Straßen New Yorks zu werfen, um die Passanten zu erschrecken. Nun erlangen sie in der Stadt als die "Sleez Sisters" - die Dreckschwestern - Berühmtheit und werden zum Kult. Pamelas Vater versucht vergeblich, seine Tochter zu finden und sie nach Hause zu holen. Höhepunkt des wilden Treibens ist die Ankündigung eines Konzerts, das die "Schwestern" mit Nickys Band auf dem Times Square geben wollen. Hunderte von Fans versammeln sich nach Johnnys Durchsage im Radio um Mitternacht auf dem Platz, um das ungenehmigte Spektakel zu erleben...

    Abweichend von den klassischen Jugendfilmen, die entweder soziale Probleme und Klassenkonflikte als gewaltgeladene Dramen bearbeiten oder aber eine lackierte Welt von Wohlstands-Glitter vorführen, behandelt "Times Square" eine ganz persönliche Geschichte vom Erwachsenwerden zweier Mädchen in einer wilden Protestphase. Es mag verwundern, daß der Film von Robert Stigwood produziert wurde, denn "Times Square" ist weit weg von dem kommerziellen Mega-Glamour seiner Vorgänger "Saturday Night Fever" und "Grease". Hintergrund ist der Umstand, daß eine große Zahl von Popsongs im Film Verwendung fanden, und das eigentliche Produkt das Doppelalbum mit dem Soundtrack war. Der Kinofilm diente der Plattenfirma nur als Werbespot. Es wurden Szenen und Dialoge rausgeworfen, um noch mehr Songs unterzubringen. Regisseur Allan Moyle bekam so quasi aus der Portokasse der Plattenfirma seinen Film finanziert, mußte aber auch schmerzliche Zugeständnisse machen. So wurde die im Skript ursprünglich vorgesehene lesbische Beziehung zwischen den beiden Mädchen vollständig rausgestrichen. Das wäre 1980 noch nicht massenfähig gewesen. Moyle wurde mit dem Film nie glücklich, kann aber mit zeitlichem Abstand immer noch zufrieden feststellen, daß eine Menge unkonventioneller Inhalte umgesetzt werden konnten. Trotz aller Abstriche ist "Times Square" speziell für die New Wave Generation der frühen 1980er Jahre ein hübsches Souvenir. Musik von: Roxy Music, Ultravox, Gary Numan, Patti Smith, Ramones, Talking Heads und vielen anderen. (Pino DiNocchio)


    616469 DE
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: keine
    Länge: 111 Min.
    Bild: 16:9 Widescreen 1:1.85
    Extras: Audiokommentar von Allan Moyle und Robin Johnson


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